Für mich hört sich das jetzt ganz spontan nach nem volkommen unsicheren Hund an, der viel zu viel selbst entscheidet und regeln muß.
Gib ihr die Sicherheit, daß DU alles für sie regelst. Beispiel Lärm: Du wartest tatsächlich 30-50 Sekunden, bis sie sich beruhigt hat - das bedeutet für sie, Du gibst ihr Zeit den vermeintlichen "Eindringling" zu verbellen, und unterstützt das auch noch, indem Du sie hinterher belohnst (Du glaubst, Du würdest fürs Herkommen belohnen, sie sieht das wohl etwas anders...Ich sag nur: timing von Belohnungen.....).
Hier würde ich anders arbeiten: sobald sie auch nur Luft holt, um zu bellen (Du hörst die Geräusche ja zeitgleich und kannst daher schnell reagieren), würde ich mit einem "NEIN!" aufspringen und frontal zu ihr gehen und sie so abblocken, daß sie nicht aus dem Körbchen aufstehen kann, geschwiege denn auf den Balkon rennen kann. DU regelst das, sie hat nicht aufzustehen. Dein Job. Sobald sie das in dem Moment akzeptiert hat und im Körbchen bleibt, loben, und dann kannst Du kurz rausgehen, gucken, was war, und ihr sagen, alles ok. Dann setzt Du Dich wieder hin. Warst Du zu spät dran und sie ist schon draußen, geh zu ihr, nimm sie mit einem NEIN! hoch, setz sie ins Körbchen und gib BLEIB-Kommando. Dann kannst genauso wieder das Spielchen mit dem Rausgehen machen, um zu zeigen, Du kümmerst Dich schon, sagen, daß alles ok ist und Dich wieder setzen. Aber besser ist es, den Moment zu erwischen, bevor sie überhaupt los will, da mußt halt schnell sein *gg
Das Abrufsignal kann sie gar nicht wahrnehmen, wenn sie grad auf 180 ist, kannst Dir sparen... ;-)
Zum Sofa: hier würde sie bei mir ihn hohem Bogen runterfliegen - ICH entscheide, wer aufs Sofa darf, Ressourcen verwalte ICH. Und der Kommentar dazu muß im Tonfall entsprechend sein - ein deutliches NEIN oder HEY, was auch immer, im Tonfall überzeugend böse, sodaß da kein Interpretationsspielraum für sie bleibt. Und dann ins Körbchen schicken, als Alternative, sodaß sie weiß, wenn die Anderen ihr zu nah kommen, kann sie ins Körbchen. Dort wird sie dann künftig von keinem Hund mehr belästigt, das wird ihr Rückzugsort, das mußt Du durchsetzen den Anderen gegenüber. Wenn einer sich ihrem Körbchen in dem Moment nähert, sofort denjenigen abrufen. Ihr signalisieren, DU kümmerst Dich um ihre Sicherheit, sie braucht nicht aktiv zu werden. Daß sie die Anderen nicht aufs Sofa läßt, hat nichts mit Chefsein oder so zu tun, sondern daß sie denen gegenüber unsicher ist - Knurren heißt "laß mich in Ruhe". Und dann mußt Du ihr zeigen, daß sie ihre Ruhe gern haben kann - in ihrem Körbchen. Denn das Sofa ist Deins, und die anderen dürfen mit drauf - Deine Entscheidung. Sie hat da nichts zu regeln, das überfordert sie komplett.
Hundebegegnungen: Du siehst den anderen Hund --> anleinen, fertig. Muß man halt bisserl aufpassen, daß Du ihn vor ihr siehst, und aufmerksam sein unterwegs. Mit Bogen dran vorbeilaufen, sofern möglich, Hund auf der anderen Seite als der, der entgegenkommt. Kontakt nur noch mit sichtbar ruhigen und kontrolierten Hunden, die nicht auf sie zustürmen. Du siehst ja daran, daß sie seit dem 2. Hund sicherer geworden ist, weil er dazwischen geht, daß sie den Schutz braucht.
Leute verbellen: in der Dunkelheit nimmst sie einfach an die Leine, oder hälst sie mit einem Kommando bei Dir. Kommt von vorne wer, und sie fängt an, aufmerksam zu gucken, und macht Anstalten, loszulaufen, wird sie ausgebremst/angeleint. Das mußt halt einfach sehen, Du weißt doch, wie sie ist, kannst den Moment daher genau beobachten, und dann kannst auch den richtigen Moment nutzen, BEVOR sie losrennt, ein Kommando (FUß oder so) zu geben, damit sie weiß, was sie tun soll - sie muß lernen "wenn ich im Dunklen Leute seh, die mir suspekt sein, muß ich ins Fuß, und erhalte dort den gewünschten Schutz". Grummelt sie auch an der Leine, heißt es einfach "NEIN, Fuß!" Evtl. kannst sie dann auch unterwegs auf die dem Passanten abgewandte Seite von Dir schicken, damit sie nen Sicherheitsabstand hat und sich sicherer fühlt, und Du auch noch dazwischen bist als Schutz.
Beim Unterhalten: bring ihr ein Kommando bei, das heißt, sie soll zwischen den Füßen sitzen. Dann kannst das geben, wenn Du wen triffst, und Dich unterhalten. Fängt sie an, unruhig zu werden, dann wieder "Nein!" und das Kommando wiederholen. Natürlich ist dann auch hier Dein Job, Hunde, die herkommen, abzublocken - also unterhalten und einfach quatschen geht dann halt mal nicht, sondern Du mußt auch beim Reden aufpassen, daß auch diese Position zwischen Deinen Füßen zu einem sicheren Ort wird, und Hundi lernt, DU regelst alles, was komisch ist. Und was für sie komisch ist, zeigt sie Dir ja...