Beiträge von wildsurf

    Ich hatte einige Zeit lang eine vierbeinige Abrissbirne hier, die stark gemobbt und kontrolliert hat (Hunde und Menschen). Reinkommen von draussen war wie die Begrüssung durch einen Panzer, der dich auch noch in den Arm kneift.

    Ich habe unseren Eingangsbereich durch ein schönes, stabiles Gitter abgetrennt.Eine "Schutzzone" geschaffen. Ich konnte ganz in Ruhe reinkommen, Jacke aufhängen, Schuhe ausziehen. Und sie da hinter dem Gitter wummern lassen. Weil Einwirkung in dem Moment durch MICH eh zu spät gewesen wäre. der Hund fährt ja schon hoch wenn er hört, dass gleich die Tür aufgeht. Einwirkung müsste von jemand anderem kommen, BEVOR der Hund hoch schraubt.

    Daher meine Lösung: mich in dem Moment aus der Schussbahn nehmen. Hund komplett und vollständig ignorieren. Mit jeder Faser, scheissegal was der machte. Total was anderes denken, ins Handy gucken, die Flecken an der Wand studieren, Hände waschen gehen, egal. Hauptsache echtes ignorieren. Das ging wenige Tage und der Hund hat innerhalb 30sek. das Verhalten geändert.

    Ich habe ihm so den Zugang auf mich entzogen, und seine alte Strategie ging nicht mehr auf. Bald war das Gitter weg und ich kam einfach so rein. Aber weiterhin totales ignorieren des Hundes. Weil es sofort wieder gekippt wäre.

    Nach ein paar Wochen - in denen sehr viel im Alltag gemanagt und angepasst wurde, Thema Aufregung kontrollieren, Thema Grenzen setzen - konnte ich ganz normal reinkommen, allen Hunden kurz hallo sagen, auch der Wummsbummsbirne. Wollte sie zu heftig werden, reichte eine Ermahnung.

    Ceri05

    ich musste gestern an dich denken, als ich mit meiner Kollegin telefoniert habe. Sie ist im Hundebusiness selbstständig. Und hat mittlerweile ihr 3. Kind (dieses ist jetzt 1,5) Sie war gestern etwas am verzweifeln, weil mal wieder die SchwieMu nicht kommen will, weil die Kinder eine Erkältung haben - die 50. etwa diesen Winter. (Kleine Kinder... welches ist nicht erkältet im Winter...) Und in die Kita kann die Kleine momentan nicht weil xyz. Somit stehen die Trainings nächste Woche mal wieder auf der Kippe und sie rotiert, um irgendwie ne Betreuung für die Kids zu organisieren. Das läuft nun so seit 6 Jahren. Und es zehrt an ihren Nerven. Das ist wirklich nicht zu unterschätzen. Der Spagat zwischen TOP Kundenservice, Zuverlässigkeit und die Unberechenbarkeit der Kinder-Betreuung.

    Mann im Homeoffice ist nicht wirklich eine belastbare Alternative für die Betreuung. Das geht meistens nur eine kurze Zeit lang gut, dann wird es schwierig für alle Beteiligten.

    Da brauchst du einen belastbaren Plan. Einer, der auch "Mist, heute kommt alles andres" aushält. Wo "shit, es wird 1h später bis ich zurück bin..." kein Problem ist.

    Ich bin jetzt seit *rechne, rechne...* über 10 Jahren selbstständig. Und was wirklich konstant ist: dass vielen anders kommt als man denkt, und meistens auch dann wenn man nicht damit rechnet ;)

    einfach so ein paar Gedanken von mir an dich :winken:

    Leg einfach mal ne halbe Stunde lang ne Patience, mach ein Puzzle, spiel ne Runde Nintendo, lies ein Buch oder was auch immer und lass den Hund aus deinen Gedanken verschwinden.

    Ruhe kann man nicht über hektische Betriebsamkeit lehren, da muss man selbst auch ruhig sein.

    Das kann ich nur bestätigen.

    mach einfach mal NICHTS was den Hund betrifft. Nicht WOLLEN, dass er was kann.

    Und Entspannung funktioniert leider nicht auf Knopfdruck nur weil man einen Geruch hinstellt. Das muss auch korrekt aufgebaut werden. Aber wieder, lass es doch einfach mal sein. Einfach mal in Ruhe. Ich glaube du musst auch üben, das auszuhalten. NICHTS zu tun und den Hund einfach mal sein lassen. NICHT mit ihm was lernen oder interagieren ;)

    Darüber staune ich immer wieder.

    Ich schaffe das nicht. Nicht mit diesen Hunden.

    No way. :omg: Wir gehören zur Fraktion "Schlamm Catcher".

    Auch wenn ich denen immer wieder erklärt habe, dass wir nicht bei tough hunter antreten.

    Der dürfte bei mir nicht so liegen, dass er Türen im Augen haben kann.

    Gitterauslauf strategisch schlau hinstellen, Sichtschutz montieren, Sperrzonen einrichten, Tabouzonen deklarieren.

    Nicht um ihn zu bestrafen. Sondern um ihm beizubringen, dass er sich zurück nehmen muss. Dass er Grenzen und Gebote akzeptieren muss. Das schafft Klarheit und gibt Sicherheit.

    Und unbedingt den Fokus vom Hund nehmen. Der ist nicht das Zentrum des Sonnensystems 😉

    Zwischen verfetteten Wursttonnen und arbeitsgeilen Adrenalin Junkies gibt es noch einige Abstufungen!


    Denkt nicht immer so extrem in schwarz und weiss wenn es um "Linien" geht.


    Man sucht sich den Züchter, der offensichtlich das züchtet was einem vorschwebt.

    Und ehrlich: gerade in Deutschland ist die Auswahl ja riesig.

    Und die Hauptsache was dieser Hund hier mitbringen muss ist doch vor allem sehr viel Gelassenheit, Flexibilität und ein stabiles Wesen.

    Und das bekommt man wenn man sich Zeit lässt, Zuchten anschaut und sich dann in Ruhe das sucht was einem zusagt.