Zitat
Wenn Du einen Jugendlichen oder Erwachsenen nach dem Weg zum Bahnhof fragst, erwartest Du das der Angesprochene Dich versteht, und Dir den Weg evtl. erklären kann.
Nö, eben nicht. Ich hoffe, dass er mich versteht und ich hoffe, dass er mir den Weg erklären kann. Wenn er aber aus dem Ausland kommt, versteht er mich nicht. Wenn er nicht ortskundig ist, kann er mir den Weg nicht erklären. Und so sehe ich es beim Hund auch.
Ich hab eine Liste an Dingen, die mir wichtig sind und von denen ich hoffe, dass mein Hund sie irgendwann mal kann. Aber diese Liste hat keine Reihenfolge und keine Vorgaben, wann welcher Punkt abgearbeitet zu sein hat.
Im Übrigen: Du sagst es: Wissen und Fähigkeiten werden unterschiedlich angetroffen. Der eine Hund hat keine Probleme damit, ein bestimmtes Kapitel zu erlernen, für den nächsten ist es ein Buch mit sieben Siegeln. Deswegen muss ich da doch auch immer individuell ansetzen, wie ich das mit dem Hund gemeinsam angehe und ihm beibringe, was ich von ihm möchte. Alle Hunde dabei über einen Kamm scheren zu wollen halte ich schlicht für nicht sinnvoll. Kleines Beispiel: Wenn du zwei Kinder hast, das eine mathematisch begabt, das andere eher künstlerisch, dann wirst du kaum erwarten KÖNNEN, dass beide gleichzeitig das Einmaleins können. Nein, du musst jedem individuell seinen Fähigkeiten entsprechend zugestehen, dass es für sich das Einmaleins lernt. Ein Vergleich: Kind A konnte aber schon nach einem Tag das Einmaleins und Kind B hatte nach einer Woche noch Probleme damit bringt nunmal nichts als Frust für alle Beteiligten.
ALLGEMEIN erwarte ich nichts. Und ich finde auch nicht, dass man das KÖNNTE. Warum auch? Ich bin der MEinung, dass man dann viel zu schnell zu viel erwartet. Ich sehs oft genug hier im Forum. Einige erzählen, dass ihr Welpe schon mit 14 Wochen stubenrein war, andere sind verzweifelt, weil ers mit 20 Wochen immernoch nicht hundertprozentig verinnerlicht hat. Warum muss man denn erwarten, dass ein Hund mit 20 Wochen shcon perfekt stubenrein ist, bloß weil einige Hunde das schon früher hingekriegt haben? Und warum muss jeder Hund da gleich sein? Kann man seinem Hund nicht einfach mal zugestehen, dass er ein Individuum ist? Ihm seine eigene Zeit zugestehen, mit der er neue Dinge aufnimmt?
Mein Hund hat vorgestern das erste Mal zwei Gegenstände bewusst voneinander unterschieden. Sie ist 3,5 Jahre alt. Andere Hunde können das schon mit 1,5 Jahren oder noch früher. Ich hab mich gefreut, als mein Hund das Unterscheiden vor zwei Tagen so gut hinbekommen hat. Hätte ich mich vorher verrückt machen müssen, weil meine Erwartungshaltung gewesen wäre, dass sie das schon viel früher können müsste? Dafür hat mein Hund andere Dinge nach einer nur ganz kurzen Übungszeit perfekt hinbekommen, womit andere Hunde vielleicht Probleme haben. So what? Jeder hat seine Stärken und Schwächen und so erwarte ich ncihts von meinem Hund, was für ihn vielleicht noch nciht machbar ist, obwohl es für andere Hunde in dem Alter eben schon machbar ist. Und dann lande ich genau da, was du forderst: Spaß und Freude im Umgang. Das erreiche ich aber nur, wenn ich nichts erwarte, sondern indem ich einfach unbefangen mit meinem Hund an die Übungen rangehe. Dann klappt es irgendwann vielleicht und ich freu mir nen Wolf. Oder es klappt nciht und es ist auch kein Drama 