Hallo,
es ist völlig normal, dass ein Hund nach einem massiven Eingriff (Erschrecken, wenn es richtig gemacht wurde, ist das) erstmal verunsichert ist.
Zeigt er dann das Verhalten was gewünscht wird, wird er gelobt, oder es passiert einfach gar nichts negatives mehr.
Mit der Zeit wird dieser Hund wieder sicherer werden, da er gelernt hat, dass das Negative nur passiert wenn er dies oder jenes tut.
Klassischer Aufbau über Meideverhalten.
Das meine ich völlig wertfrei.
Wer sich entschließt über Meideverhalten zu arbeiten, der muss mit diesem unsicheren Verhalten rechnen, ohne das würde diese Methode nicht funktionieren. Ein Hund der sich durch das Erschrecken nicht einschüchtern lässt, springt auf diese Methode nicht an, oder das Erschrecken war für diesen Hund nicht stark genug.
Erst ein verunsicherter Hund kann wieder aufgebaut werden durch den HH und wird dadurch wieder selbstsicher.
Wenn man sich in den Hund versetzt, dann wird einem das Verhalten klar:
erst durfte er ziehen und toben und kläffen und was weiss ich was. Das vielleicht über Jahre hinweg.
Plötzlich kommt so ein starker Eingriff in das Verhalten, dass der Hund erstmal vorsichtig wird und schaut was da jetzt passiert ist. Er orientiert sich an seinem HH (bestenfalls wenn die Bindung stimmt und das Erschrecken richtig gemacht wurde) und ist vorsichtiger.
Läuft näher bei ihm weil er Schutz sucht, wird dafür gelobt und fühlt sich sicherer.
Macht er den Fehler noch mal weil ihm nicht bewusst wurde warum dieser Eingriff kam, folgt erneut dieser negative Strafreiz. Hund lernt irgendwann, dass dies nur passiert wenn er Dies oder Das macht und unterlässt es, aus ANGST vor Strafe (nichts anderes ist es in meinen Augen).
Mit der Zeit legt der Hund das negative Verhalten komplett ab und orientiert sich an seinem HH. Diese anfängliche Unsicherheit wird mit der Zeit völlig verschwinden und der Hund läuft wieder selbstbewusst neben seinem HH her, mit einer Grenze, die er gelernt hat nicht zu überschreiten und die er akzeptiert hat.
So schlimm wie manche das finden, es kann auch helfen.
Hierdurch kann einem Hund auch sehr viel Stress erspart werden.
Ein Hund der z.B. der Meinung ist, dass er seinen HH beschützen muss, kann selbst erfahren, dass dies nicht nötig ist und dadurch auch entspannter werden.
Die negative Seite ist:
wenn man es falsch macht, dann hat man einen Hund, der eine Fehlverknüpfung hat und diese schlimmstenfalls auf den HH übertragen hat. Dies würde bedeuten, dass der Hund Abstand zu seinem, in seinen Augen unberechenbaren HH hält. Dies wieder wegzubekommen ist nicht einfach und langwieriger als den Strafreiz zu setzen, denn das Vertrauen des Hundes ist weg.
Das ist das was ich über Meideverhalten gelernt habe über die Jahre der Hundehaltung hinweg.
Wer damit arbeiten möchte, muss also mit diesem Verhalten rechnen.
Liebe Grüße
Steffi