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Ich weiß auch nicht, was nun genau die bessere Alternative wäre. Es gibt keine Statistiken, an die man sich halten könnte. Ich weiß, dass ich nichts weiß. Ich höre nur immer wieder, dass Tierärzte vor dem Barfen warnen und von Hunden, die an Knochensplittern eingegangen sind. Jetzt kommt sicher wieder: "Die Tierärzte stecken eh mit der Futtermittelindustrie unter einer Decke." Von Verschwörungstheorien halte ich nicht viel.
Hallo Elke!
Das 'Problem', das ich inzwischen mit vielen Tierärzten habe, ist tatsächlich, dass sie sehr wenig Ahnung von Hundeernährung haben. Ich habe im Übrigen auch schon TÄ getroffen, die zu mir gesagt haben: "OH, BARF? Klasse, Maja, dein Frauchen weiß, was gut ist." Inzwischen barfe ich ja nun nicht mehr. Es geht mir hierbei auch nicht unbedingt um Verschwörungstheorien, sondern hier spiele auch meine persönlichen Erfahrungen rein:
1. Ich glaube inzwischen nicht mehr blind, was mir ein TA sagt, dann hätte ich meinen Hund nämlich auch schon unters Messer legen lassen für etwas, was man wohl Schönheits-OP beim Hund nennen würde. Ich hinterfrage, ich recherchiere selbst, ich bilde mir meine eigene Meinung. Klar kann ein Ta dazu auch seine Meinung sagen, aber sie unreflektiert anzunehmen, das habe ich mir abgewöhnt. Wenn er sie gut begründen kann, dann kann ich darüber nachdenken und sie wird in meine Meinungsbildung mit einfließen.
2. Die Tierärzte leben nun einmal nicht nur von wirklich kranken Tieren und deren Untersuchungen, sondern auch zum größten Teil von den Impfungen und den sonstigen Sachen, die sie verkaufen, nämlich Futter und Wurmkuren und teilweise auch den Medikamenten. Keine Verschwörungstheorie, sondern leider traurige Wahrheit (war schon Thema zwischen mehreren Tierärzten und mir und auch wenn sie es öffentlich nicht zugeben würden, so haben sie doch immer durchblicken lassen, dass ein nicht geringer Teil ihrer 'Einnahmen' durch diese Posten bestritten wird. Und die wenigsten Tierärzte beißen die Hand, die sie füttert.
Ich habe es schon einmal geschrieben: DIE Fütterungsmethode gibt es nicht. Man kann nicht alle Hunde über einen Kamm scheren und sagen, dass man alle Hunde nun von Grund auf komplett gleich ernähren soll. Jede Fütterungsform hat ihre Vor- und Nachteile. Und wenn man als Barfer sich das Recht raus nimmt, zu sagen, dass Extruderfutter dem Hund gefährlich werden könnten wohlgemerkt könnten, weil sie im Magen aufquellen, dann muss auch der Fertigfütterer auf Gefahren des Barfens hinweisen können.
Bloß: Weil einer oder einige Hunde an einem rohen Knochen gestorben sind oder weil einer oder einige Hunde an einer Magendreheung aufgrund eines aufgequollenen extrudierten Futters gestorben sind, kann man daraus doch noch keine pauschale Aussage machen, dass diese Fütterungsform schlecht ist. Das Leben wäre zu einfach, wenn es eine Fütterungsvariante gäbe, bei der man keinerlei Risiko eingeht, bei der man sich immer sicher sein kann, dass dem Hund auf keinen Fall etwas passiert.
Und aus genau diesen Gründen finde ich es schade, dass es hier zu solchen 'Anfeindungen' kommt. Man kann doch seine Kritikpunkte an der jeweils anderen Fütterungsform anbringen, ohne dabei unter der Gürtellinie zu landen oder den anderen gleich zu verurteilen. Und man kann sich diese Kritik auch durchlesen, ohne sich gleich persönlich angegriffen zu fühlen. Wichtig ist doch, dass ICH selbst von meiner Fütterungsform überzeugt bin, dass ich und natürlich der Hund damit klarkommt, da muss man sich ja nicht sofort auf den Schlips getreten fühlen, weil jmd. eine andere Meinung diesbezüglich vertritt.
LG, Henrike