Beiträge von SavoirVivre

    Das ist ein geniales Bild: Dieser Hund sagt sehr deutlich "Keinen Schritt weiter, MEINS". Und sie ist dabei trotzdem niedlich, aber sag ihr das bloß nicht. :lol:

    Unser neuer Schützling, der viermonatige Rottweiler Balou, hat gerade entdeckt, dass es einen geilen Kick gibt, wenn man andere Hunde mobbt. Spuk möchte aber nicht, dass jemand versucht, ihn zu mobben und noch viel weniger möchte er, dass jemand Picard mobbt, der sich nicht adäquat wehren kann.

    Sonntag hat Balou versucht, Picard über die Wiese zu prügeln. Spuk hat ihn beim ersten Mal aufs Kreuz gelegt und stand knurrend über ihm. Den zweiten Versuch, Picard zu hetzen, bremste mein Schienbein. Nicht nett, aber deutlich, und er hat gelernt, dass es Grenzen gibt. Weh getan hat es nur mir, weil Hundeschädel härter sind als Schienbeine. Gewalt? Nö. Nötig? Definitiv.

    Also, ihr hättet aber auch einen Stuhlkreis bilden können. ts ts ts

    Wir haben doch auch fast täglich Konfliktsituationen mit unseren Hunden, möchte ich meinen. Die lösen wir halt nicht mir purer Aggression, aber u. U. mit Drohen.

    Beispiel: Gerade sind vor unserem Haus die Wiesen abgemäht. Jubelzeit für Kaya, weil man da ihrem liebsten Hobby Mäusenester ausheben so super frönen kann. Ich will das nicht immer, sie schon, täglich und am besten stundenlang. (Und jetzt bitte keine Diskussion um Buddellöcher, ich kenne den Bauern) Da haben wir beide einen handfesten Interessenskonflikt und da findet sie es echt blöd, wenn ich sie zwinge, das Mäusebuddeln einzustellen. Macht sie nur, weil sie weiß, dass ich ansonsten echt ungemütlich werde.

    Die Diskussionen hätte ich nicht, wenn Mäusebuddeln generell verboten wäre, aber ab und zu gönne ich es ihr, weil sie hinterher immer so zufrieden wirkt und echt drin aufgeht.

    Schönes Beispiel, mein Hund darf auch an Mäuselöcher, auch länger, auch schon mal 20 Minuten oder auch eine Stunde. Eben oft so lang er will. Ich muß aber gar nicht ungemütlich werden, wenn es mal nicht paßt, einfach zu fragen "Können wir weiter" oder wenn darauf nicht reagiert wird "Komm, ich möchte jetzt echt mal weiter" reicht. Ich muß meinen Hund gar nicht zwingen, es einzustellen.

    ok, ich bekomme so langsam ein Gefühl für den Unterschied zwischen Dir und mir als Hundehalter :lol:

    Will damit ganz bestimmt nicht sagen dass ich es irgendwie besser mache, aber halt anders :D

    Kein Stress und kein Streit, sicherlich wollen das die meisten Hunde. Nur gibt das das Umfeld selten her. Viele Hunde sind täglich mehrfach im Konflikt und gehen damit irgendwie um, weil sie es halt müssen.

    Ich halte es übrigens auch für unfair dem Hund gegenüber, einen Hund in nicht hundegerechtem Umfeld zu halten. Denn das spielt sicher mit rein, Hunde mitten in der Stadt, bei hoher Hundedichte und wenig Platz zum Ausweichen, in lauter Umgebung, etc. Vor Anschaffung eines Hundes sollte man auch mal drüber nachdenken, ob das eigene Umfeld überhaupt für einen Hund generell und insbesondere diesen Hund geeignet ist, was leider häufig vernachlässigt wird, der Hund soll sich halt anpassen und einfügen und dann ist man ganz überrascht, wenn es Probleme gibt. Ich fände es ja mal interessant, ob es Unterschiede zwischen Stadthunden (hohe Hundedichte und wenig Raum) und Landhunden (geringere Dichte, viel Raum) gibt. Vielleicht hat auch Bloch in "Pizzahunde" was zu dem Thema geschrieben, kenne das Werk nicht.

    Ich ergänze: Der Durchschnittshund in hundegeeignetem Umfeld hat gar keinen Bock auf Streit.

    Und ich bin gerade etwas verwundert wie voller Vorurteile Du steckst.

    Wenn man Hunde nur noch im "hundegerechten" Umfeld halten dürfte (interessant wäre hierzu eine Definition), gäbe es einen hohen Prozentsatz durchaus zufriedener Hund-Halter-Gespanne gar nicht.

    Ich gebe Dir recht, dass die Hunderasse schon zum Umfeld passen wollte. Also einen HSH im Mehrfamilienhaus finde ich auch schwierig und wenig angebracht, aber nicht umsonst ist der Hund seit vielen vielen Jahren der engste tierische Begleiter des Menschen - aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit.

    Und ja ich fühle mich angesprochen, da ich in einer Millionenmetropole lebe, seit 27Jahren Hunde an meiner Seite habe und in der Regel Gebrauchhundrassen. Der nächste zieht in 8Wochen ein und wird auch eine Gebrauchshundrasse (light).

    Und ja, ich habe die klare Vorstellung dass er sich anpasst und einfügt in mein Leben. Sprich, kleines Mehrfamilienhaus und sehr zentral. So war es übrigens immer. Und halte ich das für unfair? Nö. Meine Hunde fuhren in der engbesetzten U-Bahn mit, in 25m langen dicht besetzten Bussen, laufen mit mir an kurzer Leine durch die Innenstadt und finden riesige Müllabfuhrwagen langweilig. Ist halt so. Sie bekommen angemessene körperliche und geistige Auslastung, sind rundum gut versorgt und zufrieden.

    Das mit Tierarzt, das da jetzt vermehrt Betrieb ist, wegen mehr kranker Hunde ist mir auch aufgefallen.

    Neulich war ich sogar mal in einer warteschleife (Telefon) für den Tierarzt und dann war da noch zu viel los das sie mich erst stunden danach zurück rufen konnten, weil sie den Anruf einfach nicht entgegen nehmen konnten.

    Gut für die Ärzte und gut für die Tiere das sich auch darum gekümmert wird von Besitzerseite aus. Aber hat mich auch bisschen erschrocken der Andrang.

    Ich habe letze Woche vergeblich versucht drei Tierarzt-Praxen mehrfach hintereinander telefonisch zu erreichen. Weder Mailbox noch Rückruf.

    Ich hatte nur Fragen zum Impfschema - aber keine Chance. Ich mache das, plus Termine jetzt per eMail.

    Die Gemeinschaftspraxis meiner Wahl hatte monatelang ein Neupatienten-Aufnahmestopp. Ich fand das Wahnsinn und kannte das bis dahin nur von Facharztpraxen in der Humanmedizin.

    Wie lange wollt ihr denn jetzt noch eure Ausnahmen sammeln, wenn da steht "Hündische Kommunikation läuft meistens ziemlich konfliktfrei ab, der Durchschnittshund hat gar keinen Bock auf Streit"

    Von 20 Hunden, die wir treffen, haben hier tatsächlich 19 erstmal so gar keinen Bock auf Stress - nichtmal, als bei mir der braune Tacker noch mitlief und erstmal jeden unnötig fand.

    Vielleicht leben wir hier aber ja auch einfach undurchschnittlich friedlich.

    Dann wäre es interessant:

    a) welche Rassen bei diesen 20 Hunden vertreten sind

    b) deren Herkunft und Aufzucht bevor sie beim Haltern ankamen

    c) wie häufig die Mensch-Hund-Beziehung durch andere Menschen und Hunde gecrasht wurde

    Nimm es bitte nicht persönlich. Ich weiss schon was Du sagen willst, aber ich für meinen Teil finde Pauschalierungen nunmal grundsätzlich hinterfragenswert. Und ja, es spielen nebst vorausgegangener Herkunft, Aufzucht und Sozialisierung eben auch Rasseeigenschaften eine große Rolle.

    Es gibt zahlreiche Rassen bei denen z.B. Argenossenverträglichkeit vernachlässigt oder gar unerwünscht war.

    Deswegen finde ich das individuelle Eingehen auf den Hund auch am wichtigsten und Pauschalierungen wenig hilfreich. Anderen indirekt oder um drei Ecken Vorwürfe machen (es gilt das Motto, wem der Schuh passt der zieht ihn an) weil man eben nicht nur positiv weiterkommt, ist überheblich und (Hunde)weltfremd.

    und persica hat Recht. Selbst ein Hund der gar keinen Stress sucht, wird oftmals durchs Umfeld dennoch dazu genötigt. Siehe meinen oben aufgeführten Punkt c)

    Ich denke wir interpretieren das Geschriebene schlichtweg unterschiedlich.

    Ich lese nirgendwo dass der Mensch den Hund in seinem Verhalten imitiert, sondern dass der Mensch es grundsätzlich als "Erklärung"nimmt, dass Hunde untereinander auch nicht immer nett zeinander sind wenn sie sich maßregeln, und somit keine Veranlassung besteht als Mensch den Hund nur mit Samthandschuhen anzufassen.

    Die ganzen kleinen Zwischenschritte bevor Hunde mal "nicht nett zueinander" sind, kann ein Mensch gar nicht leisten. Insofern ist die Begründung "Hunde sind ja auch nicht nett zueinander wenn sie sich maßregeln" nicht nur kein Argument, sondern auch unfair dem Hund gegenüber.

    Hündische Kommunikation läuft meistens ziemlich konfliktfrei ab, der Durchschnittshund hat gar keinen Bock auf Streit.

    Sorry mit Pauschalierungen konnte ich noch nie richtig was anfangen.

    Also ich hatte hier überwiegend Tierschutzhunde, griffige Gebrauchshundrassen, die gerne mal vieles überspringen und direkt kurzen Prozess machen.

    Klar wird fein kommuniziert, aber es ist doch schon interessant davon auszugehen, dass z.B. der distanzlose aber freundliche Labrador im Stadtpark, schnell genug reagiert wenn mein DSH Rüde ihm 1/8 Sekunde Reaktionszeit zugestanden hat bei seinen Warnsignalen im Schnelldurchlauf.

    Und ich drücke Dir gerne mal meinen aktuellen Kanditaten in die Hand, auch Tierschutzhund, und Du kannst eigene Beobachtungen erheben, wie freundlich er ist wenn er so darf wie er will. Und wenn er nicht darf, bin ich nicht unfair, sondern komme meiner Verantwortung als Hundehalter nach. Unter die fällt u.a. dafür zu sorgen dass mein Hund kein anderes Lebewesen belästigt oder gar gefährdet.

    Und Deine Ableitung dass Mensch automatisch grob ist, wenn gemaßregelt wird, ist ziemlich überheblich. Ich für meinen Teil bin in der Lage meine Hunde mit einem Blick zu maßregeln, oder kurze Drehung meines Oberkörpers + Blick, und brauche dafür nicht einmal so zu tun als ob ich ein Hund wäre. Und nö, nett ist in solchen Situationen tatsächlich nicht mein Anspruch, sondern ENDE mit dem was der Hund gerade tut.

    Aber es darf auch nicht ausser acht gelassen werden, wie anpassungsfähig ein Hund ist und wie schnell er raus hat uns Menschen zu lesen. Auch wenn ein Mensch nicht mal im Ansatz die deine Kommunikatio , wie Hunde sie untereinander ausüben, drauf hat, lernt der Hund dennoch sehr schnell feinste Nuancen des Menschens zu lesen und verstehen. Wir brauchen den Hund nicht nachzuahmen und er versteht uns trotzdem, sofern das Timing stimmt und keine Fehlverknüpfungen entstehen.

    Das ist ja aber ein ganz anderer Punkt.

    Dass Hunde Meister sind in der Deutung ihrer Menschen, hat nichts damit zu tun, dass Menschen mit der Imitation von Hundeverhalten nach einer Rechtfertigung für "artgerechte Maßregelung" suchen.

    Oder andersrum: Gerade weil Hunde so enorm gut in zwei Kommunikationswelten zurecht kommen, gibt es gar keinen Grund, seinen Hund für so beschränkt zu halten, nur mit Imitationsverhalten zurecht zu kommen.

    Ich denke wir interpretieren das Geschriebene schlichtweg unterschiedlich.

    Ich lese nirgendwo dass der Mensch den Hund in seinem Verhalten imitiert, sondern dass der Mensch es grundsätzlich als "Erklärung"nimmt, dass Hunde untereinander auch nicht immer nett zeinander sind wenn sie sich maßregeln, und somit keine Veranlassung besteht als Mensch den Hund nur mit Samthandschuhen anzufassen.