Ich glaube eher weniger, dass es hier darum geht, ob im Haus lebende Hunde glücklich sind oder unglücklich.
Ich glaube vielmehr, dass es darum geht, dass Hunde nicht zwangsläufig unglücklich sein müssen, wenn sie draußen leben. Eben nämlich dann, wenn sie es so kennenlernen.
Klar, der Mensch ist ja schon ein Gewohnheitstier, der Hund nicht minder. Das, was der Hund in jungen Jahren kennenlernt, als "normal" erlebt und damit nicht unglücklich ist, das wird er später vorziehen. Wie viele von uns könnten sich ein Leben im afrikanischen Busch vorstellen? Ich denke mal (und da nehme ich mich selbst auch nicht aus), die wenigsten. Einfach, weil wir in der westlichen Zivilisation aufgewachsen sind, dieses Leben kennengelernt haben und hier trotz allen Jammerns kein schlechtes Leben führen. Ähnlich geht es aber auch den Menschen, die im afrikanischen Busch aufgewachsen sind. Die auf einmal in eine deutsche Großstadt zu verpflanzen wäre ebenfalls etwas, was sie nicht zwangsläufig ihrem bisherigen Leben vorziehen würden.
Mit unserer Sozialisation werden wir auf bestimmte Werte geprägt und das sind dann auch die Dinge, die uns unser Leben lang beeinflussen und die wir schätzen. Auch der Hund wird auf bestimmte Dinge geprägt, sei es, ob er im Haus bei seinen Menschen aufwächst oder ob er bei und mit Artgenossen draußen aufwächst. Und das sind die Dinge, auf die er später "Wert" legt...
Natürlich ist meine Hundehaltung egoistisch. Na und? Dem Hund geht es damit ja nicht schlecht, immerhin hat er es so kennengelernt, bei mir zu leben und nicht draußen. Ergo ist das Zusammenleben mit mir ja auch das, was er schätzen gelernt hat und somit füge ich ihm ja keinen Schaden zu, meinem Egoismus nachzugehen :)
LG, Henrike