Beiträge von Theobroma

    Sie ist wirklich tief eingebrochen. Bestimmt 1,5-2 m. Konnte ja niemand ahnen.

    Das ist heftig. Ein Wunder, dass sie das scheinbar so "gut" überstanden hat. Furchtbar, wenn sowas passiert...

    Vor ein paar Jahren ist in der weiteren Nachbarschaft ein Stall eingestürzt. Das war aber hausgemacht. Der Stall zwar zweistöckig, da Hanglage. Der SB hatte "Matratzenhaltung". Man könnte auch sagen, er war zu faul zum Misten. Tja, irgendwann konnte die Decke das Gewicht nicht mehr tragen und die obere Reihe Pferde landete mitsamt Decke und Mist auf den Pferden unten. Gab viele tote Pferde... Und ein Haltungsverbot zu guter Letzt. Da wars nur zu spät. :verzweifelt:

    Aber am Ende wussten wir beide genau, dass ich Schiss hatte, wieder abgesetzt zu werden, das Pferd iat ja nicht blöd.

    Das ist Teil das Problems.
    Ich hab Sonntag meinen Schimmel im Gelände geritten. Der hat sich aufgeführt wie offene Hose. Schritt ging gar nicht, nur Gehampel, Gehoppse und nach Hause in der Passage. Ich hatte nicht eine Sekunde Schiss oder wollte runter. Bei Jamie bekomme ich Bauchweh und Durchfall bei dem bloßen Gedanken, ihn zu reiten. Draufsetzen ja, aber reiten. Echt ungern. Und auf keinen Fall alleine. Und meinem Mitreiter ging es nach dem Abflug nicht anders...
    Bodenarbeit ist nett, gut und wichtig. Aber Jamie ist an dem Punkt, wo jemand drauf muss, damit es weitergeht. Er wird seine Angst vor dem Reiten nur durchs Reiten verlieren.

    Sie kann essen und trinken und muss erstmal nicht operiert werden. Alle anderen Pferde wurden in Boxen ohne Spaltboden umquatiert. Puh.
    Das die Stute lebt . .. ich bin so happy.
    Ich berichte weiter.

    Gottseidank, Daumen sind gedrückt.
    Wie tief ging es denn hinunter und wie stark ist sie eingebrochen?

    Warum bist du dir eigentlich sicher, dass der Angst hat ? Vielleicht muss der nur lernen, oder müsste , dass er damit nicht durchkommt ?

    Weil er in Situationen so reagiert, wo es nicht "nötig" wäre. Aber nie "einfach so".
    Wobei ich nicht ausschließe, dass er auch mal versucht, was auszudiskutieren. Aber das hat er bisher anders gemacht (vorne hoch gehen statt buckeln).

    Du bist Jamie ja schon auch ein paar mal normal geritten, oder? Hat er denn dann auf die Schenkelhilfe auch mit vorwärts reagiert oder gehört er da auch schon zu der klemmigen Sorte?

    Ja, ich hab mich ja anfangs ganz naiv einfach drauf gesetzt. Er reagiert auf (feine) Schenkelhilfen, Stimmhilfen und Gewichtshilfen. Ich würde sagen - wie ein rohes/gerade angerittenes Pferd halt. Die reagieren ja alle instinktiv auf Gewichtshilfen und wenn sie die Stimmhilfen kennen auch darauf.
    Allerdings - ich wollte mal mit ihm Ausreiten und er wollte nicht vom Hof runter. Auf etwas stärkeren Druck mit den Waden find er an vorne hoch zu gehen. Ich hab dann eine Runde auf dem Hof gedreht, um überhaupt zu reiten, mich aber nicht auf einen Kampf eingelassen - da wusste ich schon, wie er Buckeln kann.

    Wenn er mal läuft und sich entspannt hat, geht er gut vorwärts. Fleißig und locker.

    zwei Gerten (Steigerungsform: irgendwas richtung Besenstiel) links und rechts an seinen Bauch legst und da einfach mal ein bisschen rumbewegst oder auch mal leicht gegen den Bauch baumeln lässt?

    Ohne das probiert zu haben - er würde wohl stehenbleiben, wäre aber extrem angespannt. Am Anfang konnte ich nicht mal eine Longierpeitsche verwenden. Inzwischen hat er die akzeptiert.
    Er hat mit Peitschen mit Sicherheit keine guten Erfahrungen gemacht.

    Würds vielleicht was helfen, wenn du dich irgendwo raufstellst, so dass du quasi auf Reiterhöhe bist, jedoch dich nicht auf den Schleudersitz begeben musst, und ihn dann so mal an etwas Druck und evtl auch hektische Bewegungen von oben heranführst?

    Bewegungen, Plane usw. - ja, das üben wir regelmäßig.

    Er stand ja am Anfang auch beim Aufsteigen total "unter Strom". Das ist jetzt weg. Aber klar, da steckt noch viel Arbeit drin. Beidseitigen Druck ausüben ohne drauf zu sitzen ist halt nicht wirklich machbar - zumindest hab ich noch keine Möglichkeit gefunden.

    Drück ihm mitm Arm mal bissl in die Seite oder was weiß ich. Das muss halt für ihn normal werden, dass da irgendwo was drückt

    Ich hab heute schon meine alten superfesten elastischen Bandagen mitgenommen, die ich seit Jahre nicht mehr verwende. Die will ich hinter dem Gurt auf Höhe des Reiterbeines mal umbinden. Alternative - einer von diesen elastischen Deckengurten, darauf ein ehemaliges Stillkissen nähen, Sandsack oben in der Mitte auf dem Sattel und damit Longieren.

    Das einzige, was ich nicht wirklich simulieren kann ohne Reiter ist der Knieschluss. Oder generell halt Veränderungen des Drucks. Evtl. über eine zweite Longe, die ich hinten befestige und dann zum "Anziehen" nutze.

    dass eine Regendecke nicht wasserdicht sein könnte

    Welche ist es denn?

    Ich hab den Ärger gerade mit einer Horseware...

    Ich meine, dass er auf Kontakt mit der Deichsel etc. genauso reagieren könnte

    Das hab ich schon verstanden. Er hat aber bisher auf nichts "von unten" irgendwie vergleichsweise reagiert wie auf das Reiterbein. Daher finde ich einfach, dass man das überhaupt nicht sagen kann...

    Was Du da zeigst ist kein "Fahren", da er ja keine Kutsche zieht.

    Das ist schon klar, dass das kein "richtiges" Fahren ist. Ich hab aber vor Jahren mal bei einem sehr bekannten WM-Fahrer einen Bodenarbeitskurs gemacht - der hat diese Art der Arbeit auch als "Fahren" bezeichnet. Hier heißt es "driving". Die Steigbügel dienen als Longenführung.

    Und tatsächlich - hier ist das der übliche Weg, Pferde mit dem Gelände"reiten" vertraut zu machen bevor sie mit Reiter rausgehen.

    und wenn du ihn, nachdem er sich erschreckt hat, laufen lässt und dann mit Stimme bremst?

    Die Ruhe muss man erst mal haben, wenn er losschießt... :ka:

    Und was ist, wenn du versuchst, ihn mal ohne Erschrecken an den Druck zu gewöhnen, den ein Reiter, der sich festklammern will, ausübt?

    Er steigt. Also wenn man auf der Stelle stehend "Druck macht", geht er vorne hoch.

    Selbst wenn es wirklich nur der Knieschluss des Reiters ist, der ihn durchdrehen lässt, kann er sich vor der Kutsche an der Deichsel stoßen oder sich von den Strängen oder der Peitsche gestört fühlen oderoderoder.

    Kann, hätte, wäre, wenn - bisher hat er sich von unten ans nichts gestört, geht überall vorbei usw.
    Ich hatte mal ein Pferd, das bei Gänsen komplett ausgetickt ist. Den hätte ich ja dann nie mehr reiten dürfen.
    Ob Jamie dafür geeignet ist oder nicht, müsste schon ein Fahrer hier vor Ort beurteilen.

    Er findet Fahren jedenfalls klasse:

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    Mein Mitreiter ist heute überraschend wieder aufgetaucht. Deutlich respektvoller als vor seinen Abflug. Aber er will (angeblich) nun doch weitermachen. Seine Entscheidung, noch glaub ich nicht dran.

    Dann würde ich ein Markerwort einführen, das er mit was positivem/ruhigen verknüpft. Sprich Markerwort und dann ne Runde kuscheln (falls er das mag) oder zur Not einfach Markerwort und was tolles fressen lassen.

    Wir haben das "Hooo" - da klappt er die Ohren vor und hält an. Ob das aber schon in der Extremsituation klappt? Das geht halt auch alles immer so verdammt schnell. :fear:

    Sagt mal deckt ihr eure Pferde ein?

    Ja, beide. Sie stehen ja 24/7 auf der Weide ohne Unterstand, nur mit Bäumen und Hecken als Windschutz.
    Daher trägt der Schimmel 220-300g (je nach Temperatur) mit Halsteil und Jamie 0g mit Halsteil.

    Ich würde bei dem, was Du beschreibst, mit 0g eindecken.

    Ich meinte halt davor erstmal die Hilfen neu vom Boden aus aufbauen und wenn die wirklich sitzen erst wieder drauf setzen und dann erstmal nur Schritt reiten.

    Ich hab mit ihm in den letzten Monaten vom Boden aus gearbeitet. Teilweise saß jetzt das große Kind drauf und ich hab die Bodenarbeit gemacht - einfach, damit er "arbeitet" und zugleich den Reiter spürt, der nichts getan hat außer entspannt sitzen. Dann folgte Anreiten mit Stimmkommando, Durchparieren über Sitz und leichten Zügelkontakt usw.
    Er kennt treibende Hilfen an der Seite über die Hand, alle Stimmkommandos vom Boden usw.