Zitat
5 Fragen... die typisch "Mensch" sind.
Damit kann ich leben, bin schließlich einer
Aber danke für deine Antworten. Und oben schrieb ich ja schon, dass ich dieses Thema vielleicht zu sehr "vermenschliche"
Ich denke, dass mein Hund Spaß an der Sache hat, weil es zum einen Beschäftigung mit mir ist, zum anderen, weil man fürs "sich fürs Fraule zum Affen machen" Leckerlis bekommt. Da Maja nicht immer Leckerlis bekommt (zum einen, weil wir auch andere Belohnungsformen kennen, zum anderen, weils nicht für jedes kleinste Detail ein Leckerchen gibt), ist schon eine Erwartungshaltung da. Aber nicht im Sinne von "gib mir nun sofort mein Leckerchen!" sondern im Sinne von "Gibts was? Und wenn, was denn?"
Zur Verfügbarkeit: Das mag sein, dass man Leckerlis nicht immer dabei hat, aber deswegen lernt mein Hund ja auch, dass es auch ohne geht. Leckerchen sind manchmal sinnvoll, manchmal ist andere Belohnung sinnvoller und dann wähle ich diese. Es kann aber auch vorkommen, dass wir mal ohne Leckerchen unterwegs sind und es geht auch ohne. Aber es muss in meinen Augen nicht immer ohne gehen, denn wie ich schon sagte, Maja soll das was sie tut auch gerne machen und wenn sie es für Leckerlis gerne tut, dann bin ich ab und an auch gerne bereit, ihre "Wünsche" zu befriedigen.
Ersatzbelohnungen: Wenn andere Triebe, andere Bedürfnisse befriedigt werden, heißt das ja nicht, dass das besser oder schlechter ist. Denn auch bei jedem Hund sind die Triebe anders gelagert, manche Hunde sind total spielgeil, andere eher weniger, manche total aufs Fressen fixiert, andere weniger, wichtig ist doch, dass der Hund durch die Belohnung (welcher Art auch immer sie sei) für den Hund etwas Schönes, etwas Positives darstellt und ihn so ermuntert, dasselbe nochmal zu machen oder regelmäßig auf Kommando zu wiederholen, wenn es eingefordert wird.
Punkt 5: Wir haben hier glaube ich aneinander vorbeigeredet
Ich habe eben nicht das Ignorieren als Strafe gesehen. Undercover und einige andere schrieben, dass der Hund für richtig gemachte Sachen ignoriert wird, für falsche kassiert er einen "Anschiss". Nun frage ich mich, wieso ein Hund hören sollte, wenn er dafür lediglich ignoriert wird. Und ich glaube, dass lediglich die Angst vor einer eintretenden Strafe (verbal oder körperlich sei nun dahingestellt) den Hund daran hindert, nicht doch einfach sein Ding durchzuziehen. Mein Bild von sämtlichen Hunden ist einfach, dass es sich fürs "Ignoriertwerden" nicht lohnt, sich zu benehmen. Sie tun es also nur, weil sie Angst vor dem Anschiss haben. Und genau das ist für mich nicht erstrebenswert. Ich will kein kuschendes Tier, das sich bei jeder Kleinigkeit wegduckt und Angst davor hat, dass es nun Ärger setzt, nur weil ich ihn mal nicht ignoriert habe und er ja gelernt hat, dass es immer dann Stress setzt, wenn er was falsch gemacht hat. Mein Hund soll gerne lernen, soll gerne mit mir arbeiten. Maja ist immer freudig dabei, egal ob es um die Erlernung neuer Sachen geht oder um die Anwendung von altbekannten Dingen. Ich bin manchmal richtig "stolz", wenn ich jemand anderen mit Maja laufen sehe und merke, wie motiviert sie bei der Sache ist (an mir selbst fällt mir das meist nicht so auf, wie klasse das aussieht, ich merke bloß, dass sie weitermachen will), an der Seite desjenigen klebt und begierig darauf ist, nun was mit ihm zu machen. Ich weiß dann, dass mein Hund gerade "gute Laune" (so würden wir es bei den Menschen wohl sagen, für Hunde fehlt mir dazu ein Begriff) hat und wenn ich mir dann vorstellen soll, wie ein Hund der nur ignoriert oder aber gestraft wird, so motiviert neben seinem Herrchen herlaufen soll, sorry, das kann ich nicht. Ich bleibe dabei: Pures Ignorieren für erwünschtes Verhalten kann nicht wirklich motivierend für den Hund sein.
Aber ich frag einfach mal so: Wenn mein Hund, der ja nun so verfressen ist, nach Meinung einiger hier nciht mit Leckerchen konditioniert werden sollte, sondern mit alternativen Belohnungsmethoden, weil oder obwohl ich damit Triebe anspreche, die Maja gar nicht so ausgeprägt hat und dementsprechend auch nciht so einen hohen Stellenwert in der Belohnung haben, würdet ihr dann auch Hunden, bei denen das Spielen so ausgeprägt ist, wie bei Maja das Fressen, das Spielen wegnehmen und stattdessen versuchen, mit Futter zu belohnen, im Hinterkopf habend, dass das Futter nicht die Triebe anspricht, die so intensiv ausgeprägt sind wie das Spielen?
Geht es euch darum, dass der Hund nicht seine "Ultimativ-Belohnung" (bei manchen ist es halt das Spielen, bei anderen das Fressen) bekommen soll? Oder geht es darum, dass Futter als Belohnung generell nicht taugt? Und ist es dann (wieder aus menschlicher Sicht) nicht "unfair", den einen Hund mit etwas zu belohnen, was für ihn absolut supergeil und megatoll ist und den anderen Hund ebenso damit zu belohnen, obwohl er das nur "so lala" findet? Schön, wenn ihr alle Hunde habt, die scheinbar das Toben oder Spielen oder Streicheln in jeder Situation als absolut toll empfinden und das dem Leckerlie vorziehen würden. Mein Hund findet aber nunmal das Futter so absolut toll und würde es jederzeit dem Streicheln vorziehen. Und nun? Muss ich trotzdem auf eure Belohnungsmethode umsteigen, obwohl ich dann viel weniger Erfolgschancen hätte, meinen Hund so effektiv zu erziehen wie ihr?