Ich weiß nicht, diese Einstellung, dass der Hund erst einen Test ablegen muss und erst öffentlich frei laufen darf, wenn er es perfekt kann, finde ich sehr "gefährlich". Das geht doch völlig an der Realität vorbei.
Dass jemand etwas erst perfekt können muss und darauf getestet werden muss, bevor er es generell darf, das ist doch nicht das Leben. Niemand wird perfekt geboren, niemand wird perfekt auf die Menschheit losgelassen, niemand muss für alles erst einen Test abgelegt haben - aber unsere Hunde, für die gilt das???
Das ist doch das ganz normale Leben, dass wir Dinge lernen und diese dann auch ausprobieren, immer mit der Option, dass das auch mal scheitern kann.
Wenn ich mir überlege, dass ich erst einen Test bzgl. meiner Tischmanieren hätte machen müssen, bevor ich mit meinen Eltern ins Restaurant darf oder dass ich erst die Lehrerausbildung hätte beenden müssen, bevor ich im Praktikum die ersten Unterrichtsversuche machen darf, um auch ja sicher zu gehen, dass nichts schief gehen kann, völlig absurd...
Ich weiß, der Mensch-Hund-Vergleich ist hier verpönt, mir schien er aber doch angebracht: Unsere Tiere sind immernoch Lebewesen. Mit Ecken, KAnten, Fehlern und einem eigenen Willen. Unsere Aufgabe ist es, sie durchs Leben zu führen und ihnen all das nahezubringen, was sie brauchen, um mit ihnen auch in unserer Gesellschaft nicht ständig anzuecken. Aber bei all den Erwartungen, die wir da an die Tiere haben, geben wir ihnen doch auch mal ein paar Rechte. Allen voran das Recht, auch mal Fehler zu machen, auch mal draus zu lernen. DAS ist nämlich das Leben: Lernen im und mit dem Alltag, wachsen an den Fehlern.