(Zitat gekürzt)
Im ersten Moment finde ich persönlich Stühle und Markise nicht so viel "campinghafter" als den Gasgrill -- und die kann man sofort wegräumen, und braucht nicht erst auf Abkühlen zu warten. Kommt aber auch etwas auf die Gesamtsituation aus, z.B. wie lange die Stühle draußen standen und unbesetzt waren, ob es andere Sitzgelegenheiten gab, bzw. wie sonst das Umfeld war. Auf einem ausgewiesenen Rastplatz fände ich den Grill okay, auf einem reinen Parkplatz weniger.
Bin da aber auch etwas anders geprägt durch Reisen mit Wohnwagen; da gab es keine Markise, sondern ein Vorzelt/Sonnensegel.
Die Stühle der letztgenannten Camper standen mittags an einem sonnigen Sonntag auf einem Schlossparkplatz, auf dem Wohnmobile explizit nicht parken durften, da es ein reiner PKW-Parkplatz war.
Grillen auf einem Parkplatz... stilvoll. Auf einem Parkplatz grille ich überhaupt nicht.
Ist ok, wenn du da keinen Unterschied siehst. Ich sehe einen.
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Ich finde schon dass man da unterscheiden kann.
Auf einem frequenzierten Parkplatz grillen > no go!
Wenn man aber in der Nebensaison auf einem Wanderparkplatz steht, auf dem sich in 24std. keine 3 Fahrzeuge verirren, dann würde mich auch ein kleiner Grill (bei anderen) nicht stören, sofern nicht zusätzlich noch alles andere ausgepackt ist. Allerdings nicht mit Holzkohle! Auf den Wanderparkplätzen die wir bisher so angefahren sind, begegneten uns so gut wie keine Menschen.
Auf einem Wanderparkplatz hatten wir mal eine sehr nette Begegnung. Dachzelter auf einem fetten Geländewagen. Wir standen zu zweit auf einem recht grossen Wanderparkplatz. Es war kühl, fast kalt, Oktober 2020, bereits länger dunkel. Sie hatten einen kleinen Grill draussen stehen und Stühle. Wir wurden direkt auf eine Cola und Bratwurst eingeladen. War eine sehr nette, kurzweilige Begegnung, und sie haben uns ein bissl von ihren Touren erzählt. Ausser uns hat sich absolut niemand blicken lassen auf diesem Parkplatz. Wen soll man da stören?
Wir selbst grillen beim freistehen nicht, einfach weil wir uns dabei nicht wohl fühlen, und weil ich Anhängerin der "beim freistehen immer sofort abfahrbereit sein" Devise bin. Ausnahme war bisher Schweden, aber da ist es dann auch auch offiziell erlaubt gewesen - sichtbar durch Grill- und Feuerstellen, die auf einsamen Parkplätzen im Wald/am See, allen zur Verfügung stehen. Sowas würde ich mir ja auch sehr für Deutschland auch wünschen. Dazu eine Möglichkeit freiwillig und unkompliziert etwas zu "spenden", was der jeweiligen Gemeinde zugute kommt. Per PayPal oder so.
Ich finde in D sollte ein generelles Umdenken bzgl. Camping stattfinden. Die Branche boomt. Gerade jetzt zur Coronazeit, werden noch viel mehr Menschen reisetechnisch umdenken, weil Urlaubsreisen wie wir sie kannten in Zukunft einfach nicht mehr möglich sein werden. Parallel dazu wächst die Infrastruktur für Camper aber nicht - und das ist das Problem. Derzeit und in Zukunft wird es viele "Freisteher" geben die keine Ahnung von Freistehregeln/-verhalten haben. Einfach weil sie keine freien Stellplätze und Campingplätze mehr finden.