HSH auf Pferdeweiden in Pensionsbetrieben halte ich für völlig utopisch und unrealistisch.
Mein Pferd steht auf einer Anlage, wo insgesamt 35 Pferde stehen. Mit den entsprechenden Besitzern. Plus deren Kinder. Plus deren Hunde.
Also wir hatten ja auch die Kombination Hunde (damals wg. Einbrüchen sowie Ripper & CO) und Pensionsbetrieb.
Nach meiner Erfahrung, auch mit anderen Pensionsställen, in denen der Pensionsstallbetreiber Hunde hielt (das war bei uns im Kreis überhaupt nicht ungewöhnlich), gewöhnen sich die Hunde nahezu alle an den Betrieb innerhalb der Öffnungszeiten. Nur wenige mussten dafür gesichert werden (eher die Ausnahme).
"Plus deren Hunde" ist der eine Punkt auf der Liste, der dann nicht so einfach umzusetzen wäre, man sich als Einsteller ziemlich sicher einschränken müsste. Ein weiterer wäre ausserhalb der Betreibszeiten noch schnell zum Pferd hetzen; hier würde man sich vorher besser anmelden (kann nicht schaden, kommt eh nicht gut). Denke, beides ist eine Frage der Organisation.
Davon abgesehen, die Hunde müssten nicht zwangsläufig in die Pferdeherden integriert werden, zumindest nicht in Pensionsställen (sind ja keine Zuchtweiden, auf denen die Pferde zu einem grossen Anteil sich selbst überlassen sind). Noch, und ich denke das wird so bleiben, meidet der Wolf all zu viel Betrieb. D.h., man könnte die Hunde während dieser Zeiten sichern.
Das Konzept selbst ist ganz sicher nicht mit dem üblichen Herdenschutz mit Hunden zu vergleichen, oder wie McChris das betreibt. Möglich bzw. wahrscheinlich wäre, dass sich bestimmte Rassen besser eignen, als andere, vermuten würde ich etwas zwischen HSH- und Hofhund-Konzept (aber das käme auch schwer auf die Voraussetzungen des jeweiligen Betriebes an).
So ganz ohne Wolfserfahrung (gabs damals nicht), würde ich vermutlich eher Richtung Kuvasz gucken, vll. aber auch Altdeutsche Schläge, also zumindest in solch eine Richtung. Gelesen hatte ich auch einen Pferdebetrieb mit Sarplaninac und Kaukasen
(diesbezüglich würde ich mich persönlich noch mal schlau machen, also tiefer einsteigen und mir auch den Hof in Hennef anschauen).
Man wird Abstriche machen müssen. McChris setzt mit ihren Kangalen auf den grösstmöglichen Schutz bei optimaler Herdenintegration. Bei einem Pensionsstall mit viel Publikumsverkehr werden die Prioritäten anders gesetzt (werden müssen). Dennoch würde ich davon ausgehen, dass ein Pferdehof mit Hunden stets besser geschützt ist, als ohne Hunde. (Es gibt ein Video in youtube, dort geht ein "läppischer Hofhund" in Clinch, ein Zwerg gegen den Wolf. Bis zum Ende glaubt man nicht, dass der Hund das lebend übersteht, tut er aber; wenn ich es wiederfinde, reiche ich das nach).
Die meisten Pensionsställe sind so etwas wie Bauernhöfe, die Betreiber wohnen selbst auf diesen Höfen, direkt daneben und manche haben auch nachts Personal im Stall (kleine Einliegerwohnungen). D.h., durch Hunde alarmierte Menschen sind schneller präsent, als auf ein Viehweide in der Pampa; das ist ein Vorteil. Und die Pferde selbst sind keine einfache Beute.
Wenn ich vll. das "weichere" bei Schlägen der HSHs (damit sie gut mit dem Betrieb klar kommen) in Kombination damit sehe, dass Pferde auch nocheinfacher an die Präsenz von Hunden zu gewöhnen sind (und keine Dauerpräsenz dafür benötigen) als bspw. Rinder, denke ich, dass auch hier ein vermehrter Schutz über den Einsatz von Hunden erreicht werden kann.
Das ist vll. nicht so perfekt und nicht identisch mit dem, was man ansonsten darunter versteht, aber machbar. Würde es zumindest versuchen und sei es nur als Alarmanlage, die ein Höllengetöse macht.