Mein Tipp wäre auch, erst mal das Gassigehgebiet zu wechseln. Dein Hund kann gar nichts lernen, wenn er so hochgefahren und erregt ist.
Habt ihr einen Garten, wo du ohne Ablenkung üben kannst? Oder einen Park ohne Karninchen? Sonst tut es auch erst mal ein ruhiges Wohnviertel. Zur ganzen Not auch die Wohnung. Du musst eben eine Umgebung finden, in der dein Hund noch ansprechbar ist. Dann kannst du ihn auch für richtiges Verhalten belohnen und der Hund muss nicht so viele Fehler machen.
Ich kann dich übrigens sehr gut verstehen. Ich hab auch zwei so Jagdschweinchen hier sitzen. Bei Wildsichtung oder -witterung bin ich auch abgeschrieben. Und das in die Büsche preschen und sich heillos mit der Schleppleine vertüddeln kenne ich auch. Da war ich auch schon oft am Rande (und manchmal leider auch am Ende) meiner Geduld. Aber mit etwas Abstand betrachtet weiß ich auch, dass die Hunde nichts dafür können. Sie haben es eben noch nicht gelernt bei so großer Ablenkung ansprechbar zu bleiben.
Da hilft eben nur bei geringerer Ablenkung anfangen zu üben. Du wirst sehen, die Fortschritte kommen. Ich kann meine Große immerhin bei Kaninchensichtung ins Sitz bringen (an der Schlepp) Sie sitzt dann zitternd da, bleibt aber im Kommando! Das wäre vor einem Jahr noch nicht möglich gewesen.
Und kleiner Tipp: Übe Leinenführigkeit am Halsband. Da wird nicht gezogen, niemals. Jedes Ziehen wird sofort sanktioniert (wie auch immer du übst, per Richtungswechsel, Zuppeln am Halsband, Stehenbleiben, Begrenzen etc) Das machst du jeden Tag ein paar Mal für ein paar Minuten. Dann klinkst du die Leine ins Geschirr, daran darf er ziehen.
Der Hund lernt so relativ schnell den Unterschied und du kannst dir sicher sein, dass du konsequent bleibst. Es ist meiner Meinung nach im Alltag unmöglich, wirklich konsequent zu bleiben bei der Leinenführigkeit. Und sei es, dass man gerade eine Straße überquert und sich beeilen muss, weil ein Auto kommt. Da kann man dann nicht einfach stehenbleiben, weil der Hund gerade zieht.
Das wäre mein Tipp. Die Zeit am Halsband kannst du dann nach und nach ausdehnen. Hat dein Hund oder hast du mal einen schlechten Tag, bleibt die Leine halt am Geschirr.
Nicht verzweifeln, wenn du es schaffst, in ablenkungsarmer Umgebung zu üben, wird es Stück für Stück besser!
Liebe Grüße
Nele