Beiträge von Theobroma

    Jetzt war vorhin leider alles weg...

    aber eben nicht in diesem Situationen, auch sowas muss ja in unterschiedlichen Erregungslagen aufgebaut werden.

    Natürlich nicht. Das ist ja der Gag am Jagdproblem. Ich persönlich glaube sowieso, dass man ein Kommando immer nur frei auftrainieren kann und es der Hund immer persönlich entscheidet, ob er es tut. Wir haben doch alle keine "konditionierten" Hunde im wissenschaftlichen Sinne - wenn man mal vom Clickern absieht - hier erfolgt Konditionierung. Echt konditionierte Tiere haben nämlich keine Wahl mehr. Das hat mein Hund aber schon - darauf setzt übrigens auch JEDE moderne Hundeausbildung. Der Hund soll sich entscheiden, das Kommando zu befolgen. Es räumt ihm aber Platz ein, es nicht zu tun. Daher finde ich Aussagen wie

    die Sachen sitzen einfach noch nicht

    grundlegend falsch. Die Umsetzung von Kommandos hängt immer von vielen Faktoren ab. Wichtig ist, dass der Hund lernt, mit den eigenen Impulsen umzugehen und dass es die bessere Wahl ist, mit mir zu arbeiten. Das fällt ihm mal schwerer und mal leichter. Er weiß ja, was die Dinge bedeuten, nur kommen sie entweder gar nicht bei ihm an je nach Erregungslevel oder er will sie nicht umsetzen.
    Aber ich denke, dass ist eine Grundsatzdiskussion, welche den Rahmen hier sprengt. Ich denke nur nicht, dass an unserer Kommunikation grundsätzlich was nicht stimmt, nur weil er sich in hoher Erregungslage nicht zügeln und auf Kommandos hören kann. Er hat dann schlicht anderes im Kopf.

    Zeigt er das noch bei anderen Sachen?

    Nein, außer siehe oben.
    Er ist ja keine Maschine, sondern ein junger Hund.
    Ich erwarte von ihm keinen perfekten Gehorsam. Wir arbeiten zusammen und ich versuche, ihn zu verstehen und es ihm leicht zu machen, mich zu verstehen. Dinge "nach vorne" zu lösen. Manches darf man nicht, dafür darf man halt was anderes.
    Gerade weil Felix gerne Dinge kreativ selber löst (nicht auflöst), bin ich sehr konsequent im Alltag. Heute so, morgen so, ist hier nicht. Das täte ihm nicht gut. Aber ich bin auch Realist, dass ich einen Hund mit viel Selbständigkeit habe und keine Maschine.

    Du meintest ja, er hat nicht viel Interesse am Suchen, sondern eher am Hetzen. Was wäre denn, wenn du ihm alternativ das Spieli werfen würdest, statt es ihn suchen zu lassen? Falls er es gerne rumträgt, kannst du ja auch zwei mitnehmen, damit du dann im Fall des Falles eines zur Verfügung hast.


    Ja, das ist eine interessante Idee. Vielleicht sogar was mit Sound, damit der Wurf angekündigt wird. Das reißt ihn vielleicht aus dem Tunnel. Weil wenn er schaut, dann schaut er - da kannste ihn mit Bällchen bewerfen und es juckt ihn nicht.
    Sieht man ja auch in der Szene. Er liebt das Spielzeug, aber der Reiz im Baum ist größer. Dennoch entscheidet er sich am Ende doch fürs Spieli, weil der das Eichhörnchen nicht haben darf.

    Auch ein Durchatmen kann ich da nicht erkennen.

    Du kennst meinen Hund auch nicht so gut wie ich. Er wäre andernfalls durchgestartet - er tut es nicht. Das ist doch Ergebnis genug.

    Wir haben gerade auf dem Spaziergang mal ausprobiert, was er beim rollenden Ball tut: er lässt sich abrufen. Und er liebt Bälle... Aufbau war Platz und Bleib, Ballwurf, Ball rollt noch, losschicken, abpfeifen, RR. Zur Belohnung hat er einen zweiten Ball bei uns fangen dürfen. Ich müsste wohl mal Eichhörnchen werfen...

    Gibt eigentlich Fell-Bälle? Das wäre evtl. noch was fürs Training.

    Es gibt hier keine Handlung wie Laufen, die er durch Stehen unterbrechen könnte und er wendet sich auch nicht ab, was bei mir zum Abbruch immer dazugehört.

    Dazu noch kurz - "Vergiss den Plan" nutze ich auch in statischen Situationen. Felix ist auf Kommando auf seiner Decke - sieht was interessantes, ich sehe, wie sich Spannung im Hund aufbaut - also kommt ein Äh-äh. Er atmet durch und lässt das Aufstehen bleiben.
    "Bewegung" und Reaktion auf den Abbruch müssen nicht immer mit echter Bewegung verbunden sein. Ich sehe es ihm an, bevor er loslegt also unterbreche ich es auch vorher. Es nicht zu tun ist dann Reaktion genug und dafür wird er auch gelobt. Er weiß dann genau, was gemeint ist. Ich versuche mal, das zu filmen...
    In Video-Fall weiß er durch das äh-äh, dass ich ihn gesehen habe, weiß, was er plant und ein Losstürmen nicht erwünscht ist.

    Damit der Hund auf den Marker nicht losfetzt, muss er natürlich wissen, dass das niemals ein Freigabesignal ist, sondern immer nur sagt, "Das, was du da gerade machst, machst du toll!".

    Felix ist da kreativ - der gibt sich selber frei. :lol:
    Nee, im Ernst, für ihn "endet" das Anzeigen mit dem Lob. Und dann entscheidet er. Wenn dann nicht SOFORT was neues kommt (hier der Versuch, ihn auf das Spielzeug umzulenken), sonst aber auch mal ein Weiter, dann entscheidet er sich eben alleine - für das Eichhörnchen oder - falls langweiliger Reiz - fürs Weitergehen. Und selbst, wenn ich Weiter sage - wenn da im Baum was atmet, ist das halt wichtiger. :ka:

    Wenn ich sie positiv bei mir halte, kann ich sie pausenlos für das richtige Verhalten loben und abbrechen bevor sie in das falsche Verhalten (also losrennen) kippen. Außerdem ist meine Grundeinstellung eine andere, wenn ich den Hund loben kann

    :bindafür: Genau deswegen hat Felix ja sein Spielzeug dabei und deswegen versuche ich ihn zu motivieren, sich dafür zu entscheiden statt für das Eichhörnchen. Wenn er das dabei hat, kann ich ihn viel öfter loben und wir haben eine fröhliche Grundstimmung, weil er eben kaum scannt oder sich davon machen will.

    Ich sehe übrigens gar keine Reaktion auf die Abbrüche, ehrlich gesagt. Also sind das sozusagen Zukunftsabbrüche? Ich habe von sowas keine Ahnung, interessiert mich aber.

    Ja. Der Abbruch sagt "ich weiß, was du vorhast - lass es". Und glaube mir, er weiß das ganz genau. Lege ich zum Beispiel ein Leckerli auf den Boden und er läuft darauf zu, reicht ein Äh-äh und er bleibt stehen, dreht ab. Äh-äh bedeutet immer "lass den Plan bleiben", während "Nein" heißt "Aufhören, sofort". "No" benutze ich selten und wenn dann wie das Äh-äh als Vorwarnung.
    Nein würde ich zum Beispiel sagen, wenn er das Leckerli schon aufnehmen will, also dran ist. Dann lässt er es noch. Danach würde "Aus" folgen fürs Loslassen.

    Ich suche mal nach einem Video mit Beobachtung und mit einem Äh-äh sowie Belohnung für ruhiges Schauen ohne Erregungsanstieg. Ansonsten muss ich da mal welche machen.

    Meine Idee wäre das Stehen zu gut wie möglich zu verstärken und erst ein Loslaufen abzubrechen (dabei über die Schleppleine absichern).

    Das hab ich auch immer gedacht. Aber schlichte Antwort - es klappt nicht. Theorie und Praxis sind nicht vereinbar. Vielleicht bin ja nur ich unfähig, aber das geht zu schnell. Wenn Felix losrennt, macht er in 1 Sekunde 15 Meter. Bis ich nur reagiere, den Mund öffne, etwas sage und dann noch versuche auf die Schlepp zu treten, ist der längst weg. Abgesehen davon, ist er dann in einer Erregungslage ist, in der er nichts mehr lernen kann. Er hört mich dann auch gar nicht mehr.
    Wenn ich ihn überhaupt innerhalb von 5m stoppen kann, dann mit der Flexi. Daumen drauf. Aber das hat mit Kommando und Lerneffekt nichts zu tun.

    Damit er beim Belohnen nicht direkt losrennt möglichst ruhig loben (wenn überhaupt) oder nur mit einem Marker (habt ihr sowas?) einfangen und dann mit dem Signal für das Weiterschauen belohnen.

    Wie meinst Du das?

    Ich hab ihn mal ne Zeitlang beim Schauen geklickert. Vielleicht sollte ich das mal wieder anfangen? :???: Ich hatte damals nicht das Gefühl, dass es irgendwas gebracht hätte. Aber da hat er auch keine Leckerli genommen, was er heute ja tut. Es gibt also durchaus einen Fortschritt. :hust:

    Und zu unserer Ehrenrettung: so sehen Spaziergänge hier üblicherweise aus - sie sind recht ruhig:

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Was mir selber dabei auffällt - er orientiert sich öfter an mir als früher. Schaut ob ich komme usw. dafür werfe ich ja auch ständig mit Leckerli (ist das nicht auch das Mäuschenspiel? - Er kommt, wird gelobt, ich greife in die Tasche, er starrt darauf, ich hole aus und werfe, er saust los und sammelt es ein).

    Das eine Signal ist also noch nicht gefestigt und innerhalb dieses nicht gefestigten Signals, willst du schon eine Umorientierung, die ja für die meisten Hunde sehr sehr schwierig ist, obwohl er nicht einmal das "Warte" aufgrund der Anspannung richtig ausführen kann und "aus dem Warte aufspringt".

    Naja, wenn sich die Situation ändert, dann reagiert er halt neu. Sprich, wenn ich das Warte ausspreche, nachdem wir was gesehen haben, sitzt er. Wenn ihm in der Zeit ein lebensmüdes Eichhörnchen vor die Füße springt, dann springt er auf. Klar wäre es noch schöner, wenn er dann sitzen bliebe. Wenn das klappt, verabschiede ich mich aus diesem Thread. :D

    Und eben das Stehen weiter fördern, belohnen (zB mit dem Weiterschauen, wenn er nichts anderes mag) und nicht bestrafen.

    Strafe? Wo ist denn die Strafe? :???:
    Wenn ich ihn lobe, dann geht er los. Das wäre für ihn die größte Belohnung, aber nicht mein Ziel. Schauen ist eine Tätigkeit, Handeln die nächste. Ich breche ab, bevor er handelt, weil wenn er handelt, ist es zu spät.

    Im Grunde darf er schauen, wenn sein Erregungslevel unten ist. Hunde, die sich nicht beherrschen können, können nicht schauen.

    In diesem Fall wollte ich ihn umlenken, damit er nicht abhaut. Nicht schön und perfekt, aber reales Leben.

    Also das was DjaGin schrieb, kenne ich auch eher so, dass man direkt das Schauen, was er im Video zeigt, mit diesem Satz benennt und dann belohnt. Du benennst das ja stattdessen mit No und Eh-eh.

    Das hatte ich hier schon mal beschrieben. Aus diesem Zustand des Schauens gibt's für Felix zwei Arten es aufzulösen: Abdrehen oder Losspurten. Wie er reagiert, hängt von vielen Faktoren ab. Erregungslevel, Reiz, Nähe usw. Ich reagiere daher situationsbedingt. In diesem Fall hat nicht viel gefehlt, damit er losgeht - der Reiz war sehr, sehr groß. Daher eben der Abbruch statt zu loben (hätte ich mit Lob aufgelöst, wäre er unterm Zaun durch - so gut kenne ich ihn inzwischen). Gelobt wird dann, wenn der Abbruch geklappt hat und er umdreht. In viele Situationen kann ich direkt beim Schauen loben, weil ich sicher bin, dass er es nicht ausnutzen wird.
    Es ist leider bei ihm immer ein Balanceakt, weil er manchmal den klaren Abbruch braucht, um zu wissen, dass er nicht los darf.

    In dem Video kommt das bei mir so an, als wenn du den Hund durch dein hektisches ständiges Reden erst Recht auf das Eichhörnchen aufmerksam und hibbelig machst.
    Ist das beabsichtigt so?

    Nee, ich lenke ihn damit auf das Spielzeug. "Toy" ist für ihn fest verknüpft, deshalb sucht er auch danach. Ich nehme damit seine Aufmerksamkeit auf und lenke sie um. Daher auch das viele Reden und der Ton :hust: Es soll ihn motivieren, sich dem Spielzeug zuzuwenden.
    Ohne Spielzeug hätte ich in der Situation nur ein "äh-äh" gesagt und Weiter. Dann Lob, wenn er kommt. Allerdings standen die Chancen, dass er nicht unterm Zaun durchgeht wesentlich besser, wenn seine Aufmerksamkeit auf sein Spielzeug umgelenkt wird. Wenn er das hat, scannt er nämlich auch kaum. Das war eher Zufall, dass er dort was entdeckt hat.

    Das mache ich mit Tamy auch oft, dass ich sie sitzen oder stehen lasse wo sie gerade ist (mit Kommando bleib), dann werfe ich ein Leckerlie oder ihre Beisswurst und sie darf erst auf Kommando hinterher, da steht sie dann starrend/lauernd mit einem hochgehobenen Vorderbein und wartet auf die Freigabe.
    Wenn ich vorher nichts gesagt habe, dann darf sie sofort hinterher wenn ich werfe, meist rennt sie schon los, wenn ich noch aushole.

    Ja, so ähnlich halten wir das auch. Wobei ich dann dennoch verbal freigebe, auch wenn Spielzeug aufnehmen und werfen in einem Fluss passiert.

    Bei Vögeln klappt das zum Beispiel auch. Ich kann ihn verbal abbrechen und kontrollieren und erst auf Freigabe geht er los und scheucht sie auf. Da hört er wirklich und wartet ab. Und wenn ich nicht freigebe, läuft er halt dran vorbei. Auch okay für ihn.

    Du hast absolut recht, war mir beim Gucken auch aufgefallen - in diesem Fall rede ich wirklich zu viel. Und meine Tochter redet auch noch mit... ich wollte ihn auf das Spielzeug und weg von dem Eichhörnchen motivieren. Normalerweise bin ich redefauler... :lol:

    Kannst du mal verlinken, welche Erklärung du zum Mäuschenspiel ergoolget hast? Das klingt bei dir ganz anders, als wie ich es kenne.

    Ich habe vier verschiedene gelesen. Die waren auch nicht ganz gleich, aber finale Aussage war immer, dass man etwas zeigt und entweder leicht bewegt (Lauerspiel) oder flach wegwirft oder rollt. Der Hund darf nur schauen und auf Freigabe hinterher. Hab auch noch zwei Youtube-Videos gesehen, die das so gezeigt haben. Wie kennst Du das?

    Sorry, Doppelpost - ich war schnell mit ihm auf einer Pipi-Runde durchs Viertel an der Flexi. Er war super. Dreimal ist er bis zum Flexi-Ende vorgelaufen, hat sich aber sofort selbst korrigiert. Ansonsten war entspannt, hat schön überall geschnüffelt und markiert, aber alles auf einem niedrigen Erregungslevel. Die letzten 200m ist er sogar freiwillig im Fuß neben mir gelaufen! Ja, das musste ich loswerden, weil es bei uns ja sonst gerade so gar nicht läuft... :roll:

    Zum Mäuschenspiel gehört vorher aber ja auch noch das Lauern (ohne Bewegung vom Hund) und danach könnte man Spielzeug/Leckerlies auch eher wegrollen, damit es für den Hund mehr ein Nachjagen und Fangen wird.

    Jep. Solche Spiele spielen wir seit einem Jahr. Wegrollender Ball ist kein Problem - ist ja ein Spiel. Das weiß er. Und es ihm zu wenig Action. Für ihn gehört halt das Rennen/Sprinten/Springen fest dazu.

    Ich spiele mit ihm daher vereinzelt Ball mit gezielter Freigabe. Was noch nicht sitzt, ist der Stopppfiff. Nur ist das halt wieder Arbeit, kein Spaß.

    Das mit Schauen kann ich mal versuchen, ob ich es vertiefen kann.