Beiträge von Niani

    Zitat

    Ich erwarte es als Kunde, wenn ich es ihm mitteile. Danach kann er mir seine Mehrkisten benennen.

    So einfach ist das.

    Hat er dazu keine Lust, habe ich keine Lust ihn angemessen zu bezahlen.


    Das funktioniert doch aber nicht, wenn es so läuft, wie in Björns Beispiel, dass der Kunde das nämlich einfach mal voraussetzt und dem Sitter das erst mitteilt, wenn die Hunde längst abgeliefert sind.

    Du kannst mir nicht erzählen, dass du das für die feine Englische hältst...

    Der Friseurvergleich ist nett. Da gehe ich auch zu einem Dienstleister, wie beim Hundesitter. Ich zahle, also mache ich solange die Regeln, wie cih sämtliche Leistungen zahle, die ich vom Friseur in Anspruch nehme. Wenn ich dorthin gehe und einen kompletten Haarschnitt haben will, muss ich den zahlen. Fällt mir aber mittendrin ein, dass ich bitte auch noch eine neue Grundfarbe und Strähnchen haben will, wird der Friseur mir entgegnen, dass das dann aber auch mehr kostet, weil mit mehr Aufwand verbunden. Fällt mir Samstagnachmittag auf, dass ich dringend noch die Haare geschnitten kriegen muss für Sonntag, kann ich einen Sondertermin beim exklusiven Friseur machen, der auch am Wochenende für seine Kunden tätig ist - und zahle entsprechend einen Aufpreis als Wochenendzuschlag.

    Genauso isses doch beim Sitter. Hat irgendjemand Sonderwünsche, dass ich für seinen Hund 2,5 Stunden früher aufstehe, dann kann ich das gern tun. Sofern mir das entsprechend vergütet wird. Stichwort Leistungsgesellschaft, da hat keiner was zu verschenken, auch der Dienstleister nicht.
    Und fair wärs ja dann schon, wenn man bei Annahme des Auftrags über diese Sonderleistungen, die da erwartet werden, informiert wird. Beim Friseur kanns mir ja dann genausogut passieren, dass der mir sagt, dass ich nur einen Termin für den Schnitt habe, Färben und obendrein Strähnchen passen nicht mehr in den Terminplan. Ist als Sitter bloß ein bisschen schwer etwas abzulehnen, wenn man das erst erfährt, wenn der Besitzer mit den Sonderwünschen erst rausrückt, wenn er die Hunde schon abgeliefert hat und schon wieder weg ist.

    Zitat

    Kein Mensch verlangt, dass ein Hundesitter sich alles gefallen lassen muss.
    Es ging um "frühe" Gassigänge, die, wie ich meine, durchaus zu bewerkstelligen sind.

    Zu bewerkstelligen ist so einiges. Es kostet nur ;) Es ist auch zu bewerkstelligen, dass ich bei der nächsten Firmengala die Gästebetreuung bis nachts um 1 mache, gar kein Problem. Aber ich krieg halt auch einfach mehr dafür, als wenn ich meinen ganz normalen Job von morgens 8 bis nachmittags 16h verrichte.
    Tierkliniken sind auch am Wochenende erreichbar, zu bewerkstelligen ist das. Aber auch hier: Wochenendzuschlag ;)

    Ich brauche für Maja derzeit keinen Hundesitter, wäre aber vermutlich auch nicht ganz einfach in meinen Ansprüchen. Ich würde erwarten, dass mein Umgang mit dem Hund angenommen wird, also ähnliche Kommandos und ähnliche Verhaltensweisen in best. Situationen. Hat aber auch viel damit zu tun, dass ich weiß, dass wenn der Sitter sich verhält, wie ich das tu, Maja das sehr schnell rafft und dann ein einfacher unkomplizierter Hund ist, mit dem man problemlos unterwegs sein kann.

    Ich hatte aber schonmal den ein oder anderen Hund von anderen mit, wenn ich zum Gassi unterwegs war. Bei der Hündin meiner Freundin habe ich nicht großartig "erzogen", beim Gassipudel schon, das war aber von der Besitzerin aus auch okay, die war froh, dass ich die Kurze mitgenommen habe und die Kurze war dankbar, dass ihr überhaupt mal wer "Aufgaben" gestellt hat und noch viel froher, dass sie die lösen konnte und das auch noch belohnt wurde. Die war aber auch so unkompliziert, dass ich da nicht groß strafen musste, die hat alles "aufgesogen", so dass ich da abgesehen von "Die Leine ist zu Ende" (ja, die lief bei mir an der Schleppe) auch nicht groß Grenzen setzen musste.
    Die Hündin der Freundin musste hier im Haus aber auch ein paar Regeln lernen. Das wusste meine Freundin und das war okay, da hat sie nicht erwartet, dass Madame sich auf dem Sofa fläzen darf, mir die Küchenarbeitsfläche abräumen darf und in einer Tour Maja nerven darf, weil sie nicht runterfahren konnte. Da war es durchaus okay, dass ich den Hund davon abgehalten habe, aufs Sofa zu springen, sie beim ersten Mal, als sie die Vorderpfoten auf dem Küchentisch hatte, dort wieder runtergepflückt habe und dann zugesehen habe, dass das kein Dauervergnügen wird und auch, dass ich sie "gezwungen" habe, mal runterzukommen, indem ich sie immer wieder zum Platz gebracht habe.

    Bei den 25-30 Euro für 3 Stunden Spaziergang vor ein paar Seiten musste ich übrigens sehr lachen. Das entspräche einem Stundenlohn von knapp 10 Euro - pro Hund! Bei 10 Hunden pro Runde käme da dann ordentlich was zusammen. Und sorry, da stimmt für mich dann auch die Relation einfach nicht mehr. Da passt Preis nicht mit Leistung zusammen. Eben, weil die Konzentration auf den Einzelhund nicht so gegeben ist wie in kleineren Gruppen. Bei 10 Hunden sollen die Tiere "funktionieren", damit es klappt, weil man sonst nicht alle Situationen händeln kann, aber das ist dann für mich auch einfach eine andere "Leistung", die ich da in Anspruch nehme, als wenn ich einen Gassigänger "exklusiv" oder in der Kleingruppe buche.

    Was das frühe Aufstehen angeht, wäre das eine Sache, die halt vorher abgeklärt werden müsste; grundsätzlich müssten vorher wiederum Preis und Leistung festgelegt werden - Sonderwünsche kosten extra.
    Gaby, wenn du schreibst, du sagst einem Sitter "Spring" und er fragt "Wie weit?", weil du ihn bezahlst, dann wirst du sicherlich einen entsprechenden Preis zahlen, der "All inclusive"-Leistungen rechtfertigt, oder? Denn ganz ehrlich, ich würde auch nicht alles für einen Minimalpreis machen - mein Chef zahlt mir auch mehr, wenn ich in den Abendstunden oder bis nachts ackern muss.
    Die Anspruchshaltung, dass ein Sitter, wenn er sich bereit erklärt, einen Hund am WE aufzupassen, quasi zum Leibeigenen des Auftraggebers wird und sich alles gefallen lassen muss, irritiert mich irgendwie. Und dann immer dieses "Du musst das doch nicht machen" - ja klar, wir kündigen alle unsere Jobs, wenn wir mal der Meinung sind, dass von uns mehr gefordert wird, als an Gegenleistung reinkommt. Super Idee. :roll:

    LG Henrike

    Unser Allround-Halsband ist eins, das ich schon seit Junghund-Zeiten für Maja habe. Ein relativ breites Vario Soft von Wolters. Ist zwar nicht unterfüttert, aber durch die Breite und die Verarbeitung dennoch okay. Hält Wasser und Schmutz ziemlich problemlos stand, wird alle Jubeljahre mal gewaschen und hat sogar ein paar durchgezogene Reflexfäden (wobei ich nicht sicher bin, ob man die im Dunkeln wirklich vernünftig sieht).

    Es ist bei Maja sogar situationsabhängig. Grundsätzlich kann sie besser sitzenbleiben als weiterlaufen, so rein von der Impulskontrolle her. Um es dem entgegenkommenden Halter nicht schwerer zu machen und weil sie es eben dennoch können soll, gehen wir dennoch häufig vorbei und sie muss im "Bei mir" bleiben. Erkenne ich aber vorher, dass dieser eine Hund nun - aus welchem Grund auch immer - ganz besonders spannend ist, so dass sie nicht cool dran vorbeigehen könnte, setze ich sie ab.

    Vorbeigehen klappt aber in ca. 95% aller Fälle, ohne dass sie meint, sie müsse da nun noch hin.
    Bleibt der andere HH stehen und wartet, dass wir vorbeigehen, ist das aber auch kein Problem, wenn das ein Hund ist, bei dem es ihr schwerfiele, lenke ich dann auch durchaus schonmal ab. Nicht, weil ich mir davon einen LErneffekt erhoffe, sondern weil ich nicht will, dass sie mit dem Schema "in die Leine hängen und aus dem 'Bei mir' ausbrechen ERfolgserlebnisse hat.

    Ich finde, es ist schwer, da eine allgemeingültige Aussage zu treffen.

    Ja natürlich muss man hinter dem stehen, was man tut, sonst kann man es sich gleich schenken. Ja klar ist es sinnvoll, nicht heute "Hüh" und morgen "Hott" zu sagen. Aber manchmal ist es genauso wichtig und sinnvoll, sich mit der eigenen Denkweise kritisch auseinanderzusetzen, sich andere Meinungen anzuhören und zu hinterfragen, ob das, was man macht, gut ist oder ob man da besser an sich arbeiten sollte.

    Ich glaube grundsätzlich nicht, dass es DEN Weg gibt, dafür sind Menschen und Hunde einfach zu unterschiedlich gestrickt. Es gibt einige Dinge, die ich für mich ausschließe, weil ich nie wirklich dahinter stehen könnte. Aber ansonsten brech ich mir keinen Zacken aus der Krone, mir auch mal andere Sichtweisen anzuhören, zu sehen, wie andere etwas lösen und dann für mich zu überlegen, ob und was ich davon übernehmen möchte. Unsicherheit muss daraus doch nicht zwangsläufig entstehen. Hinter etwas zu stehen heißt ja nicht, dass man Scheuklappen aufsetzt und alles andere gar nicht erst in Erwägung zieht, sondern auch, dass man Alternativen sieht und sich bewusst dagegen entscheidet, weil man die Vor- und Nachteile sieht und zwar aller Varianten.

    Ja, ich würde dafür plädieren, dass man offen ist, offen für Neues. Annehmen muss man eben nicht alles. Manchmal ist es ja gerade sinnvoll, alles einmal "durchgespielt" zu haben, um dann umso überzeugter zu sein von dem, wofür man sich entschieden hat.

    LG Henrike