Was ich ja erst mal erreichen möchte, ist, dass er sich zu mir orientiert.
Bei Eichhörnchensichtung springt er meist aus dem "warte" auf. Wenn es gut läuft, korrigiert er sich gleich selbst wieder ins Sitz, wenn nicht, springt er in die Leine und setzt sich erst dann. Dann sitzt er und beobachtet. Ich gehe langsam näher, wenn nötig und hocke mich neben ihn. Dann warte ich ab.
Früher oder später - wenn es gut läuft oder das Eichhörnchen eh schon verschwunden ist nach etwa einer Minute - dreht er sich kurz zu mir um. Looooob. Und Leckerli, welches er inzwischen auch annimmt. Bleibt das Eichhörnchen in Sichtweite, warte ich halt länger oder spreche ihn auch mal an. Kommt dann Blickkontakt, Lob und Leckerli. Nach dem Blickkontakt warte ich noch kurz ab und gehe dann mit ihm zu dem Baum, damit er schnüffeln kann. Nicht immer, sondern je nach Gelegenheit und nur, wenn das Eichhörnchen weg ist.
Er ist ja wenig interessiert am Schnüffeln und scannt lieber umher. Das tut er ja eh immer.
Dann kommt ein Weiter und wir gehen weiter. Ich weiß, dass er wieder "da" ist, wenn er nicht losprescht und sich in die Leine wirft. Geht er gesittet weiter, ist alles gut, ansonsten halten wir noch mal und schauen noch mal in Ruhe in den Wald. Wenn sich dann nichts mehr bewegt, fährt er weiter runter. Wenn sich was bewegt, fangen wir oben wieder an.
Natürlich hat er, wenn wir in diese Eichhörnchengebiete gehen, schon eine gewisse Grunderregung. Auf einer Erregungsskala von 1 bis 10 (1 schlafen zu Hause, 10 Eichhörnchen auf 3m vor ihm) ist das sicher schon ne 5-6. Ab 8 fängt er an, an der Leine zu ziehen, weil dann die Impulskontrolle ausfällt. Wenn er so hoch fährt, bleibe ich eh stehen - egal ob Eichhörnchen oder nicht - und lasse ihn "Warten". Sitzen und schauen fährt ihn runter. Wahlweise massenhaft Richtungswechsel. Sprich, sobald er zieht, kommt ein "Kehrt" und wir drehen um. Er dreht dann um, rast an mir vorbei und in die andere Richtung, um auch dorthin wieder zu ziehen. Nach 20 Wiederholungen atmet er tief durch, fährt sich zurück und wird wieder ansprechbar. Das geht aber nur ohne Wildsichtung bei hohem Erregungslevel.
Beim ersten Mal war er schon auf 8 als wir in den Weg einbiegen wollten. Zig Richtungswechsel und Warte später ging es. Inzwischen dürfte er auf 5-6 sein, wenn wir da rein laufen. Das ist ja auch mein Ziel, dass es für ihn normaler wird. Da die "Desensibilisierung" bei Vögeln, Schafen und Pferden ja sehr gut geklappt hat, hoffe ich einfach, dass er bei Eichhörnchen auch lernt, es besser zu ertragen, dass er die nicht jagen darf. Interesse wird er ja immer haben, logisch, aber ich wäre halt froh, wenn er dann nicht mehr so austicken würde. Denn wenn er ansprechbar bleibt, dann komme ich auch zu ihm durch.
Was uns schon noch fehlt, ist ein echter Ersatz. Ihm geht es ums Hetzen und Totschütteln. Nasensuche ist nichts seins. Was kann ich mit ihm denn machen, um das Bedürfnis Hetzen/Totschütteln zu erfüllen? Reizangel mal öfter machen?