Hallo,
beides passt auch später zusammen, da der Hund einen Ausweg (Alternativverhalten) gezeigt bekommt, den er statt des Angriffs tun kann.
Ich hab/hatte hier auch einen extremen Angsthund. Deine Schilderungen sind mir nicht fremd und ich habe zuerst sehr, sehr lange an seiner Angst gearbeitet. Da er vor allem Möglichen Angst hatte, hab ich erstmal auf der Straße angesetzt und ihn gezielt und dosiert Situationen ausgesetzt. Das fing an an einer Mülltonne, oder einem Auto/Fahrrad vorbeizulaufen ohne panisch zu werden.
Er wurde langsam sicherer.
Vor Menschen hatte er solche Angst, dass er schon reagierte wenn diese noch gut 100 Meter weg waren. Draußen hätte er mit Flucht reagiert wenn er konnte. Also er lief Bögen. Das wurde immer besser und so konnten wir Menschen passieren ohne Panik, so lange ihn niemand angesprochen, oder angeschaut hat.
Aber auch das musste er lernen.
Da er aber mittlerweile durch das Training sicherer wurde, konnte ich ihn ansprechen und ihm durch ein NEIN klar machen, dass ich das nicht möchte und gleichzeitig hab ich ihn hinter mich geschickt.
Das geht aber erst wenn der Hund ansprechbar ist.
Zuhause war es schlimmer wenn Menschen kamen. Eigentlich hat er sich wie die anderen gefreut und wollte sie begrüßen, aber wenn ihn jemand anfassen wollte wusste er nicht wie er reagieren sollte und ging dann knurrend nach vorne.
Also hab ich ihn während des Anfangstrainings (oben beschrieben) von den Besuchern ferngehalten und ihn auf seinen Platz geschickt.
Dadurch merkte er auch, dass ich die Situation im Griff hatte.
Mit der Zeit (ich rede hier von einem Zeitraum von insgesamt 2,5 Jahren und wir sind noch nicht fertig) lies ich ihn laufen, er konnte also zum Besuch, oder aber auch nicht!
Knurrte er, schickte ich ihn weg. Das ist der schwierigste Moment für uns Hundehalter, denn man muss anfangen dem Hund wieder zu vertrauen in diesen Situationen und vor allem ruhig bleiben.
Irgendwann wählte er selbst aus ob er zu den Menschen gehen wollte, oder nicht.
Heute ist es so, dass er zu den Menschen geht wenn er möchte und dann auch offen und freundlich ist. Kommt jemand, der ihm unsympatisch ist, dann geht er von sich aus nicht hin.
Draußen konnte ich dann sehen, dass er dieses Verhalten (Weggehen) von sich aus wählte wenn ihn jemand ansprach im Freilauf (kostete mich auch Überwindung ihn nicht anzuleinen, aber irgendwann muss man es probieren und ich war mir sicher, dass er so weit war) und er diesem Jemand nicht vertraute. Er lief dann einfach sehr ignorant an der Person vorbei. Ich sage dann den Betreffenden, dass sie ihn in Ruhe lassen sollen und er es nicht möchte.
Wird es ihm zu unheimlich, dann kommt er zu mir an meine Seite.
Also von daher passt das ganz gut zusammen was beide geschrieben haben. Man muss an der Wurzel des Problems anfangen und dann langsam aufbauen. Je nach Ausmaß der Panik/Angst ist es ein sehr langer Weg.
Liebe Grüße
Steffi