fliegevogel
Da bin ich....
Jetzt aber mal zum tatsächlichen Hund:
Ich bin auf der Suche nach einer Rasse, die sich für mich als kompletten Anfänger ohne Vorwissen, notfalls mit Hilfe von entsprechender Literatur, handhaben lässt.
Passt nicht zu einem SWH.
Wenn ich unterwegs bin kann ich die Betreuung wahrscheinlich an Familienmitglieder abtreten, das Tier müsste also nicht in kompletter Einsamkeit verkommen
Betreuung eines SWH durch Fremde wird schwierig. Auch da könnte die Einrichtung leiden. Auch da muss derjenige damit leben, dass der Hund massiven Stress hat. Manchmal ist es von Vorteil, wenn die Betreuungsperson ebenfalls einen Hund (gegengeschlechtlich) hat, den der Hund schon kennt.
Die Alleinebleibenproblematik kann massiv sein: Nix mit Kino. Nix mit Shoppen, nix mal zum Arzt. Und das über sehr viele Jahre. Die Hunde haben dabei Stress - massiven Stress. Und da die romantische Verklärung "ein Mann Hund, bindet sich deshalb so stark an den Besitzer, dass er nicht alleine bleiben kann", halte ich persönlich für ein absolut unfaires Verhalten diesen Hunden gegenüber. Weil diese Romantisierung sehr schön verschweigt, was es eigentlich ist: eine extreme Abhängigkeit, die wenn nicht gestillt, in Stress übergeht.
Und dann geht durchaus mal die Einrichtung über den Jordan, sprich deine Türen und Zargen sind nicht mehr ganz so hübsch. Die Couch auch nicht.
Mit Pech, nimmt er dir dann dein Auto auseinander und dafür reichen 3 Minuten und kosten ein paar 1000 Euro.
Ja, die roten Spuren sind Blut, weil sie sich dabei verletzt hat.
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Zuersteinmal möchte ich eine möglichst robuste und gesunde Rasse, mit möglichst wenigen angeborenen Krankheiten, Unverträglichkeiten
Hust...äh. sooooo gesund, wie es immer heißt, sind sie nicht. Sie sind nen bissl verbaut, neigen durchaus zu Allergien und und und.... die Probleme in der Anatomie sehen halt nur wenige, weil "Hachz sooooo hübsch".
Gleichzeitig möchte ich aber auch nicht unbedingt permanent gegen einen stark ausgeprägten, womöglich schwer kontrollierbaren Jagtinstinkt ankämpfen müssen
Joaaaa. Der Jagdtrieb wird vorhanden sein.
und der Hund in dem Zustand hat mir gezeigt, was ich nie von einem Hund erleben möchte
Das ist leider etwas, womit du bei jedem Hund- egal welcher Rasse, egal ob Züchter, Tierschutz, rechnen musst. Hunde können so erkranken. Hunde werden alt. Und wie ein Hund altert, lässt sich ganz schlecht vorhersagen. Die SWH Hündin hier, ist leider genau so gealtert. Krank geworden, gealtert. Das letzte Jahr war sehr pflegeintensiv.
Hier sind die Hunde (die so gar nicht zu deinen optischen Prämissen passen) - zT im hohen Alter noch krass fit und agil. Aber auch da wird es - wie bei jedem Hund - irgendwann auf die Seniorenzeit hinauslaufen, wo einfach nimmer so viel geht, wo die Bedürfnisse anders sind.
Wenn du das also von vornherein ausschließen willst - überlege dir das wirklich, wirklich gut. Jedes Lebewesen kann erkranken. Aber jedes Lebewesen wird alt. Und wie dann das Alt sein aussieht, ob wir da von 1- 3Jahren intensiveren Betreuung reden - das ist nicht vorhersehbar.
Das ist ehrlich gesagt, die Grundvoraussetzung für das Halten eines Hundes.
Gleiche Augenhöhe wird bei einem Tier mit völlig anderen Interessen etwas schwierig: Jagen, draußen allen möglichen Mist fressen, dir deine Bude auseinander nehmen, andere Hunde vermöbeln, sich in Aas wälzen, kein Bock beim TA still zu halten, sich von fremden Menschen nicht anfassen lassen wollen, dafür sorgen, dass du dich nicht mehr mit fremden Leuten unterhalten kannst, Konflikte nicht nur nett lösen.....
Ich weiß, dass mit diesen Werbesprüchen(anders kann ich es nicht bezeichnen), Emotionen geweckt werden, die in meinen Augen völlig fehl am Platz sind.
Ein Lebewesen ist ein Lebewesen und Hunde haben Bedürfnisse, die manchmal einfach so gar nicht Umweltkompatibel sind.
Also in meinem Fall eher etwas für professionelle Hundetrainer, oder kann man damit auch zum Beispiel über entsprechende Literatur, klarkommen?
Hunde, die nicht für Anfänger geeignet sind, bringen in der Regel Eigenschaften mit, die im Alltag deutlich mehr Wissen, Erfahrung, Erziehung und Management erfordern. Das geht z.B. über Jagdverhalten, bis hin das Besuch nicht im Haus geduldet wird, dass anderen Lebewesen das Recht zu atmen abgesprochen wird, Eigenständigkeit - die manchmal sehr, sehr, sehr konträr zu Erziehung steht....
Bei den meisten Exoten kannst nicht davon ausgehen, dass die mit 2-3Jahren fertig erzogen sind, überall mit hinkönnen, überall frei laufen können, verlässliche Partner im Alltag sind.... Also ja eigentlich das, was du dir so für dein Leben wünscht.