Warum ich immer mehr gegen Zwingerhaltung bin, ich erlebe es einfach viel zu oft mit und kann, egal wie "gut" die Haltung ist, nur negatives heraussehen.
Erste Zwingerhaltung die ich kennen lernte war die vom Schäferhund meiner Mutter.
Der Hund hatte einen großen Zwinger ca. 7m x 3,5m und einen großen, trockenen Raum (eine Hütte war das schon nicht mehr) mit Teppichboden und für den Winter sogar eine Rotlichtlampe.
Er bekam gutes Futter, Wasser etc. pp. alles was ein Hund, der im Haus lebt, auch bekommt.
Morgens ging es 30 min - 1 Std, Nachmittags 1Std. - 2Std. und Abends noch mal eine kurze Pinkelrunde raus.
Der Hund war demnach auch Zwingerrein.
So, würde man sagen, ein relativ normales Hundeleben.
Trotzdem war er nun die restliche Zeit im Zwinger alleine, das macht sumasumarum 21Std - 22Std am Tag ohne direkte Kontakte zu seinem Menschen.
Der Hund war weder verträglich mit anderen Hunden (ausgenommen unserem Zweithund, der übrigens im Haus lebte) und auch fremden Menschen gegenüber musste man sehr vorsichtig sein.
Zweite Zwingerhaltung: 11 Farmhunde, Schafe und Fleischrinder
Die Hunde kamen Morgens vor dem Frühstück raus und wurden auf "ihre" Wiese hinter den Schuppen geschickt zum lösen.
Danach ging es mit den Hunden, die gebraucht wurden, los zur Arbeit, die anderen kamen wieder in ihren Zwinger oder an ihre Hütte + Kette (3m)
Der Tag war lang, Hunde meistens immer dabei und Abends kamen sie dann zurück in ihre Zwinger, jeder alleine.
Für mich wohl noch die legitimste Art, Hunde im Zwinger oder Kette zu halten.
Drittens: Hofhund, Kette bzw. lange Leine vor der Haustüre.
Der Hund kam ab, wenn jemand mal Lust hatte, auf ihn aufzupassen, da er nicht hoftreu war bzw. ist.
Heißt, wenn dies mal an Tagen nicht der Fall ist oder nur kurz Zeit, kommt der Hund eben gar nicht ab oder nur kurz.
Viertens: Farmhunde, Milchviehbetrieb
Der Arbeitshund kommt/kam Morgens mit zum Kühe holen, zwischen 30min - 1 Std. danach kam er zurück in den Zwinger für den Rest des Tages.
Kein Sozialkonakt etc. ein- bzw. außgesperrt vom alltäglichem Leben.
Seit ich hier arbeite, nehme ich ihn mit, egal was ich mache, wir kuscheln auch mal mit einander, unsere Bindung hat sich in den letzten Monaten so dermaßen entwickelt, dass ich nicht wissen möchte wie es wäre, wenn ich ihn mit nach Hause nehmen dürfte.
Der "Haushund" kommt auch nur dann aus dem Zwinger wenn mal jemand Lust hat ihn raus zu lassen.
Meistens Abends für 2-3 Std. läuft er dann draußen ein wenig rum, wenn drinnen vorm Fernseher gesessen wird, wirklicher Sozialkontakt herrscht demnach nicht.
Übrigens sind die Zwinger von Farmhunden in Neuseeland und Australien von dieser Größe:
http://www.woodworx.co.nz/new%20www/kenn…20run-1_jpg.htm
In die Hütten passen sie nur zusammen gerollt.
Die einzige legitime Zwingerhaltung für mich ist, wenn der Hund im Zwinger alleine bleibt, wenn seine Menschen nicht da sind, denn da sehe ich jetzt auch nicht so den großen Unterschied ob drinnen oder draußen alleine oder wenn es sich um Hunde handelt, die den ganzen Tag draußen sein dürfen evt. Arbeitshunde und dann zu zweit über Nacht in den Zwinger.
Die Hofhunde, dich ich kennen gelernt habe und die wirklich draußen bleiben wollten, brauchen aber keinen Zwinger oder Kette!
Bei allem anderen sollte sich Mensch doch noch mal über das höchst soziale Lebewesen Hund schlau machen.