Beiträge von susami

    Staffy ...
    so wie Du es jetzt beschreibst sieht es schon anders aus.
    Ein Maßnahmenkatalog - abgestimmt auf den individuellen Hund und Halter.
    Ich glaube darüber muss man nicht grundsätzlich diskutieren - kann man ja auch nicht, is ja individuell :D

    Aber schau, was von all den möglicherweise gegebenen Anweisungen bei Diana angekommen ist:
    In ihrem ersten Post schreibt sie von "eine Woche komplett ignorieren" ... und "immer sofort an die Heizung anbinden, sobald der Hund nervige Schattenspiele betreibt" ....
    DAS ist in meinen Augen das Problem - ... gut, im Laufe des Threads hat sie selbst relativiert, weil hier recht schnell ein wenig Gegenwind kam :roll:

    Erschreckernder Weise kommen all die kleinen, entscheidenden Verhaltensänderungsvorschläge nicht durch ... nur das "komplett Ignorieren" bleibt im Gedächtniss hängen.

    Ich glaube, in der Sache liegen wir nicht wirklich weit auseinander - wenn überhaupt. Ich würde vermutlich den Halter mehr schuften lassen - und wenns 2 Tage am Stück dauert :D

    susa --> selbst noch schweißnass von der Arbeit mit dem Hund :hust:

    Ja Staffy,

    ich finde das auch vertretbar - bei den Alternativen, die Du jetzt so aufgezählt hast.
    Und wenn dadurch der Hund tatsächlich lernt, seinen Halter plötzlich zu respektieren, dann wäre das ja toll.
    Nur genau daran zweifel ich.

    Ich kann Dir auch den Grund nennen:
    ich hab (Asche auf mein Haupt) früher mal versucht, meinem Hund Leinenführigkeit mittels Sprühhalsband beizubringen.
    Aber mein Hund ist nicht doof, der wußte ganz genau wann er dieses Teil um hat und wann nicht. Die echte Leinenführigkeit habe ich dadurch eben grade NICHT erreicht - und die Beziehung zum Hund inklusive eventuellem Respekt war erstmal im A*** argen :D

    Ich würde sogar befürworten, einen Hund für den Rest seines Lebens in einem ausreichend großen Zwinger zu halten - bevor er als Alternative im TH-Zwinger versauert, weil er eben überhaupt nicht zu händeln ist.
    Aber auch dabei gäbe es keinen Lerneffekt.

    Und darum geht es doch hier ... nach Alternativen Erziehungsmethoden - die ja irgendwie nen Lerneffekt haben sollten.
    Nach Möglichkeit bei Hund UND Halter.

    :D :D :D
    Klugscheisser-Regel-Nr. 4

    Such Dir ne neue Hundeschule, und erklär denen vorab, das Du zwar Interesse hat, auf dem Platz zu trainieren und Deinem Hund die Möglichkeit geben möchtest, die Sozialisation weiter zu verbessern im Kontakt mit anderen Hunden ...
    ... aber ansonsten ziemlich genau - nein, ganz genau weißt was Du willst und wie Du das trainieren möchtest.
    Und daher keinen direkten Trainer brauchst.
    Für Anregungen bist Du natürlich offen.

    Und den Hund fasst eh niemand anderes an, außer Dir.

    @ *Sub*
    ich finde es macht wenig bis garkeinen Sinn, diesen Satz von mir nochmal in zwei Hälften zu zerlegen - ich hatte bewußt "ignorieren" und "Nicht-Beachten" in einem Satz erwähnt, weil ich Beides für nicht zielführend halte.

    Und es spricht m.M. nach immer noch dagegen, das dem Hund plötzlich beziehungstechnisch "der Boden unter den Pfoten" weggezogen wird, obwohl er sich doch nur genauso verhalten hat, wie man es geduldet und unbewußt verstärkt hat. Das finde ich einfach unfair.

    bungee
    ja, da wirst Du wohl Recht haben .... wie immer führen viele Wege nach Rom. Dennoch ist doch die Frage interessant, welcher Weg der Beste sein könnte :D

    @ Staffy
    genau - es geht um Hunde und deren Halter, bei denen das Wort Erziehung bislang zumindest falsch verstanden wurde.
    Und es geht um die Frage: wie bekomme ich in dieses Team eine Wende rein?
    Als reine Managementmaßnahme, bevor der Hund - wie im Beispiel von Schnauzermädel - beißend die Familie terrorisiert, finde ich eine räumliche Begrenzung mit Hilfe von mechanischen Maßnahmen durchaus sinnvoll. Da würde ich aber ein Gitter in einer Zimmertüre bevorzugen.

    Aber als Erziehungsmaßnahme finde ich das Anbinden
    a) dem Hund gegenüber unfair
    b) bezweifel ich den Lerneffekt beim Halter

    wirklich lernen muss der Halter doch, Grenzen zu setzen - und diese ggf. auch ohne mechanische Hilfen durchzusetzen.
    Da ist doch eine Übung, wo ich den Halter nötige immer und immer wieder konsequent und geduldig den Hund auf den Platz zu schicken wesentlich weiterführend, oder nicht?

    PS: meine Hunde dürfen mir überall hin folgen, solange sie mich nicht dabei nerven. Also ähnlich wie bei Dir, Schnauzermädel.
    D.h. sie dürfen auch mal aufstehen, sich rekeln, sich umbetten .... ganz ehrlich gesagt beachte ich sie einfach nicht sonderlich, wenn ich grad nicht bewußt mit ihnen beschäftigt bin. Dazu hab ich schlichtweg viel zu viel anderes zu tun :D

    Zitat

    Solch einem Hund Grenzen zu setzen, Regeln beizubringen, ist für mich enorm wichtig und dies geschieht nicht durch Bestärkung dessen, was der Hund richtig macht, sondern auch und vor allem durch Konsequenzen und Rektionen auf das, was der Hund falsch macht !
    Nur, wenn ich einem Hund erkläre, was ein absolutes NoGo ist, wenn ich ihn mal allein stehen lasse, er mal aufläuft mit seinem Verhalten und er lernt damit umzugehen, zurückzustecken und sich zurückzunehmen, nur dann habe ich doch eine Basis auf der ich weiter arbeiten kann.

    Wenn Du so rum fragst, stimm ich Dir 100 % zu.
    Besonders das zitierte find ich dabei wichtig.

    Du schreibst "nur, wenn ich einem Hund erkläre ..."
    und genau darum geht es mir. Ich muss es dem Hund doch erstmal erklären - besonders, wenn dies für ihn völlig neu ist, weil er es doch bislang so durfte wie er es eben wollte..
    Sein inzwischen als problematisch angesehenes Verhalten wurde ihm ja regelrecht beigebracht. Zumindest wurde es bestätigt, verstärkt.

    Es doch nur fair gegenüber dem haarigen Rotzlöffel, das sein Mensch ihm beim neuartigen Grenzen setzen genausoviel Geduld schenkt, wie er es jahrelang vorher beim Bestätigen des Fehlverhaltens getan hat.

    Und ich bin auch davon überzeugt, das es zum Umpolen völlig reicht, ihn jetzt einfach mal klare Grenzen zu setzen.
    Dazu brauch ich ihn weder ne Woche lang ignorieren (was ich für faktisch unmöglich halte) und ich brauch ihn auch nicht überwiegend Nicht-Beachten. Und Anbinden brauch ich auch nicht ...
    ... nur die Geduld haben, einmal mehr auf den Platz zu schicken, als er versucht wieder aufzustehen.
    Gut - das ist Arbeit.
    Die Arbeit von Jahren, nachgeholt in wenigen Stunden.
    Anbinden geht sicher leichter ... solange der Hund kein nervtötendes Gewinsel und Gejaule anfängt.
    Aber Anbinden ist nicht Beziehungsarbeit - nur Management.
    Erst wenn ich den Hund mental auf seinem Platz halten kann, hab ich dem Rotzlöffel das Zepter entrissen.

    Zitat

    Schnauzgriff kann hilfreich und sinnvoll sein, wenn dein junger Hund dich beißt oder rüpelig wird. Den kannste bei den anderen Hundenanwenden, wenn sie deinen mobben

    Hier fehlt der Konjunktiv.
    Schnauzengriff könnte hilfreich sein ... wenn Menschen diesen durchführen könnten. Geht aber nich, weil Menschen keine Schnauze haben.

    @ "Klugscheisser" ;)
    willkommen im Club.

    Ja, grade bei der Hundeerziehung wird einem oft dieses Gefühl vermittelt.
    Lass Dich dadurch nicht verunsichern - denn Dein Bauchgefühl scheint verdammt gut zu sein.
    Wechsel die Hundeschule - und schau bei der nächsten vorher einfach ein paarmal unverbindlich zu, ganz ohne Hund.

    viel Glück
    susa

    Zitat

    Ich hatte allerdings auf andere Trainingsvorschläge für derartige Problemhunde gehofft ...

    Von welchen Problemhunden schreibst Du hier?
    Ich sehe keine.
    Und daher braucht auch kein "Problemhund" trainiert zu werden.

    (Das ist für mich persönlich auch der Hauptgrund, der gegen solchen radikale einschneidende Massnahmen gegenüber den Hunden spricht.)

    Über Trainingsvorschläge für Problemhalter muss ich jetzt erstmal länger nachdenken ....
    melde mich später nochmal dazu.

    Hm ... ich frage mich ob es heutzutage noch Kinderpsychologen gibt, die dazu raten ein Kleinkind, welches einfach nicht zur Ruhe findet und statt zu schlafen immer wieder aufsteht, mittels Geschirr ans Bett zu binden? :???:

    Müsste ja dann eine Erlösung für das von Unruhe geplagte Kind sein, oder?

    Wobei - diese Gitterbettchen ... das sind ja auch fast sowas wie Hundeboxen.
    :sad2:


    Ich finde Snoopy hat es ziemlich gut auf den Punkt gebracht.
    Es scheint Hunde zu geben denen es hilft, mittels Zwang zur Ruhe gebracht zu werden - weil sie es allein einfach nicht schaffen.
    In diesem Fall fände ich es gut, denn es hilft dem Hund.

    In allen anderen Fällen :nein: ....
    ich erwarte von einem Menschen, das er für SICH eine Lösung findet, die dem Hund nicht schadet.
    Möglicherweise würde ich in Fällen wie Dianas eine komplette Hundeauszeit empfehlen, d.h. die Hunde kommen in eine Pension. So findet die Familie vielleicht Ruhe um über ihr Verhalten nachzudenken.

    Aber eigentlich sollte es doch - gerade nach so erschreckenden Verhalten der Hunde - längst einen Familienrat gegeben haben. Inklusive Nachdenken.
    Und grade bei einer Familie wo die Aufmerksamkeit gegenüber den Hunden bislang übertrieben wurde, sollte es doch reichen, wenn man an nur wenigen Stellen reduziert - und schon ändert sich das ganze Gefüge.

    Zitat

    wir werden auf jeden fall mal versuchen ihm das allein sein neu beizubringen...

    ich versteh nur nicht warum das mal klappt und vor allem warum das ging als wir ihn gerade abgeholt haben und auf einmal nicht mehr...

    Der Hund hat mit 100 % Sicherheit ein Trauma.
    Entweder immer schon - oder durch die Trennung von seinem Frauchen, die plötzlich im Krankenhaus war.

    Der Umzug zu Euch war nochmal ein traumatisches Erlebniss - nee, nich wegen Euch. Grundsätzlich ist so ein "Reinschmeissen" in eine neue Familie doch erstmal heftig, das muss ein Hund auch erstmal verarbeiten.
    Daher hat er die ersten Wochen sicher noch ne Art Überlebensstarre gehabt.
    Die allerersten "Auftau"-Anzeichen sieht man doch erst nach 2-3 Monaten, und nach über einem Jahr seh ich das noch bei meinem Findelhund, das der sich weiter öffnet und verändert.

    Euch bleibt nur Management: also Türen unkaputtbar sichern oder Box, Hund in eine Betreuung geben während Eurer Abwesenheit ...
    und das Alleinebleiben komplett neu ... und mit extrem viel Geduld und ganz kleinen Minischritten wieder aufbauen.

    Von Erschrecken halte ich garnix - damit verstärkt ihr seine doch aus seiner Sicht völlig berechtigte Angst nur noch.

    lg
    susa

    Buchtipp: Trennungsanst beim Hund, Autor James O'Heare, Animal-Learn-Verlag
    (hat mir bei meinem Pflegehund Batzi jetzt schon 30 Minuten Freiraum verschafft)

    Zitat

    Was ist jetzt das große Problem daran für den Hund ? Was kann passieren ? Wird der Hund traumatisiert, bekommt er Depressionen, wird er mich nicht mehr lieben, droht gar ein Suizid !!??

    Mal ernsthaft, was ist für euch "Gegner" das dramatischste daran ??

    Also einen Suizidversuch meines Hundes fänd ich jetzt schon ziemlich dramatisch :schockiert:

    Aber Spass beiseite:

    Zitat

    Die Hauptsache liegt darin, den Hund nicht permanent zu bespaßen, ständig zu beachten und ihm alle Wünsche zu erfüllen, sondern, im Gegenteil ihm zu verdeutlichen, daß er - wenn ich nicht will - einfach nix zu melden hat und gut daran tut, sich entspannt irgendwo hinzulegen.

    Der halbwegs clevere Hund hat schnell raus, das er mit seinem alten, kontrollierenden, nervenden Verhalten keinerlei Erfolg mehr hat und daß es viel angenehmer ist, sich einfach irgendwo hin zu legen und darauf zu warten, daß Frauchen sich schon meldet, wenn Hundi gefragt ist.

    Ist das wirklich so? Immer? Bei jedem Hund?

    Dann hätte ich damit wirlich überhaupt kein Problem.

    Zitat

    Nun gibts halt die Variante den Hund erstmal aus allem zurückzunehmen, im Haus weniger zu beachten, nicht auf sein Aufmerksamkeit heischendes Verhalten einzugehen, ihn einfach mal stehen zu lassen und ihn, wenn er zu extrem wird, einfach mal anzubinden und zur Ruhe zu zwingen.

    Da wär dann nur meine Frage: Wie geht es danach weiter?
    also wie wird nach dem "erstmal zurücknehmen" wieder ein normaler alltäglicher umgang?

    Zitat

    Hundi bekommt dennoch Fressen, wird auch mal - wenn mir danach ist - gekuschelt und die Spaziergänge finden nach wie vor statt.

    Die Anweisungen, so wie Diana sie beschrieben hatte, lasen sich etwas härter. Die Umsetzung wird wohl genau das treffen, was Du jetzt hier schreibst ;)

    Wenn das Ganze nur bedeutet: ich bringe dem Problemhalter bei, mit seinem eigentlich normalen Hund ganz normal umzugehen (also das richtige Mass an Beachtung und Ruhe - dann hab ich überhaupt nix dagegen.

    zweifelnde Grüsse
    susa