Beiträge von Theobroma

    Naja, ich finde schon, dass das auch teilweise eine schöne Vorlage ist, um sich drauf auszuruhen

    Ich sehe es eher als Vorlage, den Hund so zu akzeptieren, wie er ist. Einen großen Schritt in diese Richtung hab ich letztes Jahr mit der Trainerin schon gemacht. Vieles sehe ich seitdem entspannter und betreibe auch viel öfter einfach Management (mit dem Ziel, ihn zu sichern und Ärger zu vermeiden).

    Ja, nach dem, was Theobroma hier erzählt, verhält der Hund sich absolut rassekonform

    Er verhält sich selbst für seine Rasse extrem - so die beiden Experten, die ich kontaktiert hatte.
    Wäre er ein "normaler" Vertreter seiner Rasse und evtl. sogar eine Hündin wäre die Arbeit, die wir in 2 Jahren reingesteckt haben, deutlich fruchtbarer. Aber er ist halt "speziell".

    Ich bin jetzt im Kontakt mit jemanden aus dem Parson Russell Club. Sie wird sich umhören, ob wir ein wirklich geeignetes Zuhause für Felix finden würden. Ob er geht, steht damit nicht fest - das würde ich nur machen, wenn ich einen Platz fände, von dem ich glaube, dass er besser für ihn wäre als bei uns zu bleiben.
    Ich brauche gerade erstmal Optionen... :/

    Auf mich hat es aus den Beiträgen von Theobroma nicht so gewirkt, als würde er immer total unter Strom stehen? Aktiv bedeutet ja nicht, dass der Hund dauernd total nervös ist oder hab ich was überlesen?

    Ja, das stimmt. Er hat schon sehr viel Feuer unterm Hintern, aber er ist nicht "hyper" im Sinne von hoher Erregungslage. Er rennt halt einfach. Immer. Langsam kennt er nicht.

    Hmh ich dachte auch, dass jeder Jagdhund eine gewisse Führigkeit braucht, aber da wurde ich hier im Forum eines besseren belehrt. Ich weiß leider nicht mehr von wem und in welchem Thread das war, aber ich meine, es hieß in etwa, dass es viele jagende Terrier gibt (oder warens andere selbstständige arbeitende Hunde?), die nur zum Jagen abgeleint werden können, weil sie sonst weg sind.

    Ja, das sind sie die kleinen Terrier. Sie wurden dafür gezüchtet, alleine und selbständig zu jagen (Ratten, Füchse usw.). Da geht's nicht um Kooperation. Sie jagen nicht mit dem Menschen.
    Hier gibt's diese Art der Terrierhaltung auf den großen Farmen durchaus noch. Sie halten gemeinsam mit den Katzen den Hof sauber von Ungeziefer mit vier Beinen.

    Sie arbeiten nicht mit dem Menschen. Sie zeigen weder an, noch apportieren sie etwas. Sie sehen, hetzen, killen und lassen liegen.

    Zumal Theobroma ja selbst schreibt, dass es gar nicht so sehr das Jagen ist und Felix diesbezüglich gerade sogar sehr gut hört.

    Er ist dann tatsächlich nicht im Jagdmodus. Er geht einfach "Gassi". :roll:

    Heute wirkte wohl das Drama von gestern noch nach... er stand 2m neben den Pferden und hat gewartet, während ich mich sortiert hab. Ich hatte ihn erst angebunden, ihn dann aber losgemacht zum heimlaufen. Mehr will ich ja gar nicht...

    Das waren auch die Gedanken, die mir beim Lesen kamen: Ihr scheint ja vor der Überlegung zu stehen, ob er nicht anderswo ein besseres Zuhause haben könnte. Gleichzeitig würde es euch evtl. Erleichterung bringen, wenn er kastriert wäre und entsprechend mal betreut werden könnte. Falls er in UK in ein anderes Zuhause zieht, würde er doch sehr wahrscheinlich so oder so kastriert - von daher würde ich persönlich ihn glaube ich kastrieren lassen (oder erstmal das Suprelorin-Implantat setzen lassen) und schauen, ob euch das (also die besseren Betreuungsmöglichkeiten) im Alltag Erleichterung verschafft.

    Das ist ein interessanter Gedanke! Danke dafür!
    Das muss ich mal durchdenken...

    Oha, dann fehlt es aber an der Grunderziehung.

    Laut Trainerin nicht wirklich... Felix ist so eigenständig, dass es für ihn kein unendlich gültigen Kommandos gibt's. Er arbeitet mit mir - wenn er das will. Wenn er nicht will, muss ich auch mal deutlich werden. Seit ich keine Wattebäusche mehr werfe, sondern ihn auch mal anmotze, geht vieles leichter.
    Aber - er wird nie "funktionieren". Er entscheidet jedes Mal aufs neue, ob er mitmacht oder nicht.
    Wenn er für sich darin einen Vorteil sieht, tut er es. Wenn nicht, zeigt der Dir die Mittelkralle. So ist er halt.

    Wenn er sich bei sowas einfach aus dem Staub macht, dann bekäme er von mir ein "wart"

    Das hält er keine 20 Minuten durch. Höchstens angebunden. Da sitzt er.
    Aber ohne Leine ist der Drang zu gehen viel stärker als der Drang diesem Kommando zu folgen. Prioritäten und so... :ka:
    Je nach Umgebung nach 10 Sekunden (wenn er weiß, dass ich nicht mehr auf ihn achte) bis zu 5 Minuten hält er durch, dann geht er.

    (jeder Ratschlag von unterschiedlichen Personen wurde ja schon entweder gemacht oder funktioniert nicht),

    Ja, ich weiß, das klingt so - aber wir haben das wilde Tier ja nun auch schon zwei Jahre. :/

    tatsächlich einfach fragen, ob der Typ Hund für dich passt

    Das tun wir momentan ganz ernsthaft. Auch und vor allem im Sinne des Hundes. Er ist wie er ist und wäre er nicht in allem so extrem, könnte ich mit dem Terrierwahnsinn gut leben. Ist ja nicht mein erster. Aber er ist extrem (zum Glück haben mir das Experten bestätigt, sonst würde ich mich ja selbst für verrückt halten). Ich hab halt das Gefühl, ihn ständig zu verbiegen - das kann einfach nicht richtig sein.
    Zumal viele Dinge halt seit 2 Jahren immer wieder neu diskutiert werden. Jeden Tag. Vielleicht sollte er einfach so leben, wo es keinen interessiert, was er so treibt. Wo genug Platz da ist, damit er das tun kann, was er will - Stöbern, Aufscheuchen und Rennen.

    Jetzt benimmt er sich ja wie ein gut behüteter Studi im ersten Semester, endlich bin ich die Alten los, endlich Party ohne Aufsicht.

    :lachtot:

    Jaaa!

    Ausprobieren reicht da nicht, zumal du bei unfreiwilligem Ausprobieren sicher nicht die Haltung an den Tag legst, die dir Entspannung bringt...

    Ich glaube, ich trau mich das nicht - in der Stadt ist das zu gefährlich, ihn machen zu lassen. Und seit er mit fremden Rüden nicht mehr so gut kann, ist wildes Laufenlassen eben auch echt schwierig. Hier in Schottland wird mit "aggressiven" Hunden ganz schnell kurzer Prozess gemacht.

    Also dass du einfach jegliche Beschäftigung und Bestätigung an ihn, jede Rückmeldung komplett lässt. Du bist quasi wie eine Boje, die ständig den Standort durchpiepst.

    Dann sieht er das als Freifahrtschein. Er würde Gassi gehen - stundenlang.
    Haben wir ausprobiert - zum Teil unfreiwillig. :verzweifelt:

    Der Durchbruch kam als sie nur noch hinter, max. neben mir laufen durfte. Ab da hat sie sich an mir orientiert und das Jagdverhalten hatte ich so auch im Griff und ich konnte sogar unangeleint mit ihr an herumhüpfenden Feldhasen vorbei gehen. Sie konnte fast überall frei laufen und blieb auch so immer in meiner Nähe.

    Das funktioniert bei Felix auch. Gerade wenn ich mit den Pferden und ihm unterwegs bin, muss er hinter uns bleiben. Da läuft er aber wie ein Häuflein Elend. Er findet das so richtig bescheiden und auf seiner Stirn steht: "Beim nächsten Mal bleib ich daheim."
    Ihm fehlt dann das

    Von meinen Hündinnen hast du in Felix' Alter teilweise wirklich nur noch einen weißen Kondensstreifen gesehen, wenn die richtig abgingen - und das brauchten die einfach regelmäßig zum Glücklichsein.

    Was ich aber eben am schwierigsten finde, sind Situationen, wo wir anhalten. Mal was im Rucksack suchen, Pferd das Halfter runter machen, einem Kind die Nase putzen usw. - schwupps - der Hund ist weg.
    Letztes Jahr bei einer Fahrradtour ist ein Kind gestürzt. Ich musste mich dann natürlich um den Nachwuchs kümmern - und der Hund war weg. Kam nach 20 Minuten, stinkend weil voller Kuhschei** zurück nach längerem Rufen. Und das bekomme ich nicht aus ihm raus. Solche Gelegenheiten werden genutzt. Gnadenlos.
    Meine Staffi-Hündin hätte dem gestürzten Kind die Hand gehalten und geholfen aufzuräumen. :D

    Bei mir hört er ja wenigstens meistens, solange ich ihn im Blick hab. Bei meinem Mann beim Joggen sind ihm auch alle Würstchen wurscht und er geht stiften. :fear:

    Das hatte ich bei meinem Dackelrüden auch geschafft. Den hab ich so erzogen wie es mir in der Hundeschule (damals dachte ich, so eine Hundeschule und deren Methoden wären sinnvoll) gesagt wurde, mit viel Leckerlies, alles belohnen, wenn er nach mir sieht usw. usw..
    Und kaum hab ich mich nicht mit ihm "beschäftigt", hat er die Nase in den Boden gesteckt und ich war abgeschrieben und er weg wenn ich nicht aufgepasst habe.

    Das will ich nicht mal ausschließen. Wobei ich natürlich damit angefangen hab, weil er immer stiften ging bzw. unendlich voraus lief.
    Wie bist Du dagegen vorgegangen. Wurde es wieder besser?

    Bisher kam Felix immer so nach 5-10 Minuten zurück bei so einer "ich geh dann mal"-Tour. Da hatte er natürlich nichts jagdbares gefunden. Das würde eh alles verändern.