Was ich mich nur Frage - und das ist jetzt nicht an dich gerichtet, sondern allgemein gefragt:
Wie passt das dann mit der Einstellung zusammen, man hätte als Hundehalter auch mit problematischem Hund das RECHT, überall mit diesem Hund hinzugehen; Auch dahin, wo sich ein Problem und der damit verbundene Schaden durchaus wahrscheinlicher realisieren kann?
Die Frage ist berechtigt. Ich seh das genauso wie Du. Rechte haben, ist das Eine. Darauf zu pochen, das Andre. Ich hab keinen Bock, immer mit der Dummheit andrer Leute rechnen zu müssen und 200% die Augen aufm Hund zu haben. Deswegen kommen meine schlichtweg nicht mit, wenn ich nicht die Zeit oder Kapazität habe, dauernd draufzugucken. Weil viele Unfälle passieren m.E.n., weil die Leutz meinen, ihre Hunde überall mitnehmen zu müssen, in jedes verdammte Restaurant mitschleppen müssen, oder meinen, das Hundchen hätte Spaß an nem innerstädtischen Shoppingbummel .
M.E.n. braucht das kein Hund, und wenn meiner sich unter Umständen hündisch verhalten würde (sprich sich eben NICHT alles gefallen ließe), dann braucht ER das nicht, und ICH schon gleich dreimal nicht. Ergo: bleibt er daheim. Gechillt, und ich kann auch chillen.
Und wenn das jeder so handhaben würde, hätte ich kein Problem, einen Casanova, der schlichtweg noch nicht daheim alleinbleiben kann, auch mal irgendwo hin mitzunehmen - weil dann hätten wir nicht überall irgendwelche Hundebegegnungen, mit denen er (noch) nicht umgehen kann. Mit Hunden, die großteils gestreßt sind, weil einfach "zu viel". Zu viel Streß, und zu viel von ihnen verlangt.
Man kann sich nicht "ungesehen" machen oder in Luft auflösen mit Hund oder gar Problemhund. Ganz klar. Auch da muß man Gassi gehen dürfen. Aber ob man dem Hund echt nen Gefallen tut, wenn er "nur Alltagsbegleiter" sein muß (!) und "mich überallhinbegleiten" darf, ich aber "überhaupt keine Ansprüche" (!) an den Hund stelle und der "nichts Besonderes" können muß..... Das laß ich mal dahingestellt.
N anderer großer Teil von Unfällen kommt mit Sicherheit daher, daß unerfahrene Halter nicht sehen, wenn ihr Hund grad Streß hat, nicht erkennen, daß Fiddeln keine "Spielaufforderung" ist und ein Grummeln kein Halskratzen. Aber auch die könnten vermieden werden, wenn nicht Hinz und Kunz den Hund überall mit hinschleppen zu müssen glauben würde. Dann hätten all diese Hunde sicher immer noch das Problem ahnungsloser Halter - aber es würden nicht andre Leute mit Hunden genervt/gefährdet oder in Verruf gebracht....
Ansonsten denk ich mir halt: Rechte zu haben ist schön. HIlft mir aber nix mehr, Recht gehabt zu haben, wenn mri einer die Vorfhrt gnommen hat und ich am Asphalt klebe - man darf also mitdenken.... Und das fehlt mir da sehr häufig. Da hör ich immer Ich-Ich-Ich - und dann MEIN Hund, MEIN Recht etc. - und dann kommt halt einfach lange gar nix mehr. Andre Menschen scheinen nicht zu existieren oder den Leuten egal zu sein. Weil MEIN Hund muß Spaß haben, er hat das Recht darauf. Jo - mag sein. Aber ist auch n bissel ne Definitionsfrage was Spaß ist. Sieht nicht jeder gleich. Ein attackierter Hund findet halt den Freilauf des attackiernden Hundes bestimmt auch nicht spaßig, egal ob er ein Recht darauf hatte oder nicht.
Da fällt mir immer der alte Grundsatz ein: meine Freiheit endet, wo sie Andre beeinträchtigt. Also wenn sich einer nimmer raus traut, weil mein Aggrohund frei läuft, wenn Kinder (!) aufpassen müssen, daß sie den Hund nicht anfassen (MEIN Job!), wenn einer sich wehren muß, weil mein Hund meint, vor lauter Freude an dessen weißer Hose unaufgefordert hochspringen zu müssen. Und das muß dazu nichtmal mit Verletzungen enden, das geht halt einfach nicht. Egal, wie ich das Recht habe, nen Hund mitzunehmen. Das impliziert immer, daß er sich angemessen zu verhalten in der Lage ist, oder ich entsprechend aufpasse. Ansonsten erlischt ein Recht halt auch ganz schnell. Was mich dabei ärgert: daß es immer ALLE Hundehalter trifft. Wenn der Gastronom aufgrund schlechter Erfahrungen keinen Hunde mehr zuläßt, trifft es eben NICHT nur den, dessen Hund sich schlecht verhalten hat. Sondern uns alle. Aber soweit gucken die Leute nicht. Tellerrand und so. Wie hier bei uns: Freilauf im Park nicht erlaubt. Wird aber toleriert. Aber: in dem Moment, wo irgendwer (am Ende noch mehrfach) unangenehm auffällt, weil zB Kinder vom Hund bedrängt oder Entchen gejagt werden, geht sich irgendwer beschweren und auf SEIN Recht pochen. Und dann war´s das halt für ALLE mit Freilauf, weil dann wird halt JEDER kontrolliert, wenn da wer vom Ordnungsamt steht morgens.....