Beiträge von BigJoy

    Mir fallen spontan 2 Übungsvarianten ein:

    1.
    Du schickst den Hund auf seinen Platz und gehst dann in die Küche.
    Eine 2. Person belohnt den Hund, wenn er ruhig liegen bleibt und sich entspannt.
    Sie setzt auch durch, dass der Hund auf seinem Platz bleibt (Kommando wiederholen, Abbruchkommando beim Aufstehen oder auch Hund am Platz anleinen).

    2.
    Du gehst in die Küche, Tür zu. Hund macht draußen Theater? Dann schickt ihn die zweite Person auf seinen Platz, Rest wie oben.


    Wie sehen denn die finanziellen Möglichkeiten für einen Trainer aus? Schon zwei Vor-Ort-Termine könnten u.U. reichen. Der Trainer kann mit euch eine Verhaltensrichtlinie erarbeiten. Häufig ist das Timing bezüglich Belohnung/Abbruchkommando ein Schlüssel zum Erfolg.
    Wäre doch schön, Frieden in der Bude zu haben, oder nicht? ;)
    (Wie gesagt, Katzen im eigenen Haushalt sind noch mal was anderes als Katzen draußen.)

    Zitat

    Wobei wir im Moment meistens schon den positiven Effekt haben, dass er in Angstsituation nicht mehr flüchtet sondern direkt zu mir läuft. Dort kauert er sich zwar immernoch bewegungsunwillig zusammen, aber die Entwicklung gefällt mir schonmal gut. Was denkst Du dazu? Ist das gut? Oder doch eher nicht?


    Ja, das halte ich für eine gute Entwicklung! Sobald der Hund sich dir zuwendet, ihn "annehmen", also lobend ansprechen.
    Perfektes Timing ist der 1. Moment, der Ansatz, dass sich dein Hund dir zuwendet in seiner Unsicherheit. Wenn du genau dieses Punkt triffst, verstärkst du sein Sich-an-dir-orientieren und nicht das Zusammenkauern/die Angst!

    Zitat

    Wenn der Hund sich zitternd auf den Boden kauert und erstmal nicht weiter will ... was tun? Warten bis die Panikattacke abklimmt? Es ist wie Du sagst, sobald die Panik schwindet, werden auch Leckerlis aufgenommen. Auch auf "Hopp, Auf ..." in freundlichem aber energischem Ton reagiert er dann gut. Oder einfach konsequent weiterlaufen? :???: :???:


    Äh, das verstehe ich gerade nicht. Lässt er sich per aufmunterndem Tonfall aus dem Kauern lösen? Dann so weiterverfahren!
    Versuche, die Ermunterung anzusetzen, wenn sich erste Unsicherheit zeigt, also vor dem Kauern, bevor die Panik eskaliert.

    Mein Weg ist, dem Hund Selbstbewusstsein "zu leihen". Wenn er unsicher ist, soll er sich an dir orientieren und die Erfahrung machen, dass du die Situation angemessen einschätzt. Motto: Okay, der Boss meint, is' nix Schlimmes".
    Parallel dazu versuche ich, das Selbstbewusstsein des Hundes zu stärken/aufzubauen (das ist ein anderes, weites Thema ;) )

    Wenn der Hund einmal kauert, ist das Problem, ihn aus dieser Haltung rauszukriegen, ohne ihn noch mehr zu verschrecken. Das musst du ausprobieren, was da der "schmerzfreiste" Weg ist, um den Hund aus der Blockade zu lösen.
    ich habe meine Hündin schlichtweg wieder auf die Beine gestellt und bin weiter gegangen.
    Wenn der Hund so weit blockiert, ist die Lernsituation eh im Eimer. Dann musst du ihn aus der Blocke lösen, egal wie. Ein blockierte Hund lernt nix. Es geht hier also nicht darum, dass du diese Blockade nicht belohnen darfst, sondern den Hund wieder aufnahmefähig zu machen.
    Dazu kann auch gehören, kurz abzuwarten, bis sich der Hund wieder der Umwelt/dir zuwendet.


    Ich habe gute Erfahrungen mit Bachblüten zur psychischen Stabilisierung gemacht, hier ein Link:
    http://www.doc-nature.com/index.php3
    Ist ein wenig Arbeit, die passenden Blüten herauszusuchen, aber eine nebenwirkungsfreie und relativ preisgünstige Unterstützung des Verhaltenstrainings.

    2 weitere Tipps:
    Meine Hündin bekommt als Nervennahrung morgens Hüttenkäse mit Honig (8 kg Hund = 1/3 Becher Hüttenkäse mit einem Spritzer Honig). Es muss im mehrstündigen Abstand zu anderem Futter gegeben werden, damit es seine volle Wirkung entfaltet.
    Mit dieser Mischung bekommt der Hund eine Zusatzgabe L-Tryptophan, eine Serotonin-Vorstufe, zugeführt. Angsthunde haben häufig einen gestörten Serotoninhaushalt (ähnlich psychisch belasteter Menschen).

    Ich füttere maisfreies Hundefutter. Mais steht in Verdacht, bei der Verwertung negativ in den Serotoninhaushalt einzugreifen, das kann Ängstlichkeit (oder auch Hyperaktivität) futterseitig verstärken.

    Weiß nicht, ob du vorhast, das Baby im Wickeltuch oder im Kinderwagen zu transportieren. Beides würde ich vorher, ohne Baby drin, schon mal mit dem Hunden üben. Damit dann nicht alles auf einmal neu ist.


    Ferner würde ich wirklich genau in mich gehen: Sind es Ängste, die du hast, und die sich bei entsprechender Vorbereitung und mit Auseinandersetzung bewältigen lassen? Oder willst du tief in deinem Herzen die Hunde lieber abgeben und dich ganz dem Kind widmen?

    Wenn Letzteres zutreffen sollte, kann das dich und das Kind in eine gefährliche Situation bringen, weil du unbewusst darauf wartest, dass etwas passiert. Dass du praktisch auf einen Anlass wartest, der zeigt: Die Hunde müssen weg, geht nicht anders.

    Ich hoffe, du lässt es nicht darauf ankommen, sondern gehst vorher ehrlich mit dir ins Gericht.


    Wenn du bei Amaz-dingsbums "Hund und Kind" eingibst, kommen eine Menge Buchvorschläge!

    Hier noch ein motivierender Thread:
    https://www.dogforum.de/ftopic72897.html

    Ich würde einen Panikhund i m m e r an der Schleppleine führen. Genauer gesagt: in jeder Situation, in der du sie später ohne Leine laufen lassen möchtest.

    Wenn du sie rufst und sie nicht hört, gibst du einen kurzen Ruckimpuls, so dass sie auf dich aufmerksam wird. An der SL muss der Hund deshalb immer mit Geschirr laufen.

    Später lässt du die Schlepp schleifen und trittst bei Bedarf drauf oder nimmst sie auf.

    Bei einem sehr ängstlichen Hund, würde ich erwägen, ihn abholen zu gehen (statt Impulsruck). Und dann kommentarlos an der "Gefahrenstelle" vorbei gehen. Erst loben, wenn der Hund sich dir zuwendet oder sich sichtlich entspannt.
    Bei meinem Hund hat ein ermunternder Tonfall auch geholfen, sie etwas zu ermutigen (nicht als Lob, eher als ein Anstacheln).

    Der Vorteil mit der ständigen Schlepp ist auch, dass du den Hund und sein Verhalten sehr genau kennen lernst, weil er sich ja frei bewegen kann. So bekommst du sehr genau mit, auf was er locker, auf was er panisch reagiert.

    Mein ultimativer Buchtipp für Angsthunde:
    "Trau nie einem Fremden!: Angstbedingtes Verhalten bei Hunden erkennen und beheben"
    von Patricia B. McConnell
    EUR 6.90

    Hier wird ein Angstabbau-Training sehr verständlich und praxisnah beschrieben.


    Ich schrieb ja schon in dem anderen Thread:
    Das Problem ist, dass der Hund kein anderes Verhalten lernen kann, wenn er sich durch Flucht erfolgreich aus der Situation befreien kann. Dann ist das sein Verhalten der Wahl. Erst wenn er lernt, sich mit Situationen auseinanderzusetzen, wird er ein größeres Verhaltensrepertoire entwickeln.
    Deshalb ist es - ähnlich wie beim Jagen - wichtig, dass der Hund keinen Erfolg bei der Flucht hat (von der Gefährdung, die durch das Weglaufen entstehen kann, ganz abgesehen).
    Weiterer positiver Effekt: Er ist mit der Schlepp mit dir in Verbindung und kann die Erfahrung machen, dass es in deiner Nähe sicher(er) ist. Das stärkt sein Vertrauen in dich und die Bindung!

    Bei uns waren es 8 Monate permanente Schleppleine und jetzt läuft der Hund zu 95 % frei. Auch Verkehrssicherheit lässt sich super mit Schlepp trainieren! (Über den Kommentaren von anderen, warum der Hund ne 10 m Leine hinter sich herzieht, muss man freilich drüber stehen ;) )


    Wenn der Hund "nicht bestechlich" ist, seht er vermutlich noch zu sehr unter Stress. Akuter Stress/Panik drängt alles andere in den Hintergrund, auch den Futtertrieb.
    Beobachte deinen Hund, ob er statt Leckerli auf verbaltes Lob oder Streicheln positiv reagiert (ggf. ist ihm auch das zu viel).
    Wichtig ist: Ganz viel Ruhe und Souveränität ausstrahlen, damit der Hund sich an dir orientieren kann/mag.
    (Mir hat geholfen, dass ich mir selbst gesagt habe, dass die Situation ungefährlich ist - um nicht auf der Angst des Hundes mitzuschwingen, die kann ja durchaus "ansteckend" wirken.)
    Sinkt der Stress, wird der Hund vermutlich Leckerli annehmen (was dann auch ein Indikator ist, dass der Hund nicht mehr in der totalen Panik ist).
    Bei meiner hat es 4 Wo gedauert.

    Ich komme auch gerne wieder bzw mit nach Dithmarschen!

    Joy lässt ausrichten, dass die selbstgemachten Hundekekse von Triskele auf der Decke das Beste waren und sich das Aushalten von Hagel und Hundemeute dafür lohnte :D

    Ich finde es auch nicht blöd, stärkt doch auch die Bindung, etwas zusammen zu machen.

    Anzeichen für zu viel wären, wenn der Welpe ständig aufgekratzt wirkt und Mühe hat, zur Ruhe zu kommen.

    Und ich würde darauf achten, dass du das Spiel (Üben) beginnst, nicht der Hund. Oder zumindest nicht immer der Hund ;)

    Ich persönlich würde lieber laufen statt zu picknicken (habe keinen Spiel-Hund ;) ). Ich kann mir das auch nicht so recht vorstellen, wir sitzen dann auf den Decken und die Hunde spielen ganz easy nebenbei?
    - Aber ich schließe mich (hier mal*g) bereitwillig der Mehrheit an, no problem.


    Freue mich auf euch! Bin das 1. Mal dabei und kenne bislang noch niemanden persönlich aus dem DF...


    Noch die kleine Bedienungsanleitung:
    Meine Hündin ist ne Schisserin und zeigt "Schnappatmung", wenn sie sich einen Hund vom Leib halten will. Läuft undramatisch ab!
    Worst case: Sie wird von mehreren Hunden zum Hasen erklärt (Mobbing) - aber das würde hier ja eh niemand zulassen, richtig? ;)