Beiträge von Patti

    Nochmal - ich habe nirgendwo behauptet, der Mensch wäre das primäre Ziel von Wölfen. Ich weiss nicht, wieso du mir das unterstellst.

    Mir geht es um die Tiere - die Nutztiere.

    Meine Pferde bleiben nachts im Sommer nicht mehr auf der Weide. Kenne hier kaum noch Pferdebesitzer, die ihre Pferde nachts draussen lassen. Für mich bedeutet das ein ganzer Batzen mehr finanzieller Aufwand und deutlich mehr Arbeit.

    Freunde von mir haben einen tollen Offenstall gebaut. Vor 4 Jahren nochmal gut 30.000€ in Modernisierungsmassnahmen reingesteckt (Matschfreier Boden).

    Dann verbreiteten sich hier die Wölfe, inzwischen sind es 5 Rudel. Damals hiess es noch: Wölfe springen nicht, das wäre völlig untypisch. Ordentlicher Zaun reicht, ausserdem gehen Wölfe nicht an Pferde.

    Ja - dumm gelaufen! Inzwischen springen Wölfe (ach!). Und den Zaun rundum können dürfen sie nicht verstärken. Und nun kommst du!

    Erstaunlich ist doch folgendes:

    Alle Einschätzungen der Pro-Wolf-Fraktion haben sich doch als falsch erwiesen:

    Der Wolf ist total scheu und meidet Menschen und menschliche Siedlungen - falsch.

    Der Wolf springt nicht. 90 cm Zaun reichen. Ups, er springt ja doch, aber so hoch bestimmt nicht - Flatterband oben drüber, das reicht.

    Oh, hilft ja doch nicht. Inzwischen sind wir bei 1,20 cm.

    Rinder und Pferde sind ausser Gefahr, ist zu groß und zu wehrig für den Wolf (das wissen die Wölfe in Nordamerika wohl noch nicht, die jagen Elche) - inzwischen ist klar: auch die hiesigen Wölfe schnappen sich Pferde und Rinder.

    Das sind alles Punkte, die die Wolfskritiker von Anfang an vorhergesagt haben (auch wunderbar hier im Thread nachzulesen).

    Und interessanter Weise, sind das alles Leute, die es tatsächlich betrifft! Da fragt man sich doch, wer die Situation realistischer einschätzt!

    Und trotzdem sagt hier keiner “Wölfe weg“.

    Nur: ein Miteinander wird nicht mit den angestrebten 4.000 Wölfen funktionieren, weil sie dann viel zu dicht am Menschen sind und dann eben gar keine Scheu mehr vor Menschen haben werden.

    Das Miteinander wird nur dann funktionieren, wenn ein gesunder Abstand herrscht.

    Und jetzt erzähle mir nix von irrationaler Panik. Die habe ich nicht.

    Ich denke vielleicht nur ein paar Jahre weiter als du und bin unmittelbar betroffen.

    Du kannst den Hund anleinen und bei dir halten

    Wenn das nichts ist hast du eine seltsame Definition von "nichts".

    Ja klar. Das hilft dann sicherlich. Logisch. Nochmal: ich bin jeden Abend mit meinem inzwischen leider verstorbenen Hund an einer Wiese (rechts und links bewohnt!) langgegangen, auf der ein Reh von einem Wolf getötet/gefressen wurde. Wölfe und deren Spuren sehen wir hier regelmässig quasi vor der Haustüre. Hast du eine Vorstellung, wie das ist? Dass du jeden Abend erstmal die Wiese ausleuchtest, in der Hoffnung mehrere Augenpaare an einer Stelle zu sehen? Und wie erleichtert du bist, wenn die da sind? Und mit wieviel Muffensausen man da lang geht, wenn eben diese Augen NICHT da sind und man es im Gebüsch knacken hört? Und dabei habe ich NICHT um mich Sorge gehabt, sondern um meinen alten Hund! Und du glaubst im Ernst, einen Wolf interessiert das, ob ein Hund angeleint ist oder nicht...

    Ich fasse also zusammen: es ist quasi normal, dass Wölfe sich in bewohntem Gebiet aufhalten und durch die Straßen traben. Es ist quasi normal, dass ich meinen Hund nur noch angeleint laufen lassen kann, weil ich ja im Wolfsgebiet wohne - sprich: sobald ich aus der Haustüre trete, bin ich im Wolfsgebiet. Und das ist ganz normal. dass Pferdehalter, Schafhalter, Rinderhalter ihre Tiere nur hinter Hochsicherheitszäunen laufen lassen können, die man leider im Naturschutz/-Landschaftsschutzgebiet nicht genehmigt bekommt. Also sperren wir Pferde, Rinder Schafe halt nachts ein. Was solls? IN den letzten 30 Jahren wurden zwar große Anstrengungen unternommen, gerade den Nutztieren ein artgerechteres Leben zu ermöglichen (und da gehört Weidehaltung nunmal zu), aber nun kommen ein paar Wölfe. Da müssen die tausenden von Pferden, Rinder und Schafe halt weichen. Weil die paar Wölfe sind wichtiger.

    Großartig.

    Und ihr glaubt wirklich, das geht weiter so?

    :lachtot::lachtot:

    Kurti ist so das Beispiel schlechthin für einen angefütterten Wolf. Keine Ahnung, was du damit aussagen willst, wirklich ein ganz schlechtes Beispiel.

    Nein, Kurti ist sogar ein hervorragendes Beispiel.

    Weil: Kurti kann jederzeit wieder passieren. Hast du eine Ahnung, was für Idioten draussen so rumlaufen? Kannst du ernsthaft ausschließen, dass weitere Wölfe solche Erfahrung machen?

    Wölfe finden immer was zu fressen in menschlicher Umgebung.

    Und ja, klar ist das Mist und der Wolf kann da nix für.

    Ändert aber nix an der Tatsache, dass es keine gute Idee ist, hier auf "och, der tut nix" zu setzen.

    Vor allem: Wenn Wölfe so dickfellig werden, wird das nix mit dem Miteinander zwischen Wolf und Mensch - im Leben nicht!

    Ich stelle mir jetzt mal vor: ein Wolfsrudel siedelt sich in Hannover in der Eilenriede an - ja holla die Waldfee.

    Dann wirds vorbei sein mit der Wolfsromantik - da gebe ich dir Brief und Siegel drauf.

    Von daher ist die Forderung nach wirklich aktivem Wolfsmanagement auch eine, die im Grunde der dauerhaften Akzeptanz des Wolfes dient.

    Die unbegrenzte Vermehrung wird es jedenfalls nicht leisten.

    Die Wildschweine in der Stadt - und deren Bejagung:

    "
    Gejagt werden dürfen Wildschweine in Berlin das ganze Jahr über. Das ist auch aus Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest notwendig, versichert Derk Ehlert. Nicht geschossen werden allerdings Bachen mit sehr kleinen Frischlingen.

    In der Stadt darf aber nicht jeder Jäger einfach sein Gewehr zücken, wenn er irgendwo Wild entdeckt. In den Wäldern sind die Förster oder Begehungsscheininhaber, also Menschen mit einer Jagderlaubnis für einen bestimmten Bereich, zuständig. Im besiedelten Gebiet sind es die Stadtjäger. In Berlin gibt es davon 20. Sie brauchen eine besondere Befähigung, denn sie müssen ja nicht nur jagen können, „sondern vor allem auch mit Menschen umgehen können“, erklärt Ehlert. Ein Stadtjäger müsse beruhigen und den Menschen ja auch erklären, was er da mit seiner Waffe vorhat. Manche Passanten haben Angst, andere wollen nicht, dass das Wildtier erschossen wird, das Schwein selbst wird wegen des Aufruhrs immer unruhiger. Da brauche es Besonnenheit."

    Quelle (auf die Schnelle): https://www.morgenpost.de/berlin/article…adt-kommen.html

    Ja, jetzt mal ganz im Ernst: Ich mein, gerade so als Hundehalter kennt man doch bestimmte Dinge? Man kennt es, abend nochmal kurz zur letzten Gassirunde rauszugehen. Egal obs regnet oder schneit.

    Man kennt auch das mulmige Gefühl, wenn du mit deinem Hund wo lang gehst, und es kommt dir ein fremder Hund, eventuell ne Ecke größer als der eigene, entgegen - und nirgendwo ein Mensch, der zu dem Hund gehört.

    Wie wenig Empathie gehört dazu, sich vorzustellen, wie ein Hundehalter sich wohl fühlt, wenn er eben die letzte abendliche Gassirunde mit dem Wauz macht, und weiß (!), dass Wölfe in der direkten Nähe sind. Und als Hundehalter kannste nix machen! Im Zweifel darfst du dem Wolf noch nicht mal nen Knüppel überbraten.

    Natürlich ist Yellowstone nicht Deutschland, es ist aber ein Beispiel, wie Wölfe sich verhalten. Und die sind in aller Regel für Menschen ungefährlich.

    Dass sich Wölfe, abhängig von den äußeren Faktoren unterschiedlich verhalten, kommt dir irgendwie nicht in den Sinn?

    Hier mal ein interessantes Verhalten eines Wolfes, der hier gelebt hat:

    https://de.wikipedia.org/wiki/MT6

    Komisch, ne?

    Mancherorts gibt es kaum Jungbäume, weil diese durch Rehe abgefressen wurden.

    Ja dann frage ich mich doch, warum die Wölfe nicht einfach bei den Rehen im Wald bleiben - und statt dessen durch die Ortschaften traben. Nebenbei gesagt: auch durch Ortschaften, in denen keine Schafe leben. Warum nur machen die das wohl?

    Bei Nutzvieh gelten aber andere Regeln? Zum Unterhalt von Nutzvieh gehört bei Anwesenheit von Wölfen eben auch der Schutz der Herden

    Hey - dein Arbeitgeber teilt dir morgen mit: du, ab heute erwarte ich doppelten Arbeiteinsatz von dir. Kohle bleibt aber gleich. Nun überlege mal, was du da tust. Du wirst sagen: nö, dann kündige ich, dann höre ich auf.

    Genauso geht es vielen Schäfern, die einfach nicht die Möglichkeit haben, ihre Herden entsprechend zu schützen - und da geht es primär gar nicht mal nur um das Geld. Oft geht es aus rein baulichen Gründen nicht - schonmal auf anmoorigen Weiden nen Untergrabungsschutz angebracht? Oder in Norddeutschland, wo so richtig schön der Wind pfeift, den 5-6 reihigen Litzenzaun angebracht - so auf 3 Hektar? Wenn du hinten fertig bist, kannste vorne wieder anfangen!

    Von der Arbeit einer Schäferei profitiert aber die Artenvielfalt, der Landschaftsschutz. Das ist der kleine aber feine Unterschied zum Karnickelhalter, der 5 Karnickelställe hinten auf dem Hof hat - und auch zum profanen Hundehalter.


    In Nationalparks werden Wölfe nicht gejagt, trotzdem meiden sie den Menschen.

    Hatte ich schon erwähnt, daß die Timberwölfe in Yellowstone Straßen überqueren w#hrend sich Besucher des Parks dort aufhalten?

    Hmm?Ja was denn jetzt?


    Wölfe nutzen übrigens gern möglichst bequeme Wege, auch von Menschen angelegte Straßen, insofern ist das Durchqueren von Ortschaften ein völlig normales Verhalten.

    Das ist ein völlig normales Verhalten. Es ist völlig normal, dass ein Wolf durch die Wohnstrasse trabt. Logisch - was soll er auch machen, der arme Kerl?

    :applaus:

    Hast du auch nur den Hauch einer Ahnung, was das für die Menschen, die in einem solchen Ort leben, bedeutet?

    Ich mein - gerade so als Hundehalter könnte man durchaus ne Vorstellung davon haben, oder?

    Ist Empathie heutzutage eigentlich komplett ausverkauft?

    aber ich bin bemüht dieses bemerkenswerte lebewesen als teil der natur zu sehen welches durchaus eine daseins berechtigung hat.

    der mensch muß lernen damit umzugehen.

    was nicht ausschließt das auch mal ein tier geschossen werden muß wenn es die umstände erfordern.

    Es spricht hier - glaube ich - niemand dem Wolf die Daseinsberechtigung ab.

    Ich sehe es nur andersherum: der Wolf muss lernen, damit umzugehen. (Ich halte den nebenbei gesagt, für deutlich lernfähiger, als so den Durchschnittsmenschen...).

    Zu deinem letzen Satz: ja, genau.

    Aber genau DAS ist ja das Problem. Hier dürfen noch nicht mal an Räude erkrankte Wölfe geschossen werden. Mit allen Risiken und Konsequenzen, die das mitbringen kann, finde ich das - gerade im Hinblick auf das kranke Tier - unglaublich.