Tjoa, wie soll ich sagen? Ich kann mit Maja auch alles machen. Zecken wegoperieren, Wunden behandeln, Näpfe wegnehmen, all das.
Aber: An manchen Tagen fängt sie an zu grummeln beim Pfotenabtrocknen. Sie kannte das von Kindesbeinen an, hat sich das immer gefallen lassen und auf einmal ging das Knurren los. Und ja, sie durfte und darf das. Lange Zeit war unklar, woher das Brummeln kommt. Ich hab sie bei diversen TÄ gehabt, keiner konnte mir sagen, was los ist mit ihr. Inzwischen ist es raus: Sie hat Rückenschmerzen. An manchen Tagen schlimmer, an anderen Tagen weniger. Die Bewegungen, wenn das Hinterbein angehoben wurde zum Abtrocknen, die waren wohl unangenehm. Und ich werde meinem Hund nicht verbieten, mir anzuzeigen, wenn ich ihm gerade Schmerzen bereite. Nicht zuletzt deshalb, weil wir aufgrund ihres "Knurrbarometers" irgendwann eine Technik zum Pfoten abtrocknen gefunden haben, mit der sie einigermaßen klarkommt, ohne dass es schmerzt.
Ich stelle es mir grausam vor, meinem Hund über Jahre hinweg Schmerzen zuzufügen und ihm zu verbieten, mir das anzuzeigen. Ich sehe es auch nicht als Mangel in unserer Bindung an, im Gegenteil. Sie lässt es mich ja machen. Sie wehrt sich nicht, nichts. Nur das Grummeln, als wäre sie eine Aufziehmaus mit kaputtem Motor, das kommt. Ist es nicht dahingegen ein Zeichen von recht guter Bindung, wenn ein Hund nur anzeigt, dass ihm das gerade nicht passt, ohne dass er sofort extrem reagiert? Maja könnte auch abhauen, sie könnte nach mir schnappen, sonstwas. Tut sie aber alles nicht. Und so lasse ich ihr das Grummeln, damit ich erkennen kann, wie es ihr geht und wann es sie wo stört, damit ich darauf eingehen kann.
Ich für meinen Teil breche mir damit keinen Zacken aus der Krone 
LG, Henrike