Das mit dem Verzichten sehe ich immer ein bisschen kritisch...
Zum Einen hat man das oft gar nicht in der Hand. Ich denke viele von uns würden liebend gerne auf einen Vollzeitjob verzichten und "nur" Teilzeit arbeiten. Da bliebe einfach etwas mehr Zeit für die Hunde. Das kann sich aber halt nicht jeder leisten.
Daher fände ich es bei diesem Aspekt wirklich ideal, wenn der Job schon von vornherein hundekompatibel ist. Dafür gibt es heute ja viele Möglichkeiten (Gleitzeit, Home Office, Hund kommt mit ins Büro, etc.) . Wenn man nun noch im Studium ist, kann man das einfach nicht abschätzen, was für einen Job man später haben wird. Und oft hat man einfach auch nicht die große Auswahl wenn man nach dem Studium in den Beruf einsteigt. Da muss man dann eben den Job nehmen, den man bekommt. Hundekompatibel oder nicht.
Selbst bei meinem Job (Lehrerin, vormittags recht, nachmittags frei
) gibt es immer wieder mal die Situation dass ich da Lösungen finden muss, weil nicht wirklich jeder Tag (auch bei idealem Stundenplan) hundekompatibel ist.
Meine Schwester hat sich in den letzten Zügen ihres Studiums einen Welpen geholt. Damals war sie verlobt mit der Aussicht, dass ihr Verlobter gut verdienen und sie dadurch nur halbtags arbeiten gehen muss... Ja, Pustekuchen. Sie haben sich getrennt, meine Schwester musste dann Vollzeit arbeiten gehen, damit sie die Wohnung verhalten kann. Sie ist nun von 7.30 Uhr bis 17 Uhr außer Haus. Ihre Hündin lebt mittlerweile großteils bei meinen Eltern.
Zum Anderen finde ich es schwierig, wenn die Liste von Dingen auf die man verzichten müsste, derart lang ist, dass man sich fragen muss, ob ein Hund überhaupt noch eine Bereicherung oder eher eine Einschränkung ist.
Jemand der gerne Fernreisen macht, in seiner Freizeit Turniertänzer ist (inkl. Wettbewerbe am Wochenende) und hobbymäßig vielleicht noch ein-, zweimal die Woche bouldern geht (völlig fiktives Beispiel), der sollte sich echt fragen, ob er wirklich einen Hund braucht.
Auch hier fände ich es ideal, wenn die Freizeitgestaltung sowieso schon größtenteils hundekompatibel ist und der Hund einfach bei vielen Dingen mitgenommen werden kann.
Was natürlich nun nicht heißen soll, dass man den Hund auch ausnahmsweise mal länger in Betreuung geben kann, wenn es einem wirklich mal nach was gelüstet bei dem Hund nicht mitkann.
Die Option, dass man seine Alltag hundekompatibel umstellt und damit (auch) glücklich ist, sei davon natürlich unbenommen.