Beiträge von Theobroma

    Wie wäre es, wenn du es anders herum probierst und ihn machen lässt? Also ihr macht euer Ding, er turnt rum, wie er mag und kommt dann einfach, wie er lustig ist?

    Das käme einem Aussetzen gleich.
    Ne, im Ernst, das hab ich natürlich probiert. Am alten Stall hatten wir eine 1km lange schnurgerade Single Track Road mit wenig Verkehr. Da waren wir oft spazieren. Wenn ich gar nichts mache, läuft er... und läuft und läuft... 500m und weiter.
    Und was noch dazu kommt - so ab 20-30 Metern verliere ich an Einfluss und könnte ihn zum Beispiel nicht mehr vom Jagen abhalten. Und ich will natürlich nicht, dass er auf fremde Grundstücke läuft, auf eine Straße oder womöglich jagen geht.

    Ich hab monatelang jede Orientierung zu mir belohnt und dann langsam ausgeschlichen. Erst nur die Leckerli und weiter verbal gelobt, dann die Frequenz gesenkt. Ich lobe ihn heute noch ganz oft für einen Blick zu mir - aber das ist halt wieder genau der Punkt: Bin ich "bei ihm", läuft er nicht weg.

    Ich bin zum Beispiel kein Freund davon, dem Hund draußen die ganze Zeit seine Grenzen zu zeigen und ihn zu ermahnen.

    Ich auch nicht. :muede:

    Deswegen bin ich ja derzeit so dezent genervt. :lepra:

    (aber halt nur auf den bekannten Strecken ohne nennenswerte Ablenkung),

    Was machst Du dann mit ihr, wenn ihr einen Ausflug macht?
    Wir sind halt oft unterwegs in den Hügeln um Edinburgh, am Strand usw. Und er darf und soll natürlich mit.

    Umorientierung, Clicker, Leckerli und Co. haben wir zelebriert. Und das funktioniert auch super - weil ich ja dann wieder mit ihm was mache. Aber er orientiert sich nur an mir, wenn er das für richtig hält und eben was zurückkommt (Lob oder Leckerli). Wenn er zu mir schaut und ich nicht zurückschaue, sieht der darin wohl die Freigabe zum Unsinn aller Art.

    Er hat heute auf Pfiff von einem Eichhörnchen abgelassen statt ihm durch die Hecke zu folgen - was eine Leistung. Solange er "unter Kommando" steht, klappt alles immer besser. Aber ist das "aufgehoben", weil er spürt, dass er nicht mehr unter Beobachtung steht, geht er sofort seinen Plänen nach...

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass wir zwei besser harmonieren und er besser hört, wenn wir ein Tempo haben. Das muss allerdings sein Tempo sein.

    :lachtot:
    Sehr treffend! :applaus:

    Vielleicht geht mir einfach die Kraft aus. Es soll doch Spaß machen mit einem Hund, nicht zur stetigen Belastung werden. :verzweifelt:

    Dass es Felix auf einem Hof mit Rattenfangmöglichkeit super ginge, kann ich mir schon vorstellen - nur nicht, dass er da lange lebt. Die wenigsten Höfe sind terriersicher eingezäunt...

    Naja, hier in Schottland gibt es schon viele Höfe am A der Welt... da gäbe es schon Platz für einen Hund wie ihn.
    Wir haben sogar nach sowas gesucht in den letzten Monaten, das aber aus verschiedenen Gründen verworfen.

    der einen soliden Mittelklassewagen wollte und plötzlich mit einem Ferrari dasteht.

    Ja, das trifft es. Wobei mir schon klar war, was zu der Rasse gehört. Ich hab auch lange mit der Züchterin darüber gesprochen, Oma, Mutter und zwei Schwestern kennen gelernt. Die sind alle einfach und "normal". Es war nicht absehbar, dass er so heftig werden würde - und das ist er auch laut Experten.

    Wenn ich wirklich die Hoffnung hätte, dass er in 1-2 Jahren besser zu haben sein wird, würde mir das Durchhalten ja leichter fallen. Er hat schon innerhalb der letzten 12 Monate enorme Fortschritte gemacht. Früher hat er ja oft gar nicht gehört, inzwischen hört er - solange ich an ihm dran bleibe.

    Immerhin kennt er das Leben nicht

    Doch er kennt es vom letzten Stall. Du glaubst nicht wie oft der vor der Heimfahrt dastand mit traurigem Blick ala "Müssen wir echt weg hier?"
    Der wäre dort sofort eingezogen.

    Naja, das an der Flexi/Schlepp laufen ist Übungssache, finde ich.

    Jaja... wir üben ja erst seit 2 Jahren. :hust:

    Unsere Fortbewegungsgeschwindigkeiten sind einfach nicht kompatibel. Für Felix ist an der Leine gehen Arbeit unter Kommando.

    Und auch hier... aufgaben geben.

    Ich bin da schon bei Dir.
    Nur kann man ihn halt nicht IMMER bespaßen. Das ist einfach nicht mehr familienkompatibel, wenn der Hund deutlich mehr "Quality time" bekommt als jedes der Kinder. :mute:

    Keine Ahnung, was wir machen. Kastrieren evtl. Dann könnte er auch wieder in die Daycare.

    Vielleicht ist er ja ein kleiner Zughund?

    Weil er nur zieht, wenn er Lust hat. Also bis zum nächsten Hündinnenpipi. :lachtot:
    Haben wir probiert, aber der Mann ist damit nicht glücklich, weil Felix das nicht als Job ansehen will.

    Vielleicht möchte er auch gern mehr Aufgaben von dir?

    Das machen wir. Er sucht, er wartet, er holt. Solange wir dabei sind, bleibt er bei mir - wie immer, solange ich komplett bei ihm bin mit meinen Gedanken. Aber einfach mal Gassigehen, einfach mal mitlaufen. Fehlanzeige.

    Warum kann er bei Familienspaziergängen nicht zum Beispiel an einer Schlepp sein?

    Weil er die den Kindern um die Beine wickelt. Felix trabt ja nicht gemütlich neben einem her. Er läuft entweder vor - dann muss ständig einer auf die Schlepp treten - oder er läuft, vor und zurück, links und rechts usw. Wegen des Vorlaufens funktioniert Schlepp eigentlich nur, wenn ich alleine gehe - und da brauch ich sie eigentlich nicht (mehr). Weil solange ich auf ihn achte, was ich bei der Schlepp ja auch muss, bleibt er ja anständig.
    Aber ich kann oft keine zwei Sätze mit meinem Mann wechseln, weil ich nebenbei darauf achten muss, was Felix tut und ihn verbal erinnern, dass mehr als 20-30 Meter vorlaufen nicht akzeptabel ist. Mache ich das nicht, ist er 30 Sekunden später 300 Meter vor uns...

    Deswegen ist er bei Familienausflügen eigentlich immer an der Flexi. Ist einfach am sichersten. Aber erzeugt fiese Brandwunden an Kinderbeinen... :hust:

    Kommt zwar ebenso blitzschnell zurück, aber nervig und gefährlich ist das trotzdem.

    Er kommt auch zurück - wenn er mich hört. Heute hats gestürmt, da hat er mich nicht mehr gehört. Und er hat auch kein Problem damit 200, 300 oder 500 Meter von mir wegzulaufen. Interessiert ihn gar nicht, ob ich da bin.

    Ein "real Jack Russell" soll ja ursprünglich stöbern, sobald er eine Pfote vor die Tür gesetzt hat, auch gerne weiträumig

    Das konnte er früher im Stall halt ausleben, denn da durfte er im Stroh stöbern so viel er wollte. Die Ratten des Vorjahres waren nicht mehr gesehen, seit Felix da jeden zweiten Tag unterwegs war.

    Übrigens einer der Gründe, aus denen ich keinen Rüden habe - bei denen hab ich diese Selbständigkeit jetzt schon mehrmals so ausgeprägt erlebt, dass da nur die Leine half.

    Das ist interessant. Ich kenne tatsächlich nur Hündinnen bei den Parsons und die waren gar nicht so extrem wie Felix es ist.

    Ich frage mich halt ernsthaft, ob es ihm auf einer Farm nicht besser ginge... :ka:

    Hauptsache dabei, dann ist sie glücklich.

    So war meine letzte Hündin - da bin ich sicher auch verwöhnt.

    Kastration ist ja auch Thema bei euch, oder?

    Ja, das stimmt. Das wäre durchaus einen Versuch wert, ob er dann anders wird.

    Es kann ja tatsächlich sein, dass er für bestimmte Dinge wirklich nicht geeignet ist, als Begleithund im Reitstall zum Beispiel.

    Einerseits richtig, andererseits gehen fast alle Dinge nicht. Joggen nicht, Pferde reinholen nicht, Familienspaziergänge nicht. Es ist alles zu managen, klar. Aber keiner ist wirklich glücklich.

    Mein Gefühl sagt mir, er wäre auf einer Farm einfach viel glücklicher und hätte ein erfüllteres Leben als hier mit uns. :verzweifelt:

    Bei nem Pferdestall oder so sie allein rumlaufen lassen, würde bei Blinky wohl auch nicht gut funktionieren

    Er läuft ja nicht mal alleine rum.
    Also im alten Stall schon, aber da blieb er auch wirklich immer auf der Farm. Ging mal in die Scheune ins Stroh oder so. Aber er blieb absolut zuverlässig dort.

    Jetzt nehme ich ihn vom Stall mit runter zu den Koppel - wie Gassigehen also. Sobald ich dort ankomme und nur versuche, das Fahrrad anzuschließen, muss ich schon aufpassen, was er tut. Beim Joggen im Wald kann er kaum Freilaufen - eine Sekunde woanders hingeguckt und schon ist er weg. Er merkt das sofort. Das ist einfach so irre anstrengend. Ich hab immer gehofft, es wird besser, wenn er älter wird. Aber nein, er wird nur besser darin. Seine Eigenständigkeit wird eher intensiver...

    Es geht dabei übrigens weniger ums Jagen - da ist er abrufbar wie nie. Aber er geht einfach mal ne Runde Gassi...