Natürlich ist es super, wenn es dem Hund in der Betreuung gut geht. Aber das Gefühl, dass du den Vierbeiner abends zwingen musst, wieder mit nach Hause zu kommen - das stell ich mir sehr unschön vor.
Also wenn es so ausgeprägt ist, also Hund zwingen mitzugehen, dann liegt einiges in der Hund/Halter Beziehung im Argen.
Die Halterin meines Sharingshundes hat mich die ersten zwei Jahre öfter gefragt ob ich glaube dass Herr Hund bei mir glücklicher ist als bei ihr. Kurzum, es wirkte oft als wäre er lieber bei mir als bei ihr.
Meine Antwort war immer nein! Einfach weil ich der "Wochenendmensch" bin der ganz viel Freizeit mit ihm verbringt und die tollsten Sachen mit ihm macht. Klar dass er mich mit Spiel, Spass und Action verbindet. Frauchens voller Alltag stinkt dagegen halt bissl ab, da eintöniger. Aber machen wir uns nichts vor. Wäre der Hund mein DailyDog, und sie die Wochenendbespassung, wäre es genau umgekehrt. Hunde sind Opportunisten - ist halt so.
Andersrum kenne ich es auch. Ich hatte zwei meiner Hunde temporär in regelmässiger Fremdbetreuung. Woah was waren die gerne dort. Woah was haben die sich gefreut wenn sie abgeholt wurden oder hingebracht. Gefühlt wurde mir von denen signalisiert "Tschau Frauchen, bis später, oder halt auch nicht, dann bis irgendwann, machs gut". Abends kamen sie heim, signalisierten kurz "Hallo Frauchen, schön dass du da bist", legten sich hin und maximal bissl kuscheln war noch drin. Klar, dort waren sie im Spiel und Spass Lager und bei mir im öden Alltag.
Weil sie mehr Freude zeigten beim weggehen als beim wiederkommen hätteich mir einreden können sie wären "dort" glücklicher als bei mir, hab ich aber nicht. Es ist halt wie es ist und dort bezahle ich Dienstleister die meinem Hund das Leben angenehm machen. Klar ist es super dort und so soll es auch sein!
Aber das ist halt meine Wahrnehmung gewesen. Das andere das anders sehen und handhaben ist ja völlig in Ordnung und normal. Können ja nicht alle gleich sein.