Beiträge von SavoirVivre

    Meine ist gerade in der scheinmutterschaft. Sie ist so zuhause echt total brav und nett. Ok sie hat hinter der Gartenhütte ein Loch für die Welpen gegraben, aber das stört da nicht weil nur schwer zugänglich für uns Menschen.

    Draußen ist sie gerade naja, ihr ist alles zuviel hier in der Stadt, wenn wir ins Grüne fahren ist alles gut, aber Stadt bräuchte sie echt nicht, dabei lief es bis vor 2 Wochen ganz toll. Irgendwie hat sie wohl alles vergessen.

    Diese Unsicherheit die sie von klein auf hat, würde ich gerne manchmal wegzaubern. Allerdings weiß ich wo es herkommt, ihre Mutter war/ist auch nicht sehr selbstsicher und bei vielem was sie so tut sehe ich ihre Mutter, die es genau so handhaben würde.

    Ist hier auch ein auf und ab. Gustaf ist in der Großstadt aufgewachsen und kommt grundsätzlich sehr gut damit zurecht. Unsere einzige echte Herausforderung ist die sehr hohe Hundedichte.

    Aber es gibt Phasen, ich nenne es Entwicklungsschübe, da ist er draussen schlechter ansprechbar und zuhause unruhiger. So ist das halt und finde ich völlig normal. Es sind halt Hunde im Übergang zum Erwachsen werden. Mit zunehmenden Alter werden die Halbstarken i.d.R. ja auch beständiger, weil die Hormone sie nicht ständig so durchspülen.

    Also wie lang seid ihr denn da unterwegs bei ‚so wenigen‘ Kilometern?

    Gar nicht so einfach zu beantworten.

    Wenn ich etwas gezielter Alltagstraining mit ihm mache kann ich für 4km auch durchaus 2Std. brauchen. Z.b. vier Stationen mit dem Bus zum Stadtpark fahren (Strecke im Bus zählt nicht in die 4km), dort eine kleine Runde im Grünen drehen, zu Fuß durch komplett unterschiedliche Strassenabschnitte zurück nach Hause gehen, unterwegs im Café einkehren und eine Tasse Kaffee/Kakao trinken.

    Unsere normale Mittagsrunde am Wasser entlang hat 2,5km. Für die brauchen wir bummelige 40-45min. weil es immer was zu beobachten gibt. Da setzt sich Gustaf halt gerne hin und guckt sich das Geschehen ruhig an. Wenn wir einen Hundekumpel treffen, wird auch mal paar Minuten gezockt.

    Es kann aber auch schnell gehen und wir brauchen für 5km nur 25min. weil er am Fahrrad läuft.

    Eine reine Löserunde hat hier 800m - 1,2km und dafür brauchen wir 20-25min.

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    In der Regel ist Gustaf in der Woche ca. 1,5-2,5Std/Tag in irgendeiner Form mit uns draußen. An den Wochenenden deutlich mehr, Outdoor Zeit und KM, denn dafür fahren wir ja mit dem Camper raus aus der Stadt.

    Mmhm, ich spar es mir auf so einiges einzugehen. Schön, für alle bei denen es so toll läuft mit den Junghunden.

    Ich denke es geht darum das es eben nicht immer toll läuft mit Junghunden :smile: , man sich deswegen aber nicht verrückt macht und/oder selbst zu sehr unter Druck setzt.

    Durchatmen, lächeln, konsequent bleiben und auch akzeptieren das Stress, Aufregung, drüber sein, etc. zum Junghundleben dazu gehört.

    Wenn ich einen ständig und immerzu (in meiner Wahrnehmung) verhaltenstechnisch perfekten Junghund sehe, denke ich mir auch meinen Teil. Neid gehört definitiv dazu :lol: . Aber ich adaptiere diese Erwartung nicht auf Gustaf. Er ist so wie er ist perfekt!

    Ich verstehe den Gedankengang gut. Aber ich denke es ist auch ein teils künstlicher erzeugter Druck den man sich selbst als - teils unerfahrener - Hundehalter macht.

    Grosses Unbehagen wenn der Welpe > Pubertier > junger Adult sich nicht nahtlos ins gemeinsame Leben einfügt, oder andere Hund-Halter-Gespanne gefühlt weiter sind. Diese Vergleiche sind Gift, weil sie oftmals nicht einmal rasseintern sind, geschweige denn die jeweiligen Lebensumstände berücksichtigen. Ein Hund der in einem Haushalt mit drei kleinen Kindern aufwächst hat z.B. schon eine andere Basis als ein Hund der bei einem Paar ohne Kinder zuhause ist.

    Tendenziell wird meines Erachtens eher zuviel, und vor allem zuviel verschiedenes gemacht und ausprobiert um den Hund in die Spur zu bringen die man sich vorgestellt hat. Gleiches natürlich auch ins andere Extrem. Will sagen, das Gespür für Verhältnismässigkeit geht ein stückweit verloren.

    Es hilft weder sich mit anderen Hund-Halter-Gespannen zu vergleichen die "weiter" sind, noch andere Hund-Halter-Gespanne zu belächeln weil man selbst vermeintlich "weiter" ist - oder es anders, besser, richtiger macht.

    Meine Erfahrung ist aber leider auch, der größte "Feind" des Hundehalters ist der Hundehalter.

    Naja sonst packt man den Hund ins Auto , fährt raus ... Ich frag mich hier teils echt woran es liegt das es scheinbar Recht viele Hunde gibt die mit Reizen die sie seit sie klein sind kennen nicht klar kommen und ständig "drüber" sind .

    Ich persönlich erlebe es in letzter Zeit, dass einige Halter:innen auch bei aktiveren Rassen unrealistische Ansprüche haben, was die allgemeine Reaktivität und Aktivität betrifft. Ja, so ein Hund flitzt auch mal ne Runde und hüpft in die Leine oder sonstwas, ohne, dass es direkt pathologisiert werden muss.

    Danke, exakt so ist es!

    Ein Junghund sollte sich auch verhalten dürfen müssen wie ein Junghund. Wann wenn nicht in dieser Lebensphase sind sie so! Auch wenn es natürlich auch mal anstrengend sein kann, liebe ich die Aktivität, das Temperament, die Bollerigkeit und Wesenszüge meines Boxers. Er ist perfekt, mein Traumhund und genau so wie er sein soll.

    Und Hunde lernen es nicht mit Umweltreizen und Stress umzugehen, wenn man sie nicht dosiert damit konfrontiert. Solange genug Zeit und Raum zum verarbeiten gewährleistet ist, und man ein Gefühl für die Dosierung hat, geht in der Regel wenig schief.

    Naja sonst packt man den Hund ins Auto , fährt raus ... Ich frag mich hier teils echt woran es liegt das es scheinbar Recht viele Hunde gibt die mit Reizen die sie seit sie klein sind kennen nicht klar kommen und ständig "drüber" sind .

    Interessante Interpetation, sofern überhaupt auf mich bezogen ;)

    Nö, mein Hund ist selten drüber. Eben weil ich ihn kenne und weiß was geht und was nicht.

    Aber er ist 20Monate jung und es gibt auch Phasen, die durchaus mal mehrere Tagen anhalten, an denen er deutlich unruhiger, rastloser, aussenfokussierter und schlechter bei mir ist als "normal". Finde ich völlig normal :ka:

    Ich finde es eher befremdlich wenn andere Hundehalter das Bedürfnis haben, mein Leben mit Hund ungefragt kommentieren zu müssen. Aber nun, ist halt ein öffentliches Forum und wer hier schreibt muss auch damit rechnen das es immer andere geben wird die es besser wissen, machen, können und überhaupt :ka:. Schlimm finde ich das natürlich nicht. Wir leben hier ja vom Austausch, und ich lese ja wer das tut/schreibt und denke mir dann einfach meinen Teil :D

    Wir packen unseren Hund übrigens an 2-3Tagen/Woche ein und fahren "raus" - am Stück sozusagen. Kannst Du nicht wissen, ich meine das nicht als Kritik, aber wir sind ca. 120Tage im Jahr, in erster Linie um unserem Hund gerecht zu werden, mit dem Camper unterwegs. Stadtflucht ins Grüne/ans Meer sozusagen :smile:. Denn da bin ich ganz bei Dir. Man muss es passend machen für den Hund, das ist u.a. die Verantwortung die man als Hundehalter trägt.

    Ich finde man macht sich echt wuschig , wenn man gelaufene Kilometer vergleicht. Ich merke jetzt schon, wie ich überschlage und vergleiche. Nach der Arbeit in der dunklen Jahreszeit finde ich 4-6 km aber voll okay. Dafür geht es zusätzlich wöchentlich zur Hundeschule und am Wochenende haben wir mehr Bewegung. Er darf ja auch mal zwischendurch in den Garten (wenn er ihn nicht gerade umgräbt :woozy_face:). Aber ich kann ihn im Moment auch noch nicht ans Fahrrad packen oder in den ZHS einsteigen. Bei so einer großen, schweren Rasse geht das noch zu sehr auf die Gelenke.

    Und das Wichtigste: er ist augenscheinlich zufrieden mit seinem Pensum. Nach einer langen Tour am Wochenende ist montags erst mal Ruhetag angesagt - und das genießt er auch und schläft viel.

    Zum Muskelverlust beim Menschen: Lauft ihr ohne Hunde echt auch so viel? Dank Schreibtischjob im HO bin ich glaub ich so gut wie nie auf 4-6 km pro Tag gekommen. Und ich bin jetzt keine rollende Tonne. Gut, Muskelmassen habe ich auch nicht. Aber in der Woche ist das jetzt nur dank Hund meine Strecke und das erscheint mir ein sehr gesundes Pensum.

    Aber die Diskussion führt wohl zu weit :relieved_face:

    Tu das nicht :smile:

    Würden wir reizärmer wohnen, also nicht innerstädtisch in einer Großstadt, würden wir jeden Tag deutlich mehr Kilometer machen. Aber so müssen wir auch Aussenreize mit berücksichtigen die auf unseren Hund einprasseln, sobald wir die Haustür verlassen.

    Ich gehe davon aus, das wenn er fertig ist, insbesondere vom Kopf, wir auch zuhause deutlich größere Gassirunden gehen können ohne das zuviel wird von ihm von den Aussenreizen.

    Es gibt so viele individuelle Faktoren die da mit reinspielen. Wir z.b. haben in der Woche ganz viel Routine und Routinerunden, weil das wichtig ist für unseren Hund. Kann ein externer Mensch gar nicht beurteilen, weil dieser nicht unser Leben lebt.

    Bei so einem niedrigen Bewegungspensum würde ich auf jeden Fall zusätzlich Training für die Muskulatur machen, wie Unterwasserlaufband, Physioübungen ala isometrische Übungen, am Fahrrad traben usw.

    Krass, stimmt, habe ich noch nie so drüber nachgedacht. Als Mensch würde man ja auch alle Muskeln verlieren wenn man am Tag nur 4-6km gehen würde. Meine Hunde haben jetzt in der Stadt auch schon Muskeln verloren (vor allem weil wir vorher in den Bergen gewohnt haben und nicht nur jeden Tag etwas vor uns hin spaziert sind), da hab ich noch keinen wirklichen

    Das war ein Scherz oder?