Beiträge von BieBoss

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    Hallo BieBoss,

    verrätst du mir wie lange ihr schon trailed. Ansonsten sehr netter Bericht.

    Andreas

    Klar - wir trailen seit 2010, allerdings mit Hindernissen *gg Deswegen zähle ich die Zeit eigentlich erst ab Ende 2011.

    Angefangen hatten wir in der Rettungshundestaffel Mitte 2010 (als Versuch, die Trainerin wollte mal testen, ob ihre Ausbildung auch für einen Trailer funktioniert, und Bossi und ich waren "Versuchskarnickel", das war so ausgemacht), aber waren wahrscheinlich zu schnell vorangegangen. Außerdem immer im Wald trainiert, mit nem Jagdhund, der noch nicht allzu lange bei mir war (noch nicht so gute Bindung, sehr wildspuren-interessiert etc.) --> wenig Aufmerksamkeit bei der Arbeit, eine Wildspur, und er war für den Tag "out of order", nicht mehr zum Arbeiten zu bewegen. Ergebnis: der Hund hat mich voller Überzeugung 3 km in die falsche Richtung gezerrt, ich konnte ihn auf einmal nimmer lesen etc. Nach nem halben Jahr gaben wir daher auf (Feb. 2011).

    Dann dacht ich mir, ich mache selbst was (nur als Beschäftigung, und weil´s mich fasziniert hat) und hab ein Seminar im Sept. 2011 gemacht in Regensburg (Bossi hat nicht mal mehr gewußt, was ich von ihm wollte - also tatsächlich ein kompletter Neuanfang!) und anschließend in ner privaten Trailgruppe weitergemacht. Aber ich hatte selbst noch zu wenig Ahnung, und die private Trailgruppe, in der ich war, hatte auch keinen Trainer, waren lauter ex-Flächensuch-Hunde, die mir net weiterhelfen konnten, da war ich nur 3-4 Monate.

    Dann hab ich 2012 im Jan. ne Hundeschule gefunden, die das Trailen anbot. Aber die Trainings waren nur 14tägig, und nur zum Spaß, die Trainerin war mal auf einem Seminar, hat aber, so weit ich in Erinnerung habe, nie einen Trailer selbst fertig ausgebildet oder geführt (hat aber immerhin geholfen, etwas mehr Ruhe in den irren Hund zu bringen! Hatten in der Staffel nämlich den Start mit Anreizen gemacht, das war für den Kerle zu viel, dann schießt er an der erstbesten Abzweigung vorbei, null Konzentration. Evtl. auch Grund für unser Scheitern damals? Weiß net....). Parallel daheim selbst was gemacht mit ner Nachbarstocher (13), die begeistert war, sich für uns verstecken zu dürfen.

    Mitte 2012 hab ich dann die Nürnberger K9-Truppe gefunden, bei der ich heute noch ab und an trainiere (je nach Geld *gg). War auch im Sept. nochmal auf Seminar in Regensburg.

    Und ca. Oktober 2012 bin ich auf Umwegen auf eine andere Trailerin mit viel mehr Erfahrung gestoßen, die seit ewigen Zeiten schon Leute gesucht hat für privates Training. Seitdem trainiere ich regelmäßig mit ihr zusammen, aber eigentlich auf eigene Verantwortung, will heißen, ich plane, was ich üben möchte, sie hilft bei der Umsetzung, flankt und gibt evtl. Tips, wenn ihr grobe Fehler auffallen, und umgekehrt natürlich auch. Inzwischen haben wir ein kleines Trüppchen aufgebaut hier, und sind immer mindestens 3-4 Hunde zum Training, und 3-5 Leute, sodaß wir genügend Leute zum Verstecken haben.

    Grundlage für mein Training bzw. meine Traininsplanung ist das da: http://www.gbma.de/gbma/common-sc…-milica-nichols, das hat mir viel geholfen, und die anderen Bücher, die ich inzwischen gelesen hatte (Schweda und noch irgendwas, weiß gar nimmer), sowie die Theoretischen Unterlagen, die ich in der Staffel gekriegt hatte, und meine Erfahrung aus der Hundeausbildung in der Rettungshundestaffel.

    Hab seit dem ersten Versuch viel an Bindung und Ablenkung gearbeitet, auch Ablenkung durch andere Hunde (sprich, den Hund erstmal aufnahmefähig zu machen....). Inzwischen kann er mit Hunden auf dem Trail umgehen (bzw. ich die Begegnungen managen) und ich kann meist gut lesen, ob er Wildspur oder Trail verfolgt. Haben die viele Pinkelei abgestellt (war z.T. Überforderung, aber machte er auch einfach, weil ich es eben zugelassen hatte). Verfolgen jetzt auch Trails im Wald (diese halte ich bewußt aber noch kurz bzw. trainiere im Winter viel Wald, weil im Schnee die Wildspuren auch für mich erkennbar sind *gg So kann ich korrigieren, wenn er auf Abwege gerät....).

    Haben Schwierigkeiten geübt (Anzeige eingeführt, Backtracks, Loops, Kreuzungen, bekannte Personen stehen rum auf dem Trail, sich bewegende Versteckperson, Identifikation am Trailende, Splits, Hundebegegnungen-fast ein Vierteljahr nur damit verbracht-, Trails bei Dunkelheit, mit Fremdversteckperson, bei Kälte, Pausen auf dem Trail und dann weiterarbeiten, etc.). Dies eben alles auf kürzeren Strecken, denn es macht ja keinen Sinn, nen Hund erstmal 2 km zu scheuchen, dann ne Schwierigkeit einzubauen, wenn er schon KO ist. Und er sollte direkt nach positiver Bewältigung der Schwierigkeit auch zum Erfolg (zur VP) kommen, nicht noch 500 Meter laufen müssen.

    Negative (am Start oder Trailende) können wir noch net (und auch alles Andere muß erst noch mehr gefestigt werden bzw. immer wieder geübt werden, klar), und ältere Spuren (und auch längere ab und an) werden wir jetzt mal im Sommer anfangen. Aber derzeit übe ich eben dran, den Hund noch besser lesen zu können (wie zeigt er, obs rechts oder links geht, wie zeigt er negative Abzweigungen auf dem Trail an, wann liest er nur Hundepost; Letzteres kann ich aber schon ziemlich gut unterscheiden bei ihm), daher hatte ich eben zuletzt ne Strecke markiert, und wollte die Woche eine kurze unmarkiert gehen. ;-)

    Kann also sagen, eigentlich richtig angefangen mit dem Training (auch auf eigene Verantwortung) hab ich Ende 2011/Anfang 2012 mit der Trailerei, auch wenn ich vorher schon Erfahrungen in der Staffel gesammelt hatte. Aber der Hund hatte das alles bis zum Neustart vergessen (zum Glück..... *gg)

    PS: das Lesenkönnen übe ich auch deswegen, weil mein Hund sich (wie Du bei Dir auch geschildert hast irgendwo) gerne von mir beeinflussen läßt..... und deswegen will ich sicher lesen können, ob´s da tatsächlich entlanggeht, oder wie er sich verhält, wenn er nicht ganz sicher ist, und da nur langgeht, weil er meint, ich wollte da lang. ;-)

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    .....pinkfarbener hundeanhänger? dann muss aber noch ein bisschen silberglitter ans Fahrrad ran....und ich würde dann ganz gerne fliederfarbene elfenflügel auf dem rücken tragen - nur damit das bild kompletiert wäre... :ugly:


    Ui, da komm ich glatt zu Dir und helfe beim Fahrrad-Aufstylen! Da möcht ich dann aber bitte ein Foto sehen, wie Du unterwegs bist!!! ;-) ;-) Und von den Gesichtern der Passanten dann natürlich auch..... :ugly:

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    ......
    die Idee mit den finken finde ich ganz gut. das wird ein fest: pudel mit finken. die Passanten werden sicher denken, dass ich so eine pudel-mutter bin, die im oberstübchen nicht mehr ganz beisammen ist....mann oh mann... :ugly:

    Hm - wenn Du sowas magst: wie wär´s mit Radfahren und das mit pinkfarbenem Hundeanhänger, wo der Kerle drinsitzt? *ggggg

    Zum Abbruchkommando: natürlich nur ein Kommando als Abbruch (Nein oder "Laß das" oder so, ne Freundin nimmt "leave it!", kann man nicht verwechseln und spricht sich auch schön), und ein Alternativkommando wie das "weiter" - net 5 verschiedene Kommandos für einen Verhaltensabbruch *gg kommt net gut rüber, habs grad nochmal quergelesen.... ;-)

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    ........ ja es wäre toll wenn du mir Tips geben könntest, ich möchte ja nicht das sie komplett den Jagd Trieb verliert es ist schließlich ein Hund, aber ich möchte das wenn es noch einmal passieren sollte Abbricht wenn ich es sage. ....

    Ok Du wolltest es nicht anders *gg, jetzt kriegst den ganzen Roman. Ich hatte sowas hier im Forum schonmal geschrieben, aber keine Ahnung, wo - ist schon ein paar Jahre her. Wenn ich´s gefunden hätte, hätt ich Dir einfach nen Link dahin geschickt. Jetzt aktuell hab ich in nem anderen Forum nochmal meine Erfahrungen zusammengefaßt, und daher schreib ich jetzt net alles neu, sondern kopiere es hier rein und ändere es etwas. Ist aber mein Text, also keine Rechte verletzt oder so!

    Ich spare mir heute die Absätze, sonst zieht sich der Artikel über 3 Seiten, aber die wichtigsten Punkte sind fett, dann ist´s etwas übersichtlicher.

    Bitteschön:

    Allen Tips voran: entspannt spazierengehen und dabei mit dem Handy spielen wirst Du bei einem Jagdhund/jagenden Hund nie können - schmink Dir das ab..... Wenn Du nämlich mit den falschen Vorstellungen ans Training gehst, wirst Du eine Enttäuschung nach der anderen erleben.

    Trotzdem ist es schon zu schaffen, relativ entspannt spazierengehen zu können. Aber ein bisserl vorsichtiger und mit dem Kopf mehr beim Hund als bei nichtjagenden Hunden. Und je mehr Erfolg Ihr zusammen haben werdet, desto größer wird das Vertrauen zum Hund werden (können) - aber ohne dabei leichtsinnig zu werden. Und: es kann dauern, das geht nicht von heute auf morgen, es kann Rückfälle geben. Aber aus jedem lernt man selbst....

    Also:
    - generell für impulsive Hunde keine (nur wenig) aufputschenden Spiele unterwegs (Zerren, Balli o.ä. max. als kurze Bestätigung oder für Impulskontroll-Training, d.h., nicht wild hetzen lassen, sondern nur nach Deiner Freigabe apportieren o.ä.), eher ruhige Sachen. Je aufgedrehter der Hund eh schon ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß der das Adrenalin bei nächstbester Gelegenheit durch Hetzen abzubauen versucht, die warten dann regelrecht auf ein Rascheln im Gebüsch.....
    - generell den Radius um Dich herum verringern - je näher der Hund, desto größer Deine Chance, verbal einwirken zu können, ohne daß der Hund das nicht mehr wahrnimmt und Dich ausblendet (machst ja schon über die Schlepp, max. Radius ist die Schlepp-Länge, damit Du auf die noch drauftreten kannst)
    - Hund gut beobachten und lesen lernen. Geht die Nase hoch, scannt er den Waldrand, ist er heute eher "gechillt", oder eher hibbelig, weil länger nicht ausgelastet? Danach entscheiden, wie weit er weg darf, oder ob er mit oder ohne Leine gehen darf an diesem Tag/in dieser Gegend etc. und danach richtet es sich auch, wie aufmerksam Du bist, ob Du alleine gehst mit dem hund oder Dir ne Gassirunde mit Plausch "erlauben" kannst.
    - Spazierengehen dort, wo Du weißt, daß es nicht zu gefährlich ist. Waldrand in der Dämmerung ohne Leine - geht halt erstmal net..... Feldwege: besser, wenn abgeerntet. Ansonsten evtl. gemähte Wiesen - wo man halt sieht, ob was drauf "rumsteht". (viel begangene Hundewege oder Parks sind toll - da hält sich auch kaum Wild auf!)
    - Rückruftraining wie blöd, bis Du´s nimmer hören kannst *gg Erst daheim im Garten, dann unterwegs ohne, mit wenig, mit etwas mehr Ablenkung etc. Ziel: Rückruf aus dem Spiel/Rennen und schließlich Hetzen. (ok, Letzteres ist ECHT schwer.... *gg und die "hohe Schule" - das klappt net von heut auf morgen; und bei uns bisher gar nicht, da bin ich ehrlich. Dann muß ich halt schneller reagieren und das Hetzen verhindern. Aber Rückruf von der Spur klappt inzwischen problemlos! *stolzbin....)
    - finde heraus, was für Deinen Hund DIE ultimative Bestätigung ist. Ein Stückchen rennen? Streicheln vom Fraule? Nach ner Maus buddeln dürfen? Ein Stück rennen mit Dir? Körperliche Bewegung ist z.B. DIE Möglichkeit überhaupt, angesammelte Spannung (Adrenalin nach Wildsicht) wieder loszuwerden, und den Hund runterzukriegen. Jeder gelungene Abruf oder auch Abbruch wird bestätigt - Abruf mit Super-Bestätigung, Abbruch bei uns nur mit verbalem Lob (Superleckerli gäb´s da nur, wenn er´s gar net erst versucht hätte): "Sooo ist fein weiter!" oder sowas halt.
    - Adrenalin verbleibt recht lange im Körper - heute Wildsicht, dann einige Tage besonders aufpassen, da sind sie extrem aufmerksam unterwegs und "anfällig" dafür, beim kleinsten Geräusch im Gebüsch zu verschwinden.
    - eine Auslastung suchen - die würde ich beim einem jagenden Hund immer im Nasenbereich ansiedeln - Fährtensuche, Mantrailing, Zielobjektsuche, Geruchsunterscheidungs-Spielchen (Letzteres geht auch daheim bei "Bäh-Wetter".) u.v.m. Das regelmäßig lastet mehr aus als ne Stunde Spaziergang. Nachdenken bei solchen Aufgaben macht müde. Und wenns nur Leckerli suchen ist, die Du vorher auf ner Wiese verstreust, oder daheim in der Wohnung versteckst (unterm Teppich, hinter der Türe, in nem Körbchen im Flur am Boden etc.etc.)
    - Das Buch von Pia Gröning, Anti-Jagd-Training, ist klasse! Hab ich viele Tips von umgesetzt oder in angepaßter Form ausprobiert. Ist nicht teuer, schön lesbar. Und verspricht nichts, was es nicht halten kann.
    - Zum Jagen: auch Vögel jagen ist jagen und fördert das Aufgedrehtsein und führt zu Adrenalinausschüttung.
    - Ich nehme immer unterwegs in gefährlichen Gebieten ein Spieli und Leckerli mit - erhöht die Bereitschaft, zurückzukommen. Aber ne Runde rennen als Belohnung (z.B.) brauchst nichtmal einzupacken, die hast immer bereit.
    - Mach zwischendurch immer wieder mal was Spannendes unterwegs mit dem Hund: er wird sich dann besser an Dir orientieren, weil es könnte ja was bei Dir passieren. Buddel mit ihm nach ner Maus, spiel mit ihr, laß ihn was apportieren etc. Finde also auch heraus, was er gerne macht unterwegs. Und wenns Knuddeln ist, wird halt ab und an geknuddelt. Oder gib ihm ne Aufgabe unterwegs (Schlüssel suchen lassen o.ä.), die ihn beschäftigt: solang er den Schlüssel im Kopf hat, hat er kein Wild im Kopf... Natürlich nicht permanent bespielen, aber schon so, daß der Hund merkt, bei Dir ist immer mal wieder ne Kleinigkeit angesagt, ne kurze Spaßrunde, sodaß er gern bei Dir bleibt und gerne zurückkommt.
    - besorg Dir ne Pfeife, und konditionier den Rückruf mittels Pfeife. Ich hab ne richtig laute Schiedsrichterpfeife - wenn die in Aktion tritt, reißt´s den Großen regelrecht, und er kehrt zu mir um im Schweinsgalopp. Die Pfeife ist lauter, schriller, in ihrem Ton schwingt kein Ärger mit wie evtl. in der Stimme beim 3. Rufen, nachdem man 2x umsonst gerufen hat. Bei uns funktioniert der Abruf mit Pfeife auf weitaus größere Entfernung als der verbale Abruf.
    - wenn Du mit ihm arbeitest, laß ihn erst ne Runde toben und rennen. Erste Energie weg, dann ist der Kopf frei, um sich zu konzentrieren auf Dich und Deine Kommandos.
    - Daheim: viel Spielen/knuddeln/Körperkontakt für die Bindung. Je besser die Bindung, desto eher wird der Rückruf befolgt, desto weniger weit geht der Hund, desto mehr achtet er unterwegs auf Dich (wie bei den Spielen unterwegs!) - solange er darauf achtet, wo Du bist, sieht er das Reh da vorne am Waldrand erst später; das gibt Dir die Chance, einzugreifen, ihn unauffällig zurückzurufen, abzulenken oder anzuleinen.
    - erstmal vorwiegend alleine spazierengehen, bis das alles zufriedenstellend klappt. Wenn ich mit ner Gruppe spazierengehe, passe ich oft nicht auf den Hund auf, und schwupps, isser irgendwo im Gebüsch. Und wenn er erstmal am Rennen ist, weil er nen Hasen hochgemacht hat, ist es (bei meinem) aus. Dann kannst nur noch Kaffee kochen, und warten, bis er wiederkommt...
    - Immer Augen auf, damit Du Wild o.ä. schneller siehst als er. Wenn der Boden z.B. extrem frisch durchgewühlt aussieht - nicht laufen lassen: Wildschweine unterwegs.....
    - Brut- und Setzzeit: grundsätzlich Leine außerorts. Aber das gilt ja für alle unsere Jäger.....
    - Abbruchkommando etablieren. Das gibt´s bei mir schon, wenn der Hund nach dem Waldrand spechtet "Laß das!" oder ein warnendes "EY! Hier spielt die Musik!". Oder wenn er auf der Spur ist, wird er abgerufen. Geiert er nach nem Hasen oder so in der Nähe: "Nein, weiter!" Nicht erst die Zeit geben, das Tier zu fixieren und sich hochzudrehen, sondern gleich abbrechen und Alternativverhalten (bei uns eben das WEITER) abfordern. Das Abbruchkommando natürlich auch erst daheim einüben, dann beim Gassigang, wenn er grad an ner Stelle schnuppern will, geben und weitergehen. So daß er das WEITER eben mit Weitergehen verknüpft. Net stehenbleiben und von ihm WEITER fordern, das kann er ja nicht verstehen.

    - Sollte Hundi doch mal schaffen, abzuhauen:
    - - warten, bis er zurückkommt - meiner hat bisher noch immer die Stelle gefunden, an der er abgehauen war. Auch wenn man am Liebsten suchen gehen oder hinterherrennen möchte (dabei bin ich mal in nem Naturschutzgebiet fast im Sumpf versunken; ein Bein war komplett drin, das andere hat zum Glück auf dem morschen Ast Halt gefunden! Und ich war alleine unterwegs..... Sowas ist also nicht ungefährlich!): der Hund kommt zurück, und Du bist dann weg..... Evtl. nach ner Weile mal kurz rufen, falls er 20 Meter weiter rechts oder links oder hinten wieder rauskommt, daß er Dich dann hört, aber net dauernd Standortmeldung geben (Gedanke Hund: "ich höre sie noch, kann beruhigt weiterlaufen", das gibt ihm also Sicherheit, weiterzumachen)
    - - Halsband oder Anhänger mit Name und Telefonnummer drauf - und zwar die Deines (im Idealfall auch aufgeladenen *gg) Handies, das Du auch immer dabei hast. Mein Großer ist mir 2x abgehauen, als das Handy daheim am Aufladen war..... Da hilft das Halsband dann auch nimmer....
    - - Ist Hundi wieder da: nienicht schimpfen/fluchen/den Hund erwürgen wollen ;-) Freuen, daß er da ist, loben, anleinen - und gib ihm was zu Trinken; der hat beim Hetzen Schwerstarbeit geleistet....
    - - Künftig an dieser Stelle extrem aufpassen - Wild hat gerne feste Wechsel, und der Hund merkt sich so ne Stelle, an der er so viel Spaß hatte, definitiv recht lange!
    - - umgehend (während Du wartest) Tierheim/Polizei (wenn nachts), umliegende Tierärzte o.ä. informieren. Bei uns ist die Polizei die Stelle, wo meist die Hunde gemeldet werden bei nem Fund, oder wenn sie abhanden gekommen sind. Weil die halt immer im Dienst sind. Zum TA wäre mein erster Gang mit Fundhund, wegen Chip-Auslesen. Und Tierheim ist ja auch naheliegend, wenn wer nen Hund findet... Wenn Du einen guten Kontakt zu dem Jäger hast, dem das Gebiet "gehört", kannst auch den informieren, falls er grad unterwegs ist und ihn findet/sieht, mit der Bitte darum, die Augen aufzuhalten.

    Als meiner abhanden gekommen war, kam er jedesmal wieder:
    - einmal an den Parkplatz, von dem aus wir spazierengegangen waren (ich war weggefahren, um meine Tochter zum Suchen zu Hilfe zu holen; am Rückweg zum Parkplatz kam er uns in Richtung Heimat entgegen - auf der Bundesstraße galoppierend!),
    - einmal wurde er im Hundeverein in 50 Meter Luftlinie Entfernung eingefangen (die kannten mich von der BH her, die wir dort gemacht hatten, und haben mich dann angerufen),
    - einmal blieb er im engen Umkreis (er hatte auf dem Rückweg ne Katzenspur in einer Gartenanlage verfolgen wollen von ner Katze, die er auf dem Gassi-Hinweg dort hat reingehen sehen! Dort in den Gärten hatte er sich dann verlaufen.), da hat Zweithund geholfen, zu suchen, ich hab die bellen lassen, er hat geantwortet.... ;-) Dann konnte ich ihn orten und rausholen (alles abgesperrt, mußte übern Zaun).
    - und beim ersten Mal war er einfach zu irgendwelchen Kaninchen in einen fremden Garten gerannt (Halsband war zu weit gestellt), dort konnt ich ihn dann rauslocken, nachdem er gemerkt hatte, er kommt net ran (*puh....*schwitz...), das war am ersten Morgen, nachdem ich ihn geholt hatte ;-) Noch null Bindung, Rückruf, was ist das - juhu..... ;-)

    So - und jetzt viel Spaß beim Ausprobieren. Ein paar Sachen hast vielleicht schon getestet, aber da mußt echt lange dranbleiben.... Geht nicht von heute auf morgen.

    Ne Bekannte von mir hat so ein Ding in der Art, weiß aber net, von welchem Hersteller. Ist ja schon praktisch - aber weckt den Jagdtrieb wie Sau, und ihre kleine Parson-Hündin ist damit wie weggetreten, wenn die damit spielt. Für nix mehr ansprechbar, schiebt und kullert das Ding mit der Nase durch den ganzen Park.

    Hat auch schonmal nen Hasen in Nachbars Garten (gehörte den Kindern dort) getötet (nicht, daß sie jetzt deswegen angeleint würde an der Stelle....). "Aber die ist danach immer platt und schläft so schön, dann ist sie richtig ausgelastet!"....... *pfeif......

    Steht auch in der Beschreibung: "wecken den natürlichen Spiel- und Jagdtrieb" - für triebige Hunde so ein Spielzeug?

    Wenn man sowas zur Impulskontrolle verwendet, ja - aber ansonsten lieber net.
    Mehr sag ich zu den Dingern net......

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    Ist es ne machbare Lösung ihn drüber zu tragen?

    Hmmmmm - im Profil steht was von Großpudel..... *gg Viel Spaß bei der Hitze so n Wollknäul zu tragen ;-)

    Bei uns gibt´s gottseidank Randstreifen mit Gras, auf denen die Hundis laufen können, bis wir im Park sind. Sonst hätt ich das gleiche Problem. Allerdings mit 5- udn 9 Kilo Hund.... Das ließe sich eher noch tragen für ein paar Meter.

    Ansonsten: wo Licht ist, ist auch Schatten - gibt´s keine Straßenseite, auf der man besser gehen kann, in dem Sinne, daß es dort Schatten gibt?

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    Guten Morgen Leute,
    jemand er seinen Hund an einer 2 Meter Leine führt als verantwortungslos zu bezeichnen, halte ich auch für reichlich überspitzt. Und einen angeleinten Hund im Wald oder auf dem Feld auch noch einen Maulkorb zu verpassen sehe ich gar nicht ein. Sollte bei einem angeleinten Hund ein wie von der TS geschilderter Vorfall passieren das ist das einfach Pech. Irgendwo muss ich die Balance zwischen Naturschutz und Hundehaltung finden. Und ich bezweifle
    stark dass die Anzahl der von ANGELEINTEN Hunden gerissenen Tiere besonders groß ist.

    :gut:
    Ganz meiner Meinung. Natürlich ist das furchtbar, wenn der Hund da zupackt, und man das selbst auch noch mit ansieht - und das würde meiner auch nicht tun, ohne entsprechende Konsequenzen meinerseits! Ich steh ja bei sowas nicht daneben und feuer den Hund noch an!

    Aber ganz verhindern wird man das nicht können, wenn die Viecher schon hergehen, sich auf den Weg stellen und dann noch ein Schild "hier bin ich" hochhalten - dann können sie auch gleich den Backofen und ein Glas Preiselbeeren danebenstellen... ;-(

    Das Einzige, was man selbst als Hundehalter dagegen tun kann, daß sich sowas wiederholt, ist Training: Radius verringern (je näher der Hund bei Dir, desto besser kannst einwirken, ein Ruf auf größere Entfernung wird eher ignoriert), Impulskontrolle, Rückruf, Konzentration auf den Hundeführer, ein "Nachfragen" etablieren (sprich, daß der Hund Dich erst angucken muß, bevor er die Freigabe kriegt, frei oder an der Schlepp gesichert zu laufen), um einfach besser im seinem "Hirn" *gg präsent zu bleiben, á la: "Freund, ich hab Dich immer im Blick" oder so.

    Und natürlich, ganz wichtig, ein absolutes Abbruchkommando, das dann auch durchzusetzen ist, notfalls körperlich.

    @TS: wenn Du dazu Ideen brauchst, schreib ich Dir gern noch was dazu - aus der Erfahrung mit meinen Jägerchen heraus, was da so geholfen hat. Ist ein ganzes Maßnahmenpaket, hilft bestimmt, aber letztlich ganz rauskriegen wirst den Jagdtrieb damit nicht - ist ja schließlich angeboren.... Aber es hilft ja schon, wenn man den Hund bestmöglich unter Kontrolle hat.

    PS: einmal ist es mir mit Frieda passiert - sie schnuffelt im Gebüsch, ich denk, sie sucht ne Pieselstelle (inzwischen kann ich das besser lesen....) - und zack, hatte sie nen Igel im Schnabel. An der 2-Meter-Leine.....
    Zu meiner Entschuldigung: es war dunkel, ich hatte den net gesehen im Busch. Da half nur noch eines: Hund festhalten, Lefzen reindrücken, und "AAAAAAUS!" Sie hat dann tatsächlich losgelasse, hatte in paar Stacheln im Maul und der Nase (hat sich net dran gestört), und Igelchen lebte noch, der war eingerollt und lief anschließend schnell davon.

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    ......
    Na, ich bin ja da auch offen für diese Dinge....aber ich muss dir wiedersprechen, man kann nicht alles alternativ behandeln....bei uns hat zB Ostheopathie gar nichts geholfen, Bioresonanz nur ein bisschen und ohne Tabletten wäre da gar nichts passiert.

    Aber wenn etwas nicht hilft, heißt das noch lange nicht, daß die Methode nix taugt- Ich würe mich da auch fragen, wer wendet sie an, mit wieviel Erfahrung etc. und natürlich, wofür (also welche Erkrankung liegt vor).

    Ich selbst z.B. hatte vor 3 oder 4 Jahren ein Vierteljahr lang heftigste Rückenschmerzen wg. Bandscheibenvorfall (mal wieder), und nix half: Cortisonspritzen, Physio, Wärme, Quaddeln (wobei der Arzt auch gesagt hat, das seien alles nur symptombekämpfende Maßnahmen). Ich lag daheim und hab geheult vor Schmerzen, konnte net liegen, sitzen, stehen oder laufen, alles tat seh wie Hölle......

    Irgendwann hat´s mir gereicht, und ich habe meine Osteopathin aufgesucht. Nach 3 Terminen war ich schmerzfrei......

    Um aufs topic zurückzukommen: im Notfall würde ich immer auch erstmal ne Klinik konsultieren, aber für längerfristige Dinge wie Magen-Darm-Reaktionen, die immer wiederkommen, halte ich nen Heilpraktiker sicherlich nicht für die schlechteste Adresse, einfach um den Darm wieder aufzubauen/zu sanieren.