Halllo und herzlich Willkommen,
Du bist Deiner Finja sicherlich nicht egal, das mal als erstes.
Das Problem ist, dass Du das Gefühl hast Finja egal zu sein und daher, so wie ich das lese, sehr viel tust um ihre Zuneigung zu bekommen.
So funktioniert das aber nicht, denn wenn man sich zu sehr aufdrängt (nicht falsch verstehen) und zu viel Aufhebens macht, dann zeigt der Hund oftmals gerade das Gegenteil von dem was man erreichen möchte.
Warum?
Du bist ja da und man muss sich nicht um Aufmerksamkeit bemühen, denn man bekommt sie umsonst und rund um die Uhr. Dein Freund ist nicht rund um die Uhr da und daher verhält sie sich da anders.
Deine Hündin ist 2 Jahre alt und ich kann mir gut vorstellen, dass sie jetzt mal schaut wie weit sie gehen kann. Das ist ein völlig normales Verhalten und kennt fast jeder Hundebesitzer.
Leckerlis sind toll wenn man dem Hund was beibringen möchte und der Hund auch auf Leckerlis steht.
Kann ein Hund eine Übung, dann sollte man die Leckerlis sparsamer verwenden, also nicht jedes Mal sondern nur jedes zweite oder dritte Mal ein Leckerli geben.
So bleibt es auch für den Hund spannend, denn er weiss ja nie ob er was bekommt oder nicht.
Das führt dann auch dazu, dass der Hund auch zuverlässig kommt wenn man nicht mit einem Leckerli in der Hand herumwedelt.
Für Deine Hündin sind andere Hunde interessanter als Leckerlis, denn diese bekommt sie eben, wie Du geschrieben hast, ständig. Warum sollte sie also nicht erst mit den Hunden toben und später dann für das verspätete Zurückkommen erst ihr Leckerli holen?
Sie bekommt es ja doch.
Von daher solltest Du da langsam umdenken.
Wenn Du bei den Leckerlis bleiben möchtest, dann würde ich mir ganz besondere Leckerlis (Hühnchenherzen, Fleischwurst) aussuchen und diese nur sparsam verwenden.
Vielleicht ist Dein Hund aber auch kein Leckerlihund sondern ein Hund der auf eine andere Art der Belohnung abfährt?
Auch ein Spiel mit Artgenossen kann Belohnung sein, ein liebes Wort von Dir, ein Schultertätscheln, ein Spielzeug, Freilauf, oder Suchspiele.
Überlege Dir was Dein Hund gerne macht und versuch sie auf die Art zu belohnen.
Den zweiten Tipp den ich Dir geben kann...
Mach Dich rar und betüddel sie nicht. Gib ihr nicht immer Aufmerksamkeit wenn sie diese möchte, sondern dann wenn Du sie möchtest.
Oftmals wirkt das schon Wunder.
Wegen eures Erziehungsproblems:
Wenn Dein Freund nicht mit Dir an einem Strang zieht, dann ist das nicht sonderlich schön, aber ein Hund kann durchaus lernen, dass er bei dem einen das und jenes darf und bei dem anderen nicht.
Deshalb liebt er aber den einen nicht mehr wie den anderen.
Wir haben hier drei Hunde und bei uns kannst Du genau sehen, dass sie wissen bei wem sie was dürfen und bei wem nicht.
Das führt so weit, dass Filou mich anschaut und nachfragt ob er einen Befehl von meiner Freundin ausführen muss oder nicht. Ein Kopfnicken meinerseits reicht aus und er tut es.
Wegen des Weglaufens:
wie lange hast Du mit der Schleppleine geübt und wie?
Wenn man Schleppleinentraining macht, dann dauert das je nach Problem, seine Zeit bis der Hund verinnerlicht hat was erwartet wird und das gewünschte Verhalten immer zeigt.
Das setzt aber voraus, dass man die Schleppleine sehr lange und immer in Gebrauch hat.
Nutzt man sie nur ab und an und gibt dem Hund die Möglichkeit abzuhauen, oder Befehle zu missachten, dann wird man es nur mit der Schleppleine nicht in den Griff bekommen.
Oftmals sind die Halter zu ungeduldig und legen die Schleppleine zu schnell wieder in den Schrank.
So, und jetzt Kopf hoch und ran an die Problemstellen.
Liebe Grüße
Steffi