Hallo,
also wir haben ja nun seit kurzem drei Hunde.
Ich kann Dir ja mal erzählen wie das so war.
Ronja meine Bordercolliehündin war 9 Jahre alt als Filou aus Spanien im Alter von rund 5 Monaten zu uns kam.
Filou war sehr ängstlich und hatte einige schlechte Erfahrungen in seinem Leben sammeln müssen.
Daher ging ich sehr oft getrennt (das mit den schlechten Erfahrungen wird bei Dir hoffentlich nicht passieren, aber getrennt gehen auf jeden Fall, denn der Welpe kann noch nicht so lange und soll ja auch lernen sich an Dir zu orientieren und nicht nur an einem anderen Hund).
Irgendwann konnten wir dann zusammen gehen. Filou bekam durch Ronja durchaus mehr Sicherheit, aber war extrem jagdambitioniert. Ronja jagte 8 Jahre nicht mehr. Sie fing wieder damit an, als Filou die Gegend abscannte und sie damit ansteckte.
Mit ihm musste ich Schleppleinentraining machen und es dauerte 1,5 Jahre bis er abrufbar war. Ist auch nicht so einfach mit einem freilaufenden Hund und einem an der Schlepp, aber händelbar.
Heute kann ich mit beiden laufen und es funktioniert.
Seit Juli ist nun Murphy (haben wir in Florida aufgefunden) hier und alles ist wieder komplett anders.
Gehe ich mit Ronja und Murphy ist alles kein Problem. Geh ich mit Filou und Murphy ist auch alles kein Problem. Geh ich mit Ronja und Filou auch alles super.
Geh ich aber mit allen dreien, dann hab ich keinen entspannten Spaziergang, sondern bin nur am aufpassen. Was dem einen nicht einfällt, fällt dem anderen ein. Murphy möchte ständig alles fressen was er findet und ich muss extrem aufpassen, muss aber auch die anderen und die Umgebung im Auge behalten.
Schön ist:
Ronja spielt nicht mit anderen Hunden, auch Filou war da keine Ausnahme, aber Filou und Murphy spielen super miteinander und daher war es eine Bereicherung für Filou. Er ist richtiggehend aufgeblüht.
Du musst damit rechnen, dass Dein Hund mit 1,5 Jahren noch nicht fertig ist und sich einiges verschlimmern kann was den Gehorsam angeht wenn der Zweithund eingezogen ist.
Das bekommt man mit Zeit (man geht ja dann getrennt um mit jedem einzeln zu üben), Geduld und Konsequenz wieder in den Griff, aber man muss es wissen.
Zwei Hunde, oder wie in meinem Fall drei, sind eine Bereicherung, das empfinde ich auch so, aber sie entwickeln eine Eigendynamik (Rudel) und diese muss man erstmal in den Griff bekommen. So kann z.B. einer meinen an der Leine andere Hunde anbellen zu müssen und der Ersthund, der das niemals gemacht hat, steigt mit ein. Plötzlich hat man zwei kläffende Hunde an der Leine. Auch das ist kein Problem aber man bekommt es meist nur in den Griff wenn man erstmal wieder einzeln geht. Der Ersthund wird dann nicht mehr bellen und dem Zweithund kann man es dann abgewöhnen. Wenn der Zweithund das dann auch verstanden hat, dann geht es wieder mit beiden gemeinsam spazieren.
Wie gesagt:
wenn ihr das wirklich wollt und auch die Nerven dazu habt, dann macht es. Ich kann es jedem nur raten und ich wollte nicht mehr nur einen Hund halten wollen, aber es ist jedes Mal ein gutes halbes Jahr bis Jahr, bis sich alle Hunde wieder eingefunden haben und alles reibungslos klappt. Da sollte man sich auch nichts schönreden.
Vom Schmutz wegwischen und Decken waschen, sowie Hunde sauber machen möchte ich gar nicht reden, denn das denke ich, ist klar.
Bin gespannt was andere dazu schreiben.
Liebe Grüße
Steffi