Beiträge von Niani

    Die Geschichte ob KArtoffeln geschält oder mit Schale führt ja durchaus immer wieder zu Diskussionen und da scheiden sich einfach die Geister. Bei einem Allergiker würde ich sie aber nur geschält geben, erst recht, wenn man so halbwegs eine Ausschlussdiät plant. Kommt eine Reaktion nach Gabe der Kartoffeln könnte man sonst überhaupt nichts zuordnen, ob das nun wirklich an den Kartoffeln lag oder ggf. an dem, was noch so alles an der Schale war. Ich könnte einfach nicht garantieren, dass da nciht doch nochmal eine Verunreinigung in Form eines Erderestes dran ist und wo das meinem Magen und dem jedes anderen gesunden Tieres nichts ausmacht, so ist das beim Allergiker einfach nicht ganz so dolle.

    LG, Henrike

    Zitat

    Ist Agility mit Leine nicht zu gefährlich ???? :???:

    Die heißen Agility-Leinen, weil man sie vor und nach dem Agility dem Hund dranmacht und dran denkt, alles abzumachen, bevor der Hund startet, damit er wirklich "nackig" startet :) Geht halt schneller und der Halter ist nicht versucht, nur die Leine auszuklinken, aber das HB dranzulassen ;) Alternativ-Bezeichnungen wären auch Retrieverleine oder Moxon-Leine :)

    Lg, Henrike

    Und genau da gehe ich nicht konform mit dir, Björn ;) Ich glaube eher, dass es immer auch davon abhängt, wie man selbst gestrickt ist und womit man umgehen kann. Ich hab nen schönen Dickschädel und insofern kann ich auch durchaus mit meinem Hund diskutieren (und gewinnen!). Wer dazu nicht in der Lage ist, ist beim Labrador einfach falsch, für den empfiehlt sich vielleicht ein Hund mit etwas mehr "will to please", der dafür andere "Baustellen" hat, an denen er aber vielleicht besser arbeiten kann, als ich das könnte. Dementsprechend mag ich diese Verallgemeinerung des Labradors als Anfängerhund nicht so wirklich.

    Nicht zuletzt (und das meine ich nun nicht aus typisch verletztem Besitzerstolz) ist meine Begründung, warum ich glaube, dass viele den Labrador als Nicht-Anfängerhund zu widerlegen versuchen folgender: Wenn hier jemand den Labrador als Anfängerhund bezeichnet, degradiert er damit in gewisser Weise auch die Halter, die sich die Mühe gemacht haben, sich mit ihren Labbis auseinanderzusetzen und sie zu erziehen. Zumindest die "Leistung" einen Labrador zu erziehen wird an dieser Stelle ein wenig herabgewürdigt, das hat für mich halt immer so ein Geschmäckle. Da könnte man schnell meinen, alle Labbi-als-Anfängerhunde-Befürworter wären der Meinung "Das kann ja jeder, da brauchste dir jetzt aber nix drauf einzubilden, dass du deinen Labrador erzogen hast!" Und dann kann ich es voll und ganz nachvollziehen, wenn immer wieder von sämtlichen Labbi-Haltern hier betont wird, dass der Labrador doch eben nicht so einfach ist, dass da ebenfalls Arbeit hintersteckt, dass sie den nicht mal eben so im Vorbeigehen erzogen haben.

    Und den Vergleich mit anderen Rassen muss der Labrador definitiv nicht scheuen. Er hat nicht zu leugnende positive Eigenschaften, für die ich den Labrador sehr mag, ebenfalls wie ich ihn für seinen Sturkopp mag. Aber wer noch nie mit einem wirklich dickschädeligen Labbi diskutiert hat, kann sich da vielleicht kein Urteil erlauben und das sage ich als HH, die auch schon mit einem Beagle und zwei Jack-Russels diskutiert hat ;) Ich sags ja, jede Rasse ist anders und man muss immer gucken, welche da zu einem passt, aber die Schlussfolgerung, dass der Labrador generell "einfacher" sei als andere Rassen, die kann ich einfach nicht teilen. Es gibt vermutlich nur wenige Rassen, die dem Labbi in punkto Distanzlosigkeit in nichts nachstehen und wenn jemand es hinbekommt, seinen Labrador so zu erziehen, dass jemand zwei Meter vor ihm auf die Schenkel klopfen kann, ihn ansäuseln kann und sagen kann "Ja du bist aber ein Feiner, hast du Hunger? Willst du ein Lecker?" und der Labbi bleibt sitzen, dann ist das eine Leistung, die genauso gewürdigt gehört wie die Leistung, seinen Beagle ableinen zu können. ;) Die Labradorhalter hier werden nun verstehen, warum das vergleichbar ist.

    LG, Henrike

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    Sie bringen nämlich in idealerweise Eigenschaften mit, die das Leben mit ihnen in unserer heutigen Welt sehr einfach machen.
    So sind sie ziemlich führergebunden mit einer geringen Selbstständigkeit, sie haben einen ausgeprägten will to please, sozial meist sehr verträglich, niedrig entwickelte Territorialität und damit weinhergehend ein verschwindend geringer Wach- und Schutztrieb, trotz ehemaliger Jagdhundvergangenheit mit einfachen Mitteln alternativ auszulasten, insgesamt eher extrovertiert und aller Welts Kumpel.
    Das sind für mich einfach Eigenschaften, die einen Hund zum "Anfängerhund" machen! Wo ist denn da jetzt das Problem? Ist das Wort "Anfängerhund" sooo negativ belegt, dass niemand "seine" Rasse als eine solche sehen will?

    Aus eigener Erfahrung bei meiner Hündin bestätige ich lediglich die Territorialitätsentwicklung und die einfache Auslastung, ebenfalls noch die soziale Verträglichkeit.

    Den "will to please" hab ich persönlich bei noch keinem Labrador gesehen, ich wiederhole mich gerne, die haben allesamt einen "will to eat", mehr nicht. Die Extrovertiertheit schlägt schnell in Probleme um, wenn der süße kleine Familienhund frisch im Schlamm gewälzt einen Menschen sieht und weil er ja aller Welts Kumpel ist mal eben auf seinen Schultern steht und ihm ein Küsschen geben muss. Was ich so an anderen Labradoren kennengelernt habe, da siehts auch mit dem Wachtrieb gar nicht mal so schlecht aus, ein selbstbewusster LAbradorrüde (und mit einem guten Ego sind gerade die Rüden häufig "gesegnet"!) kann durchaus Wacheigenschaften entwickeln und das nicht zu knapp. Was immer gerne vergessen wird ist die labbitypische Sturheit. Die erwähnen die wenigsten. Ja, richtig, mit dne richtigen "Argumenten" kann man damit klarkommen, aber dazu muss man erstmal ahnen, dass man sich da einen sturen Bock ins Haus holt und dass der gerne diskutiert.

    Ich habe nichts gegen die Bezeichnung "Anfängerhund". ICh habe was gegen die Vorstellungen, die mit der Bezeichnung "Anfängerhund" einhergehen. Du hast es richtig geschrieben, kein Labrador und kein Golden erziehen sich von selbst und mit Sicherheit sind all die potenziell negativen Eigenschaften dieser Hunde auch erzieherisch in den Griff zu kriegen, dafür müssten die Leute sich aber endlich mal von diesem verklärten Bild vom Labrador verabschieden, das besagt, dass der Labbi am glücklichsten ist, wenn er inmitten einer Horde von tobenden Kindern einfach nur dabeiliegen darf, weil er ja der perfekte "Familienhund" ist.
    Dass der Labrador eine Pottsau ist, eine allesfressende, völlig distanzlose Dampfwalze, die jeden Kleinsch*** erstmal ausdiskutiert, damit setzen sich die wenigsten auseinander.
    Wenn ein Anfänger das vorher weiß, sich überlegt, wie er dem entgegenwirken könnte, alles super, dann bin ich die Letzte, die ihm als Anfänger den Labrador ausreden will, dann glaube ich sogar, dass das keine schlechte Wahl ist. Aber ich nehme mir zumindest raus, jeden Anfänger darauf hinzuweisen, dass der Labrador ja vielleicht gutmütig sein mag, dass das aber nciht heißt, dass er jedes Kommando aus lauter Gutmütigkeit einfach befolgt, weil das ja das Einfachste ist.

    Als Labradorhalter braucht man einfach Konsequenz, eine Vorstellung vom Begriff Impulskontrolle (damit eben nicht zu jedem hingerannt wird und der erstmal lustig angesprungen wird) und oftmals auch eine gehörige Portion Humor. Eine Dusche im Keller ist kein Muss, aber nicht verkehrt ;)

    Ich treffe immer wieder Menschen, die Maja supertoll finden und viele tragen sich ebenfalls mit der Anschaffung eines Labradors. Meine "Warnungen" werden häufig in den Wind geschlagen (nein, ich will niemanden davon abhalten, ich will nur, dass die Leute wissen, worauf sie sich einlassen) und irgendwann treffe ich sie dann mit einem schwarzen, braunen oder blonden Labbibaby im Schlepptau. Dann ist die Begeisterung noch groß, weil das ist ja alles so süß. Ein halbes Jahr später sieht es anders aus, da heißt es dann "Irgendwie hab ich mir das einfacher vorgestellt" und ich beobachte einen Junghund, der auf bestem Wege ist pubertär zu werden, der sich einfach nicht die Bohne für das interessiert, was man ihm sagt, dafür aber alles frisst und alles anspringt, wo er die Gelegenheit hat. Ja suuuuper. Mein "Ich habs Ihnen doch gesagt!" verkneife ich mir dann, aber ich denke es schon und insofern finde ich schon, dass man nicht häufig genug betonen kann, dass Labradore und auch Golden Retriever von mir aus zwar "Anfängerhunde" sind, aber nur, wenn der Anfänger die richtigen Voraussetzungen mitbringt. Und sorry, eine Familie mit drei kleinen Kindern, wo Papi arbeiten geht und Mutti den ganzen Tag mit Kids und dem Anfängerhund alleine ist, sich kümmern soll und ALLE erziehen soll, das kann in meinen Augen nicht gutgehen, denn entweder bleibt da der Hund hinter seinen Bedürfnissen zurück oder er lebt seine Bedürfnisse trotzdem aus, zum Leidwesen des Rests der Familie.
    Viele Leute gehen halt immernoch von diesem selbsterziehenden, nebenherlaufenden LAbrador/Golden aus. Und keiner glaubt mir, wie viel Zeit, Nerven, Konsequenz (und Leckerli!) in meinem Hund stecken. Bis er den Anfängerhund selbst hat und völlig überfordert ist, weil einem keiner vorher gesagt hat, was da wirklich auf einen zukommt.

    LG, Henrike

    Mein Hund liegt ja durchaus auch im Korb, ohne dass ich dazu ein Kommando gegeben hätte (und das in einem ziemlich deutlichen Verhältnis von mehreren Stunden am Tag freiwillig zu max. ein paar Minuten am Tag auf Kommando). Und das "freiwillige" Liegen im Korb darf ja auch selbstständig beendet werden, dazu muss ich kein auflösendes Kommando geben, weil ich nix löschen muss, was nie auf der Tafel stand.

    Wenn mein Auflösekommando das alte Kommando löscht, dann ist gerade halt kein Kommando da. Dem Hund steht es völlig frei, was er nun tut, ob er aufsteht, ob er liegenbleibt, ob er einschläft oder ob er sich im Körbchen hinsetzt. Es ist seine freie Entscheidung, was er tut, solange kein Kommando von mir an der Aufgaben-Tafel steht. Und wenn er liegenbleibt, dann nicht, weil ich ihn vorher in den Korb geschickt habe, das Kommando war ja die ganze Zeit an der Tafel und nun ist es weg. Ich glaube nicht, dass er liegenbleibt, weil er das Liegen im Korb damit assoziiert, dass er auf ein Auflösekommando warten muss, eben weil genügend Zeit am Tag damit verbracht wird, dort freiwillig zu liegen und da gibts auch kein Auflösekommando.

    Maja kann das durchaus auch, dass sie bei einem Auflösekommano nicht sofort aufspringt und was anderes macht und das muss sie auch gar nicht.

    Ich sehe es so: Ich gebe ein Kommando, z.B. Platz und sie liegt dort und wartet darauf, dass ich es auflöse. In der Zeit vergisst sie auch mein Kommando nicht. In dem Moment, in dem ich das Auflösekommando gebe, ist das alte Kommando nicht mehr aktuell und sie kann es vergessen. Da sie aber gelernt hat, dass das Auflösekommando nicht ausgeführt werden muss (bei Platz usw. fordere ich ja eine Handlung wirklich ein, beim Auflösen nicht), kann sie in der Situation entscheiden, was sie tut. Und da das Auflösekommando kein "dauerndes" Kommando ist, muss sie das auch nicht länger im Kopf behalten, sondern bei ihr ist dann halt für den Moment gar nichts gespeichert und somit darf sie auch nach einiger Zeit selbstständig aufstehen.

    Ich sehe es so, dass Maja quasi eine "Aufgaben-Tafel" im Kopf hat. Ich gebe ein Kommando und sie führt es aus. Löse ich das Kommando auf, löscht quasi mein "und los" ihr vorheriges Kommando und die Tafel ist leer. In meinen Augen werden die beiden Kommandos nicht nacheinander an die Tafel geschrieben, sondern das eine überschreibt das andere. Somit widersetzt sie sich auch meinem ersten Kommando nicht, sie hat es ausgeführt, solange, bis ich mit meinem Auflöse-Tafelschwamm hingegangen bin und es weggewischt habe. ;)

    LG, Henrike