Dein Hund ist noch recht neu bei Dir und durfte bisher noch nicht die Erfahrung machen, daß Du ihn souverän anderen Hunden gegenüber sicherst, sodaß ihm nichts passiert. Er muß erstmal Vertrauen zu Dir lernen (und das geht nur, wenn Du ruhig und souverän reagierst, sicherlich aber nicht mit Rucken oder sonstigen negativen Einwirkungen - sowas signalisiert dem Hund nur Hilflosigkeit von Dir und bestätigt ihn darin, daß er das selbst regeln muß).
Ich würde daher auf keinen Fall mit solchen Methoden arbeiten. Zumal er ja noch gar nicht weiß, was Du in solchen Situationen von ihm erwartest.
Besser ist es, in solchen Fällen dafür zu sorgen, daß ein Fehlverhalten gar nicht erst entsteht, das heißt, noch bevor Dein Hund zu pöbeln beginnt (siehst Du daran, daß er hinguckt, sich aufbaut, Nackenhaare aufstellt o.ä. Wenn nicht, ein guter Trainer erkärt´s Dir an Deinem Hund), ihm zu sagen, was er tun soll - z.B. Fußgehen (wenn er das schon kann!), oder mitkommen o.ä.
Sowas wie einen Ruck (und dann sicherlich nicht so brutal wie von Dir beschrieben!!) o.ä. würde ich allerhöchstens dann mal anbringen, wenn der Hund bereits weiß, was ich von ihm erwarte, und meint, er müßte austesten, ob das immer gilt - und echt nur in hartnäckigen Fällen (mein Terriertier testet z.B. dann und wann die Konsequenz vom Fraule und will daran erinnert werden, daß es mich auch noch gibt *gg). Aber strafen kannst Du doch sinnvollerweise nur dann, wenn der Hund weiß, wie er´s richtig machen sollte. Deiner weiß noch nicht, was er tun soll, und er weiß auch noch nicht, daß er das Gepöbel lassen soll. Die negative Einwirkung erfolgt also für ihn vollkommen unverständlich aus dem Nichts heraus und vermittelt ihm, daß Du "unberechenbar" bist. Nicht wirklich die ultimative Lösung zum Vertrauensaufbau....
Und das ist jetzt Deine Aufgabe: ihm zu zeigen, was er tun soll. Erst dann macht es Sinn, ein evtl. Gepöbel abzubrechen mit einem NEIN o.ä. (nicht zu bestrafen). Z.B. mit einem "Nein - komm mit", und sofortiger Bestätigung, wenn der Hund sich Dir zuwendet.
Vergleich: Kind in der Grundschule, Rechenaufgabe. Ich hab ihm noch net erzählt, was 1+1 ist - aber verteile Ohrfeigen, weil das Kind keine Wurzel ziehen kann *gg Macht wenig Sinn, oder? ;-)
Langer Rede kurzer Sinn: Ja - such Dir nen g´scheiten Trainer. Frag ihn, wie er das Training aufbauen würde, und gib den Hund nicht aus der Hand, bevor er gesagt hat, was er mit ihm dann macht, wenn er bellt. Und bewahr Dir Dein gutes Bauchgefühl, setz Deinen Willen durch - DU allein bestimmst, was mit dem Hund gemacht wird ;-)
PS: wenn ein Trainer was zeigen will, kan er das auch mit seinem Hund tun. Wenn er das nicht will, kannst Dir wohl an 3 Fingern abzählen, warum - dann würde ich die Methode auch net ausprobieren.... Ich hab das in der Welpenstunde immer gemacht, daß ich meine Hunde als "Demonstrationsobjekt" genommen habe, und nicht die Welpen der Hundebesitzer. An meinen Hund hat keiner Hand anzulegen, also mach ich das auch net. Und wenn man dann mit dem eigenen Hund was "komisches" macht, der verzeiht das eher, weil er einem vertraut, und weiß, woher es kommt, bzw. ob´s ernst gemeint ist. Aber man "versaut" keinen "Kunden"hund.