Ich habe mehrere Jahre mit einem Rotti gelebt, mein Ex hatte einen, als ich zu ihm zog (das ist aber schon gut 25 Jahre her). Es war eine Rotti-Dame, ausgesprochen wesensfest mit seeehr hoher Reizschwelle, aber WENN die überschritten war, war Holland in Not. Ich habe das 1 x erlebt und das war wirklich beängstigend - da hat man dann 45 kg geballte Naturgewalt zu händeln....
Die Rottidame war - wie es den Rottis eigen ist - ein "Ein-Mann-Hund". Wenn mein Freund auf dem Hof war und ich wollte mit dem Hund spazieren gehen, musste ich sie an der Leine vom Hof führen - ohne wäre sie nie im Leben mit mir gegangen (weil: Herrchen war ja auf dem Hof). Das ist ja so noch ganz ok und damit kann man leben. Schwieriger wurde es, wenn wir (oder eben Herrchen) mal längere Zeit weg waren - also mal einen Tag unterwegs oder gar im Urlaub. Dann baute der Hund innerhalb des ersten Tages richtigen Zorn auf und den liess er dann gerne an den Hühnern aus, die ansonsten bei ihr aus dem Napf fressen konnten....Wir mussten also immer, wenn wir mal mehrere Stunden weg waren, den Hund einsperren - bzw. wenn wir im Urlaub waren, dem "Aufpasser" klare Anweisungen geben: die ersten 3 Tage bitte nur an der Leine und ohne jeglichen Tierkontakt rauslassen. Nach ca. 3 Tagen liess dieser Zorn nach und der Hund wurde "normal". Das ist halt alles nicht so einfach, wie man das liest....
Ich kenne die Rottis als sehr körperbetonte Hunde, so kleine "Prolls" - ich habe in der ganzen Zeit nicht einen einzigen zarten und sensiblen Rotti kennengelernt. Die sind zwar sensibel im Erkennen der Lage, aber die können ganz schön rangehen und man muss sie mit großer Sicherheit führen, ich habe die immer als sehr ernsthafte Hunde empfunden. Unsicherheit ist bei solchen Charakteren nicht gut - von daher würde ich an deiner Stelle versuchen, noch mehr Erfahrungen mit Rottis zu machen. Das sind traumhafte Hunde, wenn sie ordentlich geführt werden. Und bei 40 - 50 kg Hund muss man genau wissen was man tut, sonst kann es schwierig werden.