Beiträge von Niani

    Dann setz ich noch eins drauf: 3-4 Einheiten a 10 Minuten macht 30-40 Minuten am Tag. Soviel macht Maja nicht in der Woche...

    LG, Henrike (deren Hund ihr vorgestern wieder eindrucksvoll bewiesen hat, wie effektiv so eine zweiwöche Trainingspause doch sein kann...)

    Zitat

    Doch, mit 12 ist man durchaus in der Lage, die Werte, die einem vorgelebt werden, zu reflektieren.

    Nur, wenn man irgendwann mal gelernt hat, zu reflektieren. Und auch dann in diesem Alter oftmals nur, wenn man einen Denkanstoß dazu bekommt. Und auch dann immer nur vor dem Hintergrund der moralischen Grundsätze, die man kennt.

    Meine Eltern haben mir frühzeitig beigebracht, Dinge zu hinterfragen, mein eigenes Verhalten zu überdenken, über bestimmte Ansichten nachzudenken. Und dennoch: Mit 12 habe ich nicht über die Dinge reflektiert, über die ich heute reflektiere. Wie oft habe ich quasi jemanden gebraucht, der mich erstmal dazu gebracht hat, drüber nachzudenken, bis mir dann ein Licht aufging und ich feststellte "Stimmt, so hab ich das ja noch gar nicht gesehen". Und so geht es mir bis heute. Dass es Menschen gibt, die mich zum NAchdenken und Reflektieren anregen, über Dinge, über die ich von mir selbst aus vielleicht nicht nachgedacht hätte.

    Kann ich da von einer 12-jährigen erwarten, dass sie das von sich aus tut, wenn es niemanden gibt, der ihr das vorlebt geschweige denn sie mal dazu anregt?

    Knautschgesicht:
    Ich denke schon, dass sich eine Gesellschaft in diese Richtung entwickeln kann. Allerdings denke ich nicht, dass absehbar ist, in welche Richtung genau das gehen wird. Denn wie gesagt: Wenn wir die Gesellschaft beeinflussen, beeinflusst sie uns. Und das Ausmaß dieser Wechselwirkungen ist für uns für zukünftige Handlungen/Ansichten nicht vorhersagbar. Zumal das oftmals ein sehr langsamer Prozess ist, innerhalb dessen immernoch sehr viel passieren kann, was darauf wiederum Einfluss nimmt.

    Zitat


    Hm
    Wenn das so wäre, würde sich eine Gesellschaft niemals weiterentwickeln, weil die gesellschaftlichen Normen ja von Generation zu Generation 1:1 weitergegeben würden.
    Meine Eltern stammen beide aus der Kriegsgeneration, die noch die Hausschlachtung gelernt haben und nach dem Grundsatz lebten "dafür sind Tiere doch da". Normalerweise müßten sie mir das so vermittelt haben. Ist aber nicht so.

    Ich denke, ein wichtiger Punkt bei diesen Geschichten ist Empathie. Wer in der Lage ist, sich in ein anderes Wesen hineinzufühlen, mitzufühlen, der bringt es gar nicht fertig, so etwas zu tun.

    Und Empathie kann nicht anerzogen werden.

    Auch wenn das fast ein eigenes Thema wert wäre (ich finds super spannend, schreibe in zwei Wochen meine Magisterklausur darüber)
    Wir beeinflussen die Gesellschaft und sie beeinflusst uns. In diesem Wechselspiel kann natürlich auch eine Weiterentwicklung stattfinden.

    Prinzipiell geht es aber nicht um eine 1:1-Vermittlung, sondern oftmals einfach nur darum, seinem Kind bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften mit auf den Weg zu geben, die es ihm ermöglichen, Dinge zu hinterfragen, offen zu sein für Neues, sich Gedanken zu machen, verschiedene Standpunkte zu betrachten, zu argumentieren und sich auf dieser Grundlage eine "eigene" Meinung zu bilden. Eigene ist deshalb in Anführungszeichen, weil auch dieser Prozess wieder gesellschaftlich beeinflusst ist.

    Und Empathie ist sehr wohl eine Geschichte, die einen gesellschaftlichen Hintergrund hat. Dahinter steht die Fähigkeit, den anderen als "sich selbst ähnlich" zu erkennen und sich in seine Lage hineinzuversetzen. Die Fähigkeit selbst ist angeboren. Die Entwicklung, dies auch wirklich zu tun, und dies auch immer differenzierter zu tun ist gesellschaftlich motiviert. Ein Kind, das isoliert aufwächst, wird, obwohl es die angeborene Fähigkeit dazu hat, nicht von heute auf morgen anfangen, sich in den anderen hineinzuversetzen, wenn es irgendwann aus seiner Isolation herausgeholt wird. Da sind dann entscheidende Entwicklungsschritte ab dem Kleinkindalter verpasst. Unwiderruflich verpasst. Womit wir dann wieder an dem Punkt wären, dass für Empathie die Erziehung durchaus eine Rolle spielt.

    LG, Henrike

    Zitat

    Mit 12 sollte man trotzdem schon so viel Verstand haben und ich finde, dass es dieses Verhalten nicht entschuldigt. So ein kleines Kind ist sie auch nicht mehr. :/

    Mit 12 kann man nur so viel Verstand haben, wie andere einem beigebracht haben. Moralische Werte, die wir vielleicht mit 12 Jahren gehabt haben, hatten wir, weil man sie uns quasi von klein auf eingetrichtert hat. Weil wir gelernt haben, dass man dies und jenes nicht tut und dass es dafür Konsequenzen gibt usw. Wenn sie das alles niemals gelernt hat, kann man ihr auch nicht vorwerfen, sie habe den Verstand nicht gehabt. Verstand entwickelt sich immer im gesellschaftlichen Kontext.

    Das entschuldigt dieses Verhalten noch immer nicht, aber es erklärt es. Zur Rechenschaft gezogen werden müssten m.E. die, die dieses Kind zu dem gemacht haben, was es ist: Ein Mensch der Spaß am Töten hat.

    MEin alltäglicher Tierschutz sieht so aus, dass ich drauf achte, woher die Eier und das Fleisch kommen, die ich verzehre.

    Ansonsten hatte ich eine Zeitlang einen Gassihund, dessen Halterin einfach nicht mehr regelmäßig mit ihm gehen konnte, da hab ich die Kurze halt mitgenommen.

    Zufallsmäßig betreibe ich immer mal wieder Tierschutz, wenn ich Tiere finde. Ich muss da ein Händchen für haben. Ich finde Hunde, ich finde Kühe, ich sorge dafür, dass die Pferde, deren Weidezaun kaputt ist, nicht in der nächsten Nacht auf unserer Bundesstraße stehen usw.

    LG, Henrike

    Und vor der Problematik stehe ich nicht, wenn ich Inlandstierschutz betreibe? Wenn ich mich im Inlandstierschutz engagiere, bin ich da nicht darauf angewiesen, dass ich andere finde, die die zu vermittelnden Hunde für die nächsten fünf oder zehn oder gar fünfzehn Jahre aufnehmen und für sie Verantwortung tragen? Das ist dann doch auch nur indirekte Hilfe. Wo ist da der Unterschied zum Auslandstierschutz?

    Wer ist hier kleinkariert? ICH unterscheide nicht zwischen Auslands- und Inlandstierschutz. Ich unterscheide nur zwischen gutem und schlechtem Tierschutz, völlig unabhängig vom Land.

    Zitat

    Hi Nicki,

    toll was du da alles aufgeführt hast wo man überall helfen kann.
    Ist ja soweit in Ordnung.
    Nur ist es bei jedem Hilfsdienst von denen die du aufgeführt hast so, daß die Hilfe direkt an Ort und Stelle ankommt. Also als Arzt ohne Grenzen fliege ich dorthin und helfe.
    Aber im Auslandstierschutz kann ich so direkt nicht helfen weil da brauche ich immer eine weitere Hilfe in Person eines Abnehmers. Und deshalb ist dies nur eine indirekte Hilfe.

    Wenn ich morgen 500 Euro an einen Hilfsdienst im Inland spende, brauch ich auch immer noch weitere Hilfe bei diesem Hilfsdienst, der das Geld dann sinnvoll einsetzt, damit es ankommt bei denen, denen geholfen werden muss. ISt nur eine indirekte Hilfe.
    Wenn ich zur Blutspende gehe, brauch ich auch immer weitere Hilfe von anderen, bis mein Blut bei denen ankommt, dies dann wirklich brauchen. Ist auch nur eine indirekte Hilfe.

    Obwohl sie nicht im Ausland stattfindet.

    Das machts doch nicht besser oder schlechter?

    Zitat


    ich strick gerade um und das mit den wettbewerben hab ich ehrlich gesagt noch überhaupt nicht kapiert :(
    kann mir da einer unter die arme greifen?

    Ich bin da kein Profi, weil ich meine auch erst langsam aufbaue, aber du solltest mit kleinen Wettbewerben anfangen und dann die Schwierigkeit langsam nach oben schrauben, wenn du merkst, dass die Wettbewerbe gut laufen und der "Pott" der ausgeschüttet wird, größer wird. Du hast die Anforderungen recht hoch angesetzt. Das führt dazu, dass der Pott noch recht klein ist und somit gar nicht in den Listen der Wettbewerbe aufgeführt wird bei den Pferden, die die Anforderungen erfüllen, denn dort stehen immer nur die besten Wettbewerbe.

    Außerdem macht es Sinn, ab und an eigene Pferde mitlaufen zu lassen, um die Wettbewerbe in die Listen zu bringen. Wenn eines deiner Pferde die Anforderungen erfüllt und du es zu einem Wettbewerb anmelden willst, der nicht in der Liste steht, kannst du unterhalb der Liste nach deinem RZ suchen und da erscheint dann dein Wettbewerb und du meldest dein Pferd an. Danach sollte der Wettbewerb dann auch in der Liste für andere Pferde auftauchen, weil ja immer die oben stehen, die schon angemeldete Pferde haben :)

    LG, Henrike

    Zitat

    Aber wieso jetzt die Pferde 3km entfernt und den Hund nicht?
    Was ist das für eine Logik??? Armer Hund, du wirst nicht gerettet weil du näher dran bist. Also man kann ja alles drehen und wenden wie es grad so passt.

    Und vor seiner eigenen Haustür kehren ist so wie du es jetzt wieder hindrehst ganz klar engstirnig. Vor der eigenen Haustür meine ich zumindest nicht meine Haustür (bildlich) sondern vielleicht mein Nachbar oder jemand im Ort oder Kreis usw.
    Was mich z.B. im Moment so maßlos aufregt, daß ich im Nachbarort einem Vermehrer nicht das Handwerk legen kann. Denn der hat einen Bauernhof mit Kühen, Schweinen und Hunden und vielleicht auch noch Hühnern. Dieser läßt seine Hündin 2x im Jahr decken. Als er darauf angesprochen wurde, meinte er "damit ist mehr Geld verdient als mit Schweinezucht". Ja was soll denn das, da könnte ich buchstäblich auf der Sau raus. Wenn ich an den denke krieg ich echt die Wut.

    Und da finde ich fängt die Haustür an.

    Wie schon gesagt: Weil ich da helfe, wo ich es KANN. Wenn es beim Hund nicht geht, aber bei den Pferden, dann helfe ich letzteren dennoch. Das nun umzudrehen, dass ich nicht helfe, WEIL der Hund näher dran ist, ist albern. Mir gehts ja eben drum, dass ich nicht so viel Wert drauf lege, wie groß die Entfernung zum Helfen ist, sondern vielmehr, DASS man helfen kann und es dann auch tut. Spielt es da eine Rolle, wie weit entfernt das von meiner Haustür ist? Obs in meiner Straße, meinem Stadtteil, meiner Stadt, meinem Kreis oder dem nächsten Bundesland oder gar dem Ausland ist?

    Natürlich verstehe ich deine Wut bzgl. des Vermehrers. Ginge mir nicht anders. Aber wenn ich Birgits Argumentation folge, dann muss ich vor meiner Haustür anfangen und erst, wenn ich da alles in Ordnung habe, kann ich meinen Hilfsradius ausweiten zum Beispiel auf mein Bundesland. Genau diese Meinung teile ich nicht. Wenn ich vor meiner Haustür nicht alles in Ordnung bringen KANN, dann lass ich doch nicht sämtliche Hilfe sein, wenn ich innerhalb meines Bundeslandes aber noch einiges bewirken kann.

    Zitat


    Henrike, vor der eigenen Haustür, dann im eigenen Budesland, dann in ganz Deutschland und wenn es da überall stimmt, dann in den Nachbarländern, danach weltweit..... sofern ich dann noch finazielle Mittel dafür habe.

    Weißt du, wenn ich die Pferde in der Bauernschaft 3 Kilometer weit weg retten kann, werd ich das bestimmt nicht lassen, nur weil ich den Nachbarshund grad nicht retten kann und der ja näher an mir dran ist, als die Pferde.

    Aber wenn wir uns schon überlegen, dass doch immer erstmal jeder vor seiner eigenen Haustür kehren soll, warum dann überhaupt noch irgendwem helfen? Wenn die Parole lautet "Warum den anderen helfen, solange man selbst genügend andere Probleme hat", braucht man sich doch wirklich nur noch um sich selbst zu kümmern. Irgednwo eine traurige Einstellung...