Beiträge von Die Swiffer

    Ein Hund, der nebenher laufen soll, ist nicht zwangsläufig unausgelastet bzw. wird den ganzen Tag ignoriert.

    Wenn ich sage, der Hund soll nebenher laufen, dann meine ich damit, dass sich nicht 24 Stunden meines Tages um den Hund und seine Auslastung drehen sollen. Ich bin auch nur ein Mensch, ich muss auch noch arbeiten, einen Haushalt führen, mal ins Kino gehen, Zeit nur für mich haben und ach so und meinen Mann - den gibt es ja auch noch. ;)

    Ich kenn Hunde, die in einem Haushalt mit zwei Kindern leben, da ist immer was los, es wird viel getobt, viel gespielt, es kommt viel Besuch, Hund kommt mit, die Kinder von Schule oder Kindergarten abholen, dann geht man noch tagsüber raus, lässt ein paar Kekse im Gras suchen oder was auch immer - und diese Hunde sind vollkommen glücklich und zufrieden. Aber laufen halt so nebenher.. :smile:

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    Mops? :lol:

    Zu klein! :sad2: Auch wenn mein Mann einen Quotenmini will, so kleine Hunde sind nicht meins.. Ich hab mit Mara schon Probleme, dass ich nicht ständig über die drüber falle.. Die Großen krieg ich gegen das Knie, über die Kleine fall ich drüber.. :ops:

    Das mein ich aber: wo lande ich, wenn ich nen mittelgroßen/großen Hund will, der jetzt nicht auf dem Platz arbeiten muss und der mich nicht 24 Stunden lang hinterfragt - wo komm ich da raus, welche Rassen?

    Nono war ein Notfall, Giardien bis zum Gehtnichtmehr,hibbelig, Pavianpopo, übel zusammen gebissen, Häufchen Elend. Da war nicht viel mit drüber nachdenken, wie er ist... Einpacken und gesund pflegen, das war die Devise. Deshalb haben wir in nur kurz mit den bei uns vorhandenen Hunden in den Auslauf gesteckt, um zu gucken, ob die sich halbwegs vertragen und dann ging es ab nach Hause.

    Er war ja erst mal nur zu Pflege. Geblieben ist er, weil mein Mann so an ihm hängt und ich ihn trotz seiner Macken mag. Nono zeigte sich in den ersten Monaten stur, unkooperativ, hibbelig, Stresskeks, beratungsresistent. Erst nach und nach kam raus, dass er Beuteagressionen hat, dass er zupackt, wenn ihm was nicht passt, dass er nicht vorwarnt etc. Sowas wusste ich zum Beispiel nicht und die Mitarbeiter im TH auch net. :muede: Dazu hätte man ihn vorher mal genauer testen müssen.

    Wie hat er sich verändert: in den letzten Wochen ist er deutlich kooperativer geworden, lernwilliger, offener. Von sich aus - nun kommt er an und möchte arbeiten, möchte lernen.. Vorher wäre das undenkbar gewesen. Seit Ende Juli 2011 ist er bei uns und erst jetzt zeigt er, was ihn ihm steckt. Und damit meine ich nicht Sitz, Platz, Fuß, Rückruf.. Das hab ich ihm natürlich beigebracht. Aber es ist jetzt seine Art und die Weise, wie er die "Erziehung" quasi lebt.

    Mäusezahn kommt von Ina, die Oma hat halt nur noch ein paar Mäusezähnchen.. =)

    Ich meinte jetzt mit einer Stunde draußen nicht die eine Stunde um den Block, wenn er schon bei mir ist, sondern wenn ich einen Hund aus dem TH Gassi führe. Viele THs beschränken da nämlich die Zeit, die man mit einem Hund unterwegs sein darf. Und du willst mir jetzt nicht allen Ernstes sagen, dass ich mit der Stunde draußen Erziehung meinte, oder?

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    wie der Hund nach nem halben Jahr ist, DAS liegt dann an DIR und deiner Erziehung

    Ach, sach an... Guck ich mir Nono an, der ist nun aber seit einigen Wochen fast das Gegenteil von dem, wie er im TH war. Und das hat NIX mit der Erziehung zu tun, sondern er packt nun SEINEN Charakter und sein Wesen erst aus.

    Die wenigsten Hunde im TH zeigen aber hinter Gittern ihr wahres Naturell. Da bedarf es schon ein wenig mehr. :smile:


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    P.S.
    Es gibt viele Hundeschulen, die KOSTENLOS!!! bei der Auswahl von geeigneten Hunden helfen. So ein Angebot würde ich nutzen!!!

    Auch das ist mir nicht neu, würde ich aber nicht nutzen, weil ich Hunde selbst ziemlich gut einschätzen kann, mich da lieber auf mich und mein Bauchgefühl verlasse und ich glaube, dass die Leute von der HS mich falsch einschätzen. Zumindest hat mich noch nie einer richtig eingeschätzt.. ;)

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    Beim Tierschutzhund, den man sich vorher anschauen kann, wo man weiss wie agil und arbeitswütig er is.


    Hm, kann ich das wirklich sagen, wenn ich mit dem Hund eine Woche lang jeden Tag 1 Stunde draußen gegangen bin? Oder nach einem kurzen gegenseitigen Kennenlernen im Auslauf? Kann ich wirklich einschätzen, wie der Hund nach ca. einem halben Jahr sein wird, wenn er bei mir angekommen ist?

    Würde ich nicht unbedingt so sehen...

    Ich muss gestehen, dass ich die Frage, welche "einfache" Rasse man empfehlen kann, die nicht zu klein, süß, puschelig gehört, durchaus interessiert.

    Ein leichtführiger Familienhund, der nicht großartig ausgelastet werden muss und leicht zu erziehen ist. Ja, ja, jeder Hund ist erziehbar, aber bei den einen hat man es halt leichter, bei den anderen ist es halt etwas zäh.

    Ja, wo komm ich denn dann raus? Wirklich nur bei den Molossern? :???:

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    auffällig finde ich, wieviele hunde auffällig sind, obwohl sie mit vorinformationen ausgesucht wurden. häufig stelle ich fest, dass die halter sich zuviel druck machen, was ein hund wann können muss...oder weil sie buch über buch lesen und foren durchstöbern und völlig vergessen, dass jeder hund ein individuum ist.
    und nicht zuletzt stelle ich öfters bei hunden aus dem tierschutz fest, dass das konkrete individuum absolut nicht zum halter und dessen vorstellung passt, und leider ziemlich oft aus einem rettungsgedanken heraus angeschafft wird...


    lg cjal

    Lass dich drücken!! DANKE!

    Nun ja, meine Erfahrungen mit dem deutschen TS sind zum Teil äußerst negativ behaftet. Von der Abgabepolitik in manchen TH mal ganz zu schweigen.

    Als ich in einem TH arbeitete, fest angestellt, kam ein Transport von Rumänen, es wurde sortiert nach "die und die bleiben hier, die gehen hier weg wie warme Semmeln. Der und der geht in den Osten, die wollen da einen anderen Typ Hund." Und dann wurden einige eben weiter gekarrt in ein TH im Osten. Für mich heißt das im Umkehrschluss, dass damals in Rumänien die Hunde rein nach dem Äußeren ausgesucht wurden, weil sie hier in D nach bestimmen Merkmalen an den verschiedenen Standorten gut zu vermitteln galten. Egal, was für eine Rasse drinsteckte, egal was für Probleme (Hunde die sich nicht anfassen ließen, Panikhunde etc.), Hauptsache, die Optik stimmt.
    Ware Hund mal anders.

    Damals, auf der Suche nach einem Zweithund, die TH abgegrast. Wir wollten einen relativ einfachen Hund, ok Hundeerfahrung vorhanden, auch mit nicht ganz leichten Kalibern. Aber so einen wollten wir nicht, wir hatten ja schon so einen. Also einen netten, freundlichen Hund.. Was wurde uns "angeboten"? Der Schäfi, der privat falsch im SD geführt wurde, scharf gemacht wurde und noch nicht unterscheiden kann, was Job ist und was nicht. Der Staff, der das Enkelkind getackert hat, aber ansonsten völlig unproblematisch ist. Der Rotti, der nicht verträglich mit Artgenossen ist, aber zu Menschen total freundlich.. Oh-Ton: "Sie kriegen das schon hin." Toll, wir wollten aber eigentlich mal einen einfachen Hund.
    Oder aber: "nee, mit Rheuma kriegen Sie keinen Hund von uns."
    Oder: "Nee, als Zweithund vermitteln wir hier keinen."


    Letztes Jahr tauchte bei meinem Arbeitgeber eine verletzte Katze im Lager auf, sämtliche kommunale TH in der Umgebung wurden angerufen. Es war klar, die Katze war verletzt, eventuelle Kosten durch OP würden zusätzlich zur Unterbringung würden entstehen. Kein Tierheim fühlte sich zuständig, verwies an das Nächste. Das Nächste sagte nur "wegen einer Fundkatze rücken wir nicht raus, wenn Sie die eingefangen haben, können Sie das Tier ja vorbeibringen..." Die Kollegen vor Ort haben wenig Erfahrung damit, eine verletzte Katze im Schockzustand einzufangen, sollen aber einfach mal machen. Letztendlich hab ich sie eingefangen, konnte bei einem kleinen, feinen privaten TH Hilfe bekommen, das weiter entfernt war und überhaupt gar nicht für diese Region zuständig war. Die Besitzer konnten irgendwann dann doch ausfindig gemacht werden, aber wer, wann, wie die Kosten für das Tier übernimmt - nööö, fühlt sich wieder keiner zuständig.

    Steuervergünstigungen für TH-Hunde würde nur etwas bringen, wenn z.B. die Abgabepolitik geändert würde. Was bringt es mir, wenn mir meine Stadt in den ersten Jahren 50 % Hundesteuer erlässt, ich aber aus keinem TH einen Hund bekomme, weil ich nur zur Miete wohne und auch noch Teilzeit berufstätig bin?

    Genauso wie die Politik mancher TH, nach dem Motto: wir haben gerade Platz, also karren wir fröhlich munter rüber, bis wir wieder belegt sind. Dass dann weder Geld noch Platz für deutsche Notfälle da ist, ist doch völlig logisch.

    Natürlich gibt es sie, die völlig einwandfrei geführten TH, die schnell und unkompliziert helfen, vermitteln, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die man auch gern unterstützt. Aber es gibt eben auch die schwarzen Schafe.. Schon mal erlebt, wenn man alte, aber völlig intakte Hundedecken spenden möchte? Halsbänder? Leinen? Futtersäcke, die man zwar angebrochen hat, die eigenen Hunde es jedoch nicht vertragen haben - und dann heißt es im TH: "nein, das können Sie hier nicht abgeben. Wir nehmen nur völlig neue und ungebrauchte Sachen."

    Vielleicht sollte man bei einigen TH einfach mal ein bisschen mehr auf die Finger gucken. Von oberster Stelle und die nicht ihr eigenes Süppchen kochen lassen.