Ich habs nicht bei der Leinenaggression verwendet, sondern anderen unerwünschten Dingen, aber ich habs genauso aufgebaut. Für das Hingucken gabs ein Klick. Ich habe einfach einen anderen Ablauf ritualisiert. Hingucken, klick und Belohnung. Allein schon durch die Belohnung gab es ein "Abwenden" vom Objekt. Sie durfte wieder gucken und wieder gabs ein Klick. Man kennt ja seinen Hund und weiß, wann es gefährlich wird und klickt, bevor die Situation aus dem Ruder läuft und der Hund das Verhalten zeigt, das er nicht darf. Maja hat gelernt "Nur gucken, nicht darüber hinaus". Ich verbiete ihr nicht, das Objekt anzuschauen, das wird sogar belohnt. Sie soll sich ja sogar bewusst damit auseinandersetzen (und sich dann bewusst dafür entscheiden, es nicht zu tun!). Und genau das habe ich geschafft. Maja hat gelernt, einen "Reiz" anzugucken, sich zusammenzunehmen und dann das bislang gezeigte Verhalten zugunsten eines anderen Verhaltens, das mir lieber ist, sein zu lassen.
Mit dem Klick, während der Hund noch hinguckt (auch bei der Leinenaggression) lernt der Hund, dass angucken erlaubt ist und dass er das sogar darf und soll. Es geht nicht unbedingt darum, den Artgenossen positiv zu besetzen, sondern darum, dem Hund sein Verhalten "bewusst" zu machen und eine andere Verhaltenskette aufzubauen. Das Schöne ist, dass ich dabei weder Verhalten verbieten muss, noch den Hund "ablenken" muss (wie viele HH meinen, sie hätten die Leinenaggression im Griff, wenn sie den Hund mit Leckerchen vor der Nase an einem anderen vorbeiführen können - nur wenn das LEckerchen weg ist, reagiert der Hund wieder aggressiv). Der Hund lernt, freiwillig ein alternatives Verhalten aufzubauen und wird, wenn es richtig aufgebaut ist, irgendwann einen Artgenossen sehen, kurz hingucken und dann auf dei Belohnung fürs Hingucken warten und nicht sofort in den Hass-Modus schalten 
LG, Henrike