Beiträge von Niani

    Klar ist das von Hund zu Hund verschieden und ich weiß, dass sowas auch nciht mit jedem Hund überhaupt machbar ist, aber es ist schon machbar, dass der Hund sich etwas wegnehmen lässt ohne zu glauben, dass er verteidigen müsste, was er hat. Maja ist 4,5 Jahre alt. Die Wunde verheilt übrigens schon wieder und ist nix Schlimmes mehr ;)

    Ich weiß, dass es ein Unterschied ist, ob man den Hund seit 4 Monaten oder mehr als 4 Jahren hat. Aber ich schrieb das jetzt, weil du noch am Aufbauen bist und eine Vertrauensbasis nicht mittels "Ich darf das und du hast nicht zu knurren, sonst gibts eins auf die Nase" entstehen kann.

    Mir ist bewusst, dass Maja in dieser Situation ein absolutes Idealbeispiel ist (jaaaa, ich bin sooo stolz und muss das rausposaunen ;)) und auch, dass man nicht von jedem Hund erwarten kann, dass er sich in Wunden rumstochern lässt, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. ICh wollte damit nur sagen, dass jegliches Vertrauen eine andere Basis braucht als das, was du bislang beschrieben hast, wie der Umgang mit Luna ist.

    Gerade weil Luna noch so jung ist, ist sie noch so formbar und du hast alle Möglichkeiten der Welt, nun entsprechende Grundsteine zu legen. Entweder in Richtung Vertrauen oder in Richtung Misstrauen, das liegt ganz bei dir ;)

    LG, Henrike

    missplastik:
    Letzte Woche hat ein TA meiner Hündin wehgetan, er musste in einer Wunde am Kopf rumstochern und er hat mir vorher schon prophezeit, dass sie sich wehren würde und versuchen würde, irgendwie dem zu entkommen. Ungelogen: Ich musste meinen Hund nicht festhalten. Sie hat ihren Kopf vertrauensvoll in meiner Hand abgelegt und dann durfte er ihr wirklich Schmerzen zufügen. Sie hätte in der Situation knurren dürfen und ich hätte es ihr nicht verübelt, wenn sie sich gewehrt hätte. Stattdessen zeigt sie mir, dass sie mir tausendprozentig vertraut, ich hätte heulen können, so schön war das für mich. Aber und das sage ich wirklich aus tiefstem Herzen: DA sind wir nicht mit Schlägen, Klapsen oder "einem auf die Nase" hingekommen.

    Maja, deren zweiter Name auch Staubsauger sein könnte, kann ich übrigens bis in den Rachen greifen und etwas wieder rausnehmen. Und auch das darf ich nicht, weil ich ihr irgendwann gegenüber mal "Stärke" demonstriert hätte und ihr gezeigt hätte, dass ich das darf und sie nicht zu knurren hat, sondern das darf ich, weil mein Hund mir grenzenlos vertraut.

    Dort hinzukommen wäre auch bei jedem weiteren Hund mein Ziel, nicht, auf "brachiale" Art und Weise meinen Willen durchzusetzen.

    LG, Henrike

    Fürs Lehramt ist es interessant, ob man nach dem neuen oder dem alten System studiert. Neu: Erst der Bachelor in den entsprechenden Unterrichtsfächern und danach der Master of Education hintendran. Alt: Staatsexamen.

    Macht man die Bachelor-/Master-Geschichte, hat man mehr zu tun bzw. "anders". Im alten System lernt man "eigenständiger", bereitet mehr zu Hause vor/nach und kann sich die Zeit freier einteilen. Im neuen System hat man einen umfangreicheren Stundenplan, muss dafür weniger eigenständig vorbereiten.

    Für die Hundehalter ist ein Staatsexamen also "ansprechender". Kann man aber nicht mehr überall studieren. Einige Bundesländer haben schon komplett umgestellt auf Bachelor/Master, einige sind in der Umstellung (ich weiß von NRW, dass an einigen Unis schon BA/MA läuft, an einigen gibts aber noch das Staatsexamen, nicht mehr lange allerdings, da müsste man sich dann bald einschreiben).

    LG, Henrike

    Gerade die Geschichte mit der "Bespaßung auf dem Spaziergang" ist vermutlich wieder etwas, was man individuell an den Hund anpassen muss, da es da einfach die unterschiedlichsten Charaktere gibt. Und auch hier schätze ich wieder die "Allrounder". Die, die sowohl die einfache Schnüffel-Runde völlig ohne Bespaßung durch Frauchen genauso gut finden wie eine Runde, auf der man ab und an mal was macht - Erwähnte ich, dass ich meinen Hund toll finde? :D

    Mein Hund darf und durfte mich anknurren. Das heißt nicht, dass ich das dann schön finde und akzeptiere, ich unterbinde es aber nicht. ICh hinterfrage aber, was zwischen meinem Hund und mir schief läuft, dass sie meint, mich anknurren zu müssen.

    Gab bislang erst einmal den Fall, dass sie mich ernsthaft angeknurrt hat und da hatte sie einen Grund (Schmerzen). Möchte mir nicht vorstellen, was gewesen wäre, wenn ich das verboten hätte, statt herauszufinden, warum sie knurrt.

    LG, Henrike

    Jeany:
    Wir lesen hier im Forum genauso häufig den Hinweis, dass Hunde ausgelastet/beschäftigt werden müssen, wie den, dass sie auch mal zur Ruhe kommen müssen. Ich finde beides wichtig, sowohl mangelnde Beschäftigung immer wieder in Erinnerung zu rufen als auch mangelnde Ruhephasen immer wieder in Erinnerung zu rufen.
    Und dass bei "ein bisschen" sofort der Hinweis kommt, wäre mir noch nicht aufgefallen. Allerdings schon mehrfach an Stellen, wo ich auch dachte (oder das ggf. selbst geschrieben habe), dass da das Beschäftigungsangebot, teilweise für einen Welpen/Junghund einfach too much ist, dass der Hund überhaupt nicht runterkommen kann. Es gibt sie doch leider wirklich, die Threads, in denen HH sich beschweren, dass sie so hibbelige Hunde haben, dabei versuchen sie doch schon so gut wie möglich, die Hunde müde zu kriegen! (O-Ton) Bei den Auflistungen wundert mich dann in der Tat nicht, dass der Hund nciht runterkommt ;)

    anni:
    Ja klar geht das auch mit Kopfarbeit. Die Leistungsfähigkeit sinkt, die Erfolgserlebnisse für den Hund bleiben aus, der Hund spürt die Erwartungshaltung, weiß, dass er irgendwas soll, kann aber eigentlich schon nimmer und versucht mit Ach und Krach irgendwie doch das gewünschte abzuliefern - der Hund hat Stress und den nicht zu knapp, die Situation überfordert ihn ganz klar, also auch bei Kopfarbeit immer in Maßen und so, dass der Hund Spaß dran behält. Es ist halt einfach ein schmaler Grat zwischen fordern und überfordern.

    Lg, Henrike

    Jeany:
    Es wird die Mischung sein. Ein bissle Hundesport ist mit Sicherheit nicht verkehrt. Ein Hund, der arbeiten darf ist vermutlich auch nicht unglücklich. Ich denke aber, dass es für manchen Hund ein Problem ist, wenn man neben den normalen Gassirunden, auf denen man noch jeweils ein wenig UO trainiert, zusätzlich noch Agility, Discdogging, Dogdancing, Mantrailing macht und abends als Betthupferl daheim noch Zielobjektsuche oder Clickertraining.
    Beschäftigung für den Hund ist gut und in Ordnung. Aber wenn man davon spricht, dass der Hund "Ruhe" lernen soll und auch akzeptieren soll, heißt das nicht, den Hund ruhigzustellen, sondern ihn daran zu gewöhnen, dass er mal gefordert wird und mal nicht. Ihm zu zeigen, dass es halt nicht jeden Tag ein bestimmtes Bespaßungsprogramm gibt und dass das auch etwas völlig Normales ist.

    Ich habe sehr zu schätzen gelernt, dass mein Hund auch mal "wenig-mach"-Tage hatte, als sie krankheitsbedingt einige Zeit nicht viel machen durfte. Da hat sie mir nicht aus Frust die Bude auseinandergenommen oder mich den lieben langen Tag genervt, wann wir denn endlich mal die 2-3 Stunden Gassi, die sie gewöhnt sei, "abarbeiten", sondern sie kannte das und hat es akzeptiert. ISt sehr von Vorteil, wenn der Hund sich mal verletzt und sich schonen muss (und davor ist ja wirklich kein Hund gefeit).

    LG, Henrike

    Ich schätze "vielseitige" Hunde. Hunde, denen ein Tagesausflug genauso wenig ausmacht wie ein Gammeltag auf der Couch. Ich sehe viele unterforderte Hunde, aber auch viele überforderte Hunde. Wem man da nun einen größeren Gefallen tut, ich weiß es nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, dass so mancher Hund sich besser mit "zu wenig" abfinden kann als mit "zu viel". Ich glaube einfach, dass viele Hunde sich anpassen, wenn sie recht wenig machen dürfen (sind ja nicht grad wenig Hunde, die immer nur einmal an der Flexi-Leine um den Pudding dürfen) und dass sie es zwar gut fänden, wenn man mehr mit ihnen machte, aber sie leiden nicht so richtig drunter, dass man halt nciht so viel mit ihnen macht. Für diejenigen, die in einer Tour dauerhaft gefordert werden, dürfte es da schon schwieriger sein, sich da anzupassen und mit dem Stresslevel klarzukommen.

    Prinzipiell habe ich 2 Stunden "Richtlinie" zum Gassi am Tag. Aber, und das sage ich völlig ohne schlechtes Gewissen, es gibt durchaus Zeiten, in denen Maja mehrere Tage hintereinander nicht auf 2 Stunden kommt. Dafür gibts auch manchmal Tage, an denen wir morgens die Morgenrunde machen, nachmittags einen Ausflug und auf dem Rückweg entscheide ich, dass ich noch schnell was aus der Innenstadt brauche und sie kommt halt schnell mit. Mit beiden Gegebenheiten kommt der Hund wunderbar klar.

    Einen Hund, der dauerbespaßt werden möchte, fänd ich genauso anstrengend wie einen Hund, den ich für jede Aktion erst überreden müsste ;)

    LG, Henrike