Hmmm - irgendwie hört sich das an, als hätte er Dich ganz gut im Griff *ggg
Wo kommt er denn her, war der in einer Familie, oder aus dem Tierschutz? Ich frage deswegen, wenn ein Hund aus dem Tierheim o.ä. kommt, kennt er ja das Alleinsein eigentlich schon. Meine Frieda hatte z.B. vom ersten Tag an keine Probleme damit, daheim alleinzubleiben.
Bei Bossi gab´s angeblich Probleme beim Vorbesitzer, aber nach 7 Wochen Tierheim gab´s auch bei ihm bei uns daheim nie Probleme, ob mit Biene oder alleine.
Will heißen, wenn er das von Anfang an konnte bei mir, gehe ich auch davon aus, daß die Vorbesitzer schlichtweg einfach nicht widerstehen konnten, wenn der geplärrt hatte (ist auch schwierig in ner Mietwohnung mit genervten Nachbarn!), und ein paarmal wieder rein sind, wenn der geplärrt hatte...
Wäre interessant, zu wissen, denn wenn Du schließen kannst, daß er Alleinbleiben kennt oder vorher schon kannte, weißt Du, daß es eher an Eurer Konsequenz liegen könnte, und kannst anders daran arbeiten, als wenn Du sicher weißt, der Hund hat Verlassensängste.....
Sprich, dann würde ich den Hund eher einfach mal "schreien" lassen, oder Donnerwetter von außen machen, wenn er schreit, und tatsächlich erst wieder reinkommen, wenn er ruhig ist.
Wenns aber Verlassensangst ist, darf man mit sowas natürlich nicht kommen, denn das würde noch mehr Streß für den Hund bedeuten und ihn vollkommen verunsichern. Hier nie so lange alleine lassen, daß er erstmal ins Schreien kommt, weil er damit lernt, daß er zum Erfolg kommt mit Schreien, weil Ihr ihn dann ja nicht in dieser stressigen Situation weiterhin schreien lassen könnt, sondern rausnehmen müßtet - und das wär ja kontraproduktiv, wenn der auch noch lernt, das Schreien hilft. Wenn also nicht daheim, dann bitte unbedingt Sitter oder zu jemandem bringen, damit er nicht alleinbleiben muß.
Da würde ich dann eher damit arbeiten, gaaaanz langsam ans Alleinbleiben zu gewöhnen, in mini-mini-Steps, und ihm mehr Selbstbewußtsein zu vermitteln, damit er nicht so Angst haben muß, wenn er alleine ist, außerdem extrem viele Rituale einbauen für´s Weggehen (in kurzen Zeiträumen erstmal bleiben!), Verabschiedung (ein Wort reicht, er versteht´s eh net, geht nur darum, daß der Ablauf immer derselbe ist: Du machst Dich fertig, anziehen, Schlüssel nehmen, "Tschüß, Hund" -oder was auch immer"-, Tür auf und raus - und das Wichtigste ist: du kommst IMMER wieder, erstmal nach 2 Minuten, dann nach 5, dann wieder nach einer, dann mal nach 7 Minuten, etc., ständig wechseln - egal, wie lange Du weg bist, Du kommst wiederr, das muß er checken! Und erstmal im Rahmen der für ihn offenbar erträglichen 25 Minuten bleiben bei diesem Training.), evtl. Musik an beim Weggehen, Pheromone zum Beruhigen, halt was Entspannendes auf homöopathischer Basis geben o.ä. Evtl. sogar eine Box anbieten (nicht schließen, sondern als Rückzugsmöglichkeit, die Höhlenform könnte ihm Sicherheit geben, wenn er sich darin zurückziehen kann, wenn er alleine ist), und austesten, ob er evtl. anders reagiert, wenn er nur wenig Raum für sich hat (den er evtl. bewachen zu müssen glaubt und sich damit überfordert fühlt.)
Das sind so ganz spontan meine Ideen dazu.
PS: schon mal versucht, daß z.B. wenn Du weg bist, Dein Mann mit dem Hund was ganz tolles macht? Irgendein Spiel, das supertoll für den Hund ist oder so? Oder Dein Mann füttert ihn z.B. ausschließlich, und zwar immer nur dann, wenn Du weg bist - damit der Hund 2 Dinge verknüpft:
1.-auch Dein Mann ist toll
2. wenn Du weg bist, gibt´s Futter --> es ist toll, wenn Fraule geht, weil da gibt´s Futter.
Im Gegenzug vielleicht auch Dich selbst mal ein wenig zurücknehmen im Umgang mit dem Hund - je mehr Du ihn betüddelst, desto mehr wird er an Dir kleben, damit nimmst Du ihm jede Möglichkeit, beim Alleinsein entspannt zu bleiben. Denn es wäre Euch ja sicher schon im ersten Step geholfen, wenn der Hund mal mit Deinem Mann zusammen ohne Dich bleiben kann. Das ganz Alleinbleiben dann eben im 2. Step, sozusagen als erhöhte Anforderung.