Zitat
allein das an sich wertlose stück papier macht aus einem minder wertigen hund einen wertvollen. welch ein unsinn.
Sorry, aber der Begriff "minderwertiger Hund" ist in dem Zusammenhang völlig fehl am Platz.
Es geht nicht um wertvoll oder minderwertig!
Es geht darum, daß es immer schon Menschen gab, die sich bemüht haben züchterisch auf ihre Hunde einzuwirken - früher meist mit dem Ziel, besondere Eigenschaften und damit Arbeitsleistungen zu erreichen.
Man hat nach Gefühl und Erfahrung Tiere miteinander verpaart - dabei haben sich bestimmte Schläge gebildet.
Diese Schläge bildeten die Grundlagen der jeweiligen Rassen. Seit Gründung der Rassezuchtverbände wurden dann die sogenannten Standarts festgeschrieben, dort sind eben vor allem auch die äußerlichen Merkmale beschrieben. Eine Änderung dieser einmal festgeschriebenen Standarts geht seither eben nicht mehr so einfach.
Um zu gewährleisten, dass nicht jeder willkürlich irgendwelche Hunde einkreuzt, und damit überhaupt eine gewisse Kalkulierbarkeit für die Äußeren- und die Wesensmerkmale zu erzielen, wurden die s.g. Zuchtbücher irgendwann geschlossen. Und das bedeutet, daß alle Tiere die nicht aus Abstammungslinien dieser Zuchtbücher stammen, eben für diese Rasse PER DEFINITION als Mischling gelten.
Soweit hab ich das jedenfalls bislang verstanden - die Züchter hier mögen mich korriegieren wenn daran was falsch ist.
Dieses ganze Verfahren und System kann man nun für sinnvoll oder für unsinnig halten. Das liegt im persönlichen Ermessen.
Hinzu kommt aber nun die hier vielfach aufgezählten Argumente, daß eine unter dem Dachverband VDH kontrolliert durchgeführte Zucht bestimmte Auflagen erfüllen muss, die a) besser sicherstellen, daß keine Erbkrankheiten weiter gezüchtet werden und b) die Tiere vor unsachgemäßen Zuchtbedingungen schützt.
Dieser Aufwand kostet natürlich - dagegen gibts ja wohl auch nichts einzuwenden.
Wie weit es mit diesen Auflagen und deren Kontrollen her ist scheint mir umstritten zu sein - und ist wohl auch nochmal je nach Rasseverband unterschiedlich.
Schwarze Schafe gibt es überall - und Ausnahmen bestätigen diese Regeln.
Außerhalb dieser verbandskontrollierten Zucht gibt es noch spezielle Gruppierungen, die wie z.B. die Musher für ihre Schlittenhunderennen "wild" kreuzen, um besondere Arbeitsleistungen zu erzielen.
- es gibt Leute, die sich bemühen, ihre Hunde als Rasse anerkannt zu bekommen
- es gibt Leute die das garnicht erreichen wollen (Elo)
- es gibt (noch) ursprüngliche oder exotische Hundeschläge, die bislang nicht als Rasse anerkannt wurden (Beispiel: Altdeutsche Hütehunde, Grund: zu variables Aussehen - es kann kein Standart festgelegt werden (Quelle: aktuells dogs-magazin)
Die meisten Welpen werden aber immer noch irgendwie gezeugt - weil der Markt dafür da ist. Und dieses "irgendwie" ist oft sehr grausam, es gibt furchtbare Bilder von Hinterhofvermehrern.
Die unwissenden Hundeliebhaber werden gnadenlos über den Tisch gezogen - oft wird sogar an deren Mitleid appeliert.
Und natürlich, wenn man an die Geschichte von Unfallwurf glaubt, wenn man seinen Hund liebt, dieser Hund auch noch putzmunter, gesund und toll ist - dann mag man nicht lesen das dieser Hund "nur" ein Mischling ist.
Dabei ist das nun wirklich nicht das Schlimmste was man nachträglich über seinen Hund erfahren kann - denn dieser Begriff ist nur eine Definition, keine Wertung.
lg
susa