Beiträge von SavoirVivre

    An alle leute mit hunde mit schutztrieb:

    Glaubt ihr euer Hund würde euch beschützen?

    Wenn ja, wie merkt er denn, dass er das darf? Ich bin mir sicher in den meisten situationen wird das ihm verboten.

    Ja, ab dem Moment wo ich es nicht mehr verhindern kann über den Gehorsam.

    Aber die Mehrzahl meiner (bisherigen) Hunde schätze ich so ein, dass sie nicht "ernsthaft" schützen würden/geschützt hätten. Ich glaube dass das auch nur ein kleiner Prozentsatz an Hunden tun würde und diese dann auch bestimmten Rassen mit den entsprechenden Rasseeigenschaften angehören. Also, ein Malinois wird tendenziell häufiger ernsthaft schützen als ein Golden Retriever, etc.

    Meine erste DSH hätte wahrscheinlich ernsthaft geschützt, sprich mit richtigen Bissverletzungen beim Gegenüber und trotz Gegenwehr. Alle ihr folgenden Hunde, inkl. den Herren in meinem Avatarbild + Hintergrundbild, hätten massiv Lärm gemacht, gestellt und gedroht. Aber richtig zubeissen oder bei Gegenwehr gegenhalten bezweifle ich.

    Keiner meiner Hunde kannte im Privatbereich irgendwelche Kommandos in Richtung "Fass". Da hätten sie alle ziemlich irritiert geguckt und im Zweifel mich angesprungen weil sie es für eine neue, tolle, intensive Spielaufforderung halten (insbesondere wenn ich dazu den Arm ausstrecken und auf jemanden zeigen würde). Wie sie sich verhalten hätten wenn ich sie richtig puschen würde und das personenbezogen > keine Ahnung. Auf eine so eine saudämliche Idee bin ich bisher noch nicht gekommen.

    Ich persönlich finde Du hast zu hohe Erwartungen an Deinen 6 Monate alten Hund.

    70% Abrufsicherheit ist für das Alter schon gut. Mehr noch, stell Dich mal ruhig darauf ein dass Du während der Pubertät (die demnächst einsetzt) die Schleppleine dauerhaft dranlassen kannst, weil diese hübsche Prozentzahl nochmal signifikant sinken wird ;)

    Mit 6 Monaten kann praktisch alles eine Ablenkung für einen Hund darstellen. Und wenn es nur ein wehendes Taschentusch ist, das gestern noch nicht da war und unbedingt in Augenschein genommen werden muss. Er ist jetzt auch viel aufgeschlossener für Fremdreize und das wird erstmal weiter zunehmen. Und die Reize die Du aufzählst (Wildwechsel, andere Hunde ganz nah), das ist schon starker Tobak. Ich finde es wirklich bemerkenswert dass Du meinst Dein Junghund könnte das leisten. Vergiss nicht dass Dein Hund erst ungefähr im Grundschulalter ist.

    Also, keine Trainingstipps, aber der Tipp Deine Erwartungshaltung runterzuschrauben. Damit meine ich nicht den Anspruch an die Erziehung Deines Hundes an sich. Wenn Du aber erwartest dass Dein 6Monate alter Hund so zuverlässig (sprich fast immer) sauber abrufbar ist, dann erwartet euch viel Frust und Unzufriedenheit.

    Meine Hunde waren alle erst nach ca. zwei Jahren bei mir soweit, dass ich sagen kann - jo, Abruf sitzt zuverlässig (und trotzdem nie 99%)

    Meine Hunde haben alle gewacht und geschützt sobald sie gemerkt haben dass wir es nicht selbst tun (können). Und auch so hätten sie gerne, durften aber nicht.

    Nichts desto trotz finde ich diesen Wach- und Schutztrieb (ich erwähne beide, weil bei meinen Hundn Hand in Hand) angenehm, aber auch nur weil ich es gut regulieren kann über Gehorsam.

    Keiner meiner Hunde hatte jemals einen Beissvorfall in meiner Anwesenheit, haben aber 2-3x jemanden gestellt, weil ich gepennt habe. Finde ich in 27 Jahren Hundehaltung jetzt aber nicht so viel. Verbellt wurde deutlich öfter schon. Insbesondere in den ersten zwei Jahren die ich den jeweiligen Hund hatte. Training geht halt nicht von heute auf morgen.

    Im Wohnmobil fühle ich mich deutlich sicherer mit Hund, weil wir auch gerne mal sehr einsam stehen. Nicht weil ich einen ungebetenen Gast mit dem Hund bewerfen würde, sondern weil er durch pure Präsenz und Lautstärke sehr abschreckend wirkt. Da müsste man schon Todessehnsucht haben um reinzukommen (sofern Herr Hund einen unwillkommen Besuch nicht verschläft, zuzutrauen wäre es ihm :hust: )

    Ich würde mir immer wieder einen Hund mit Wach- und Schutztrieb in der Genetik holen.

    Ich hätte hier zunächst auch einen Boxer aus guter VDH Zucht gesehen.

    Aber unterm Strich könnte auch dieser zu aktiv und ungestüm sein mit so kleinen Kindern und dann selbst noch so jung. Zumal da auch ein ordentlicher Wach- und Schutztrieb durchkommen könnte.

    Ich hatte immer Hunde mit Wach- und Schutztrieb und wohnte immer in Mietwohnungen in städtischer Umgebung, aber immerhin relativ grün.

    Trotzdem muss ich sagen, es ist eine echte Herausforderung einen Hund mit solchen Rasseeigenschaften so zu erziehen, dass er in einem solchen Lebensumfeld praktisch gar nicht aktiv schützt und nur moderat wacht. Einfach weil er weiß, (derzeit) nicht sein Job. Aber als Anfänger dahin zu kommen...

    Mal die rosarote Brille abgenommen, wenn man das nicht hinbekommt, hat man ein echtes Problem. Auch vom Zeitfenster her. Je mehr Menschen die sich belästigt oder gar bedroht fühlen - und da reicht es schon wenn der Hund im Treppenhaus dreimal verschiedene Nachbarn anbellt - muss man sich rechtfertigen und das mit belastbaren Argumenten. Ansonsten hat man schneller als man denkt Ärger mit dem Vermieter/Hausverwaltung oder sogar direkt OA. Und machen wir uns nichts vor. Die ersten zwei Jahre sind richtig richtig Arbeit. Vor allem während der Pubertät.

    Es kann gut gehen wenn man ein gutes Gefühl für Hunde hat. Aber darauf würde ich mich nicht verlassen.

    Natürlich ist ein Hund möglich, aber in dieser Lebensphase tut man sich einen großen Gefallen einen mit passenden Rasseeigenschaften zu wählen.

    Ich denke es ist schonmal ein erster Schritt wenn Du den Unterschied zwischen Vermehrer und seriösen Züchter verinnerlichst.

    Es hat nämlich einen signifikante Einfluss (Gesundheit, Wesen, Charakter, etc.) auf den Hund den ihr bekommt.

    Und wenn Du dann den Kontakt zu seriösen Züchtern suchst, der im VDH Verband züchtet, werden Dir diese auch noch viel über die Rasse die sie züchten erzählen können. Und Du solltest Dich damit anfreunden, dass ein seriöser Züchter auch sagen könnte "sorry, aber ihr bekommt keinen Hund von mir". In der Regel wird aber auch erläutert warum, und diese Erläuterungen solltest Du ernst nehmen - oder halt hier einfach nochmal einen Thread eröffnen und nachfragen.

    Ich bin mir relativ sicher, dass die Fragen gezielt in die Richtung "Überforderung" Deiner Partnerin gehen werden, wenn bekannt ist, dass sie sich nebst zwei kleinen Kindern noch um einen jungen Hund kümmern müsste, während Deiner Arbeitszeiten. Ich kann mir gut vorstellen dass gerade AmStaff Züchter sehr darauf achten wie das Umfeld und Leben der Interessenten aussieht.

    Einen Hund nicht zu bekommen sagt nichts wertendes über Dich/euch aus. Es kann einfach daran liegen dass es der falsche Zeitpunkt ist. Der Weg sollte dann nicht sein, wenn ich keinen Hund vom seriösen Züchter bekomme, hole ich mir einen aus eBay-Kleinanzeigen.

    PS. Ich suche derzeit auch nach einem Boxerwelpen. Aber gaaanz langsam für 2022 und hatte schon sehr nette Gespräche mit einigen Züchtern. Das ist eine Art nettes Interview.

    Dass besagte Züchterin mehr als nur etwas drüber ist, darin sind sich hier ja alle einig.

    Ich finde den derzeitgen Spießrutenlauf aber auch alles andere als schön.

    Und was bringt es irgendwem, jetzt die HP zu erfahren und sich dort auch mal "umzusehen" ausser zum persönlichen Amüsement?

    Von mir aus kann es genannt und erklärt werden wie wer mag - nett ist trotzdem anders.

    Blissball

    Du hast eine lange Sprachnachricht bekommen. Hör sie ab oder auch nicht. Fertig.

    Ich denke sich gemeinsam über den Inhalt auszulassen tut nicht not ;).