Beiträge von Patti

    Was ich an der Stelle nicht ganz verstehe: Es gibt ja mittlerweile doch immer mehr Konsumenten, die bei ihrem Fleisch Wert darauf legen, dass es aus artgerechter Haltung stammt. Und da gehört Weidehaltung einfach mit dazu. Und bei uns vor der Haustür: Das Biosphärenreservat Rhön wäre ohne Weidewirtschaft nicht entstanden und würde nicht bestehen bleiben.

    Was macht es dann trotzdem so schwer, da eine vernünftige und auf breiterer Basis stehende Interessenvertretung auf die Beine zu stellen? Warum müssen es Einzelkämpfer sein?

    Ich stelle mir das unheimlich kräftezehrend vor.

    Das Problem ist: es ist heutzutage out in Zusammenhängen zu denken. Also, mache ich A, passiert B, dann folgt C und C führt zu D. Das ist einfach zuviel verlangt.

    Denken bis zur nächsten Tischkante und damit ist der Horizont erreicht.

    Das Biofleisch soll am Besten vom Baum gepflückt werden und irgendwie, auf wundersame Weise, in der Kühltheke landen.

    Der Unterschied ist nur: Früher kriegten die Bekloppten immerhin noch Ärger, heute kriegen sie Recht und Kohle, wenn ihnen beim Ausleben ihrer Dummheit was passiert - und das würde ich mir als Schäfer eben nicht antun wollen.

    Dann bleibt nur aufgeben. Denn der Wolf ist derart streng geschützt, dass man warten kann, bis man so einen Bart hat, bis in Richtung "Abschuss" mal irgendwann was passiert.

    Das ist für mich keine Option.

    Deshalb mache ich das, was ich für das Sinnvollste halte - durchaus in dem Wissen, dass das Pionierarbeit in einem Land ist, dessen Gesetze und Verordnungen und Bevölkerung nicht zu dem passen, was man braucht, wenn man die Sache mit dem Natur- und Artenschutz ernst meint.

    Das Kuh-Urteil hat schon einiges ins Rollen gebracht - da gibt es ja reichlich Parallelen zum Thema Herdenschutzhund. Das ist nur alles nichts, was innert einiger Jahre geändert wird. Deshalb muss es Tierhalter geben, die in den sauren Apfel beissen und Herdenschutz mit Hunden unter Bedingungen betreiben, die das eigentlich nahezu unmöglich machen. Aber nur so kann man den Grundstein für weitere Entwicklungen legen. Ansonsten bleibt nur aufgeben.

    Ich finde es toll, dass du diese Einstellung hast.

    Die hat aber nicht jeder - KANN auch nicht jeder haben. Das soll jetzt der "Wertung" vorgreifen - so von wegen: wer das nicht macht, ist halt kein guter Tierhalter". Wenn ich davon leben muss und die äusseren Bedingungen so unmöglich werden, dass ich das nicht mehr leisten kann, dann hör ich auf. Und das werden viele Tierhalten tun. Auch viele "Hobbytierhalter" - weil das gerade für ein Hobby einfach für viele Besitzer nicht mehr leistbar ist.

    So, ich hab den Link gefunden, wo ich das gelesen hatte - ist von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Also da dürfen HSH tatsächlich wohl nur hinterm Zaun gehalten werden:

    "Die Herdenschutzhunde dürfen nur innerhalb einer geeigneten Einzäunung eingesetzt werden und die Weiden sind durch eine entsprechende Beschilderung zu kennzeichnen. Grundsätzlich müssen sowohl der Halter als auch andere Personen, die mit den Herdenschutzhunden umgehen, eine Schulung absolvieren."

    Quelle: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft…erdenschutz.htm

    Dazu kommt ja eh noch, dass HSH an wandernden Herden eigentlich in D eh verboten sind, wenn ich das richtig im Kopf habe, oder?

    Die Schnuckenherden hier machen so 10-12 Kilometer am Tag, die sind also den ganzen Tag von A nach B unterwegs und da kann man ja zum Hüten eh keinen Zaun bauen. Und dann ist das mit den HSH derzeit nicht möglich.