Beiträge von Patti

    Na, das wäre doch eigentlich die Lösung. Stellt den Wölfen ein schönes Fleischbuffet in den Wald, dann sind die satt, lassen die Schafe zufrieden und alle sind glücklich. Oder vielleicht vorn Weidezaun als Ablenkung ;)

    Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen.

    Der Witz ist ja: die HABEN das Fleischbuffett im Wald ja. Da müssen sie sich halt nur anstrengen.

    Ich denke hier wird einfach "scheu" mit "Menschennähe meiden" verwechselt.

    Ganz ehrlich: im Ergebnis ist das doch wumpe. Wichtig wäre, dass Wölfe lernen sollten, Menschennähe zu meiden.

    In Gegenden, in den Bären vorkommen, plündern diese ja durchaus Mülltonnen (können Wölfe wegen nachteiliger Anatomie leider nicht so gut, dann müßten die auch nicht an Schafe gehen).

    :???:

    Ich hoffe, ich verstehe dich jetzt falsch - LEIDER können die nicht so gut Mülltonnen plündern, dann MÜSSTEN sie auch nicht an Schafe gehen?

    Also lösen wir das Problem doch ganz einfach und füttern Wölfe. Dann gehen sie auch nicht an Schafe....

    Alles gut, ich sage ja, es kommt auch etwas auf die Besiedlungsform an. Bei uns ist da noch kein Waldrand, da sind Felder und vielleicht ein paar kleine Baumgruppen. Der Wald fängt erst deutlich weiter entfernt an.

    Das ist es ja, was ich meine. Man muss das wirklich unterschiedlich betrachten. Mit Wölfen, die sich hautpsächlich im Wald aufhalten, hätten wir ja keine Probleme.

    300 Meter vom ersten Haus im Dorf entfernt, finde ich persönlich schon deutlich zu nah. Weil - dabei bleibts ja nicht - warum auch?

    Hängt halt auch immer ein bisschen von der Besiedlungsform/-dichte ab. Hier in NDS ist es in vielen Gegenden nix ungewöhnliches, dass zwischen den Höfen 200 Meter und mehr Platz ist - und trotzdem ist es ein Ort mit der entsprechenden Infrastruktur. In anderen Gebieten sind die Orte viel dichter zusammen und da gehst du tatsächlich irgendwann "raus aus dem Ort".

    Ich hatte das Thema hier ja auch schon. Luftlinie 250 Meter von meinem Haus (das in einer Straße steht, rechts und links Häuser, wohlgemerkt) gibt es ein "Schützenhaus" in der Feldmark und nochmal knapp 100 Meter weiter ein weiteres Wohnhaus, was zu einer kleinen Gruppe von Häusern gehört, die im Abstand zueinander stehen. Am Schützenhaus habe ich Wolfsspuren entdeckt, der Besitzer des Wohnhauses 100 Meter weiter hat Wölfe regelmässig abends um sein Haus streifen sehen. Sein Hund hat dann immer Alarm geschlagen.

    Bis dato war das immer meine "Abendrunde", wenn ich mit Hund nochmal gen 23.00 Uhr ne Runde gedreht habe. Das machst du dann aber definitiv NICHT mehr....

    Also bin ich in die andere Richtung, Richtung Ortsmitte. Dort, entlang einer Straße, die auf der einen Seite von Wohnhäusern begrenzt ist und auf der anderen Straßenseite von einer Wiese, ca. 100 breit. Diese Wiese liegt an einem kleinen Fluss, der durch den Ort läuft. Auf der anderen Flusseite auch wieder Wiese (auch wieder ca. 100 Meter) und dann auch wieder Häuser. Und genau auf der Wiese, kurz vor Ortsmitte (!), also 150 Meter von der Ortsmitte (Kirche, Altenheim, Einkaufszentrum, diverse Läden etc) entfernt, hat vor 2 Jahren ein Wolf ein Reh gerissen. Was ja an sich nichts unnormales ist, aber der Wolf ist knapp 1,5 Kilometer entlang der Wiese und des Flüsschens (von Straßen und Häusern gesäumt) in den Ort rein. Und das finde ich eindeutig zu nah. Da führen halt die Anfangs genannten ca. 250 Meter, die man ja "aktzeptieren" könnte, dazu, dass das halt ganz flott deutlich weniger wird.

    So sieht es übrigens in vielen Gegenden in Niedersachsen aus

    Ich weiß, ich bin hier in BY nur im Exil. :lol:

    Aber siehst Du wirklich auch landwirtschaftliche Flächen und weitläufige Besiedlung als Kennzeichen für "menschliche Nähe"?

    Ich jetzt nicht so - ich würds nicht als merkwürdig empfinden, wenn hier die Wölfe durch mein kleines, nachts totenstilles, 50-Häuser-Dorf traben würden und schauen, wo was geht. Ich würde einen Wolf hier auf der Rodungsinsel auch nicht als einen ansehen, der zu dicht an besiedelte Gebiete kommt.

    Dass der Wolf kein scheues Waldtier ist, ok, das wissen wir mittlerweile.

    Das ist ja das Problem. Wenn es ok ist, dass so'n Wolf sich auch in etwas weitläufiger Besiedlung wohlfühlt und aufhält, wird er das auch in dichterer Besiedlung tun.

    Im Heidekreis gibt es ja ein paar kleine Orte, wo die Bewohner regelmäßig Wölfe am Hof sehen und wo die Kinder inzwischen nicht mehr einfach zum Spielen auf den Hof gelassen werden. Mit Hof ist damit kein Hinterhof gemeint, sondern die Hofstelle. Und ich erinnere auch an das Thema Bushaltestelle, war ja auch im Heidekreis.

    Das mit "ist halt so" abzutun, führt halt dazu, dass der Wolf lernt "ist ok, hier ist nett".

    Damit kultiviert man das Konfliktpotential.

    Das ist ja das, was viele überhaupt nicht verstehen. Da kommen dann Sprüche wie: "dann geht man halt nicht mehr in den Wald und lässt dem Wolf seinen Lebensraum".

    Ja, äh...die Leute gehen nicht "in den Wald", die gehen einfach nur vor die Tür und sind im Lebensraum des Wolfes.

    Wenn du dir die Gegend auf Google Maps anschaust, siehst du, dass da rundum komplett landwirtschaftlich genutzte Fläche ist. Nix Wald o.ä, alles landwirtschaftlich genutzt.

    So sieht es übrigens in vielen Gegenden in Niedersachsen aus. Besiedlung auch in Dörfern eher weitflächig.