Och, ich weiß nicht. Ich meine, warum denn eigentlich nicht? Wenn der Hund sich doch gut mit einem Rollstuhl arrangiert, das Ding annimmt und keine Schmerzen hat, sehe ich das nicht als Quälerei.
Ich treffe viele Entscheidungen für meinen Hund, ich hoffe, dass sie immer in ihrem Sinne sind, nicht alle dieser Entscheidungen findet mein Hund toll, aber sie müssen hingenommen werden, weil ich nunmal das Frauchen bin, das diese Entscheidungen fällen kann. Die Alternative dazu, nämlich das Leben zu beenden wäre ebenfalls eine Entscheidung, die ICH treffe, bei der ich den Hund nicht einfach mal zu seiner Meinung befragen kann - und es wäre eine endgültige.
Solange mein Hund mir nicht signalisiert, dass er ein Leben mit Rollstuhl für unwürdig hält, würde ich drauf pfeifen, was andere für unwürdig halten.
Ich würde nämlich nicht per se behaupten, dass ein Hund unglücklich ist, nur weil er einen Rollstuhl benötigt.
Auch wenn mir das Herz aufgeht, wenn ich Madame fröhlich durch die Gegend flitzen sehe und ich nicht hoffe, irgendwann mal drauf verzichten zu müssen, aber dennoch weiß ich, dass das nicht der einzige Maßstab für Lebensqualität bei ihr ist.
"Erlösen" ist das Wort, das häufig fällt, wenn es darum geht, das Tier einschläfern zu lassen und es ist für mich auch sehr passend. Es gibt für mich keinen anderen Grund, ein Tier einzuschläfern, als es von irgendetwas zu erlösen, für das es keine andere Hilfe mehr gibt. Und "erlösen" hieße dann auch, dass das das Beste für das Tier ist, weil ich die Leidenssituation quasi beende. Wenn ich aber einen Hund vor mir habe, der entweder auf einen Rollstuhl angewiesen wäre oder "erlöst" werden sollte, dann müsste ich mir schon sehr genau überlegen, ob dieses Tier auch "erlöst" werden will. Ob das das Beste für den Hund ist. Ob eine Leidenssituation damit beendet wird. Ob es keine andere Hilfe gibt. Wenn dem aber nicht so ist, weil das Tier mit der Alternative "Rollstuhl" gar nicht leidet, sondern sehr gut damit zurechtkommt, dann sehe ich auch keinen Grund, das Tier zu "erlösen".
Nö, per se einen Rollstuhl ausschließen, das kann und will ich nicht. Es mag Hunde geben, bei denen ein Rollstuhl nicht in Frage käme. Es gibt aber auch die, bei denen ich es wohl versuchen würde.