Zitat
Falls das was zählt: Ich als TS habe nichts dagegen, wenn wir uns rein informativ über das Thema Kastration (vor allem als vorbeugend Maßnahme) unterhalten! :)
Das Thema Kastration ja/nein ist so schwierig wie die richtige Erziehungsmethode oder das richtige Futter. Frag 100 Leute und du wirst 100 Meinungen bekommen. :)
Für mich persönlich kommt eine Kastration nur in Frage wenn:
- eine medizinische Indikation vorliegt (und das nicht vorsorglich, sondern wenn wirklich schon was vorliegt)
- ich damit den Frieden zu Hause wahren kann (so geschehen in Form meiner Kater)
- ich weiß das ich es nicht verhindern kann (weil ich keine Möglichkeiten habe es zu verhindern) das sich mein Rüde und meine Hündin sonst vermehren (wobei ich persönlich in so einem Fall keine 2 Geschlechter zu Hause hätte)
- mein Tier unkastriert so einen Stress hätte, dass sich daraus unweigerlich eine medizinische Indikation ergeben würde (Prostatavergrößerungen und damit Probleme mit dem Kotabsatz, bedenkliche Futterverweigerung, körperliche Unruhe und Schlaflosigkeit, extreme Scheinschwangerschaften zB).
Alles andere ist für mich Bequemlichkeit der Halter, Nichtakzeptanz des Wesens das sie halten (Oh! Mein Rüde zeigt sexuelles Verhalten! Schnell Klöten ab, ich will mein reines Knuddelbärchen behalten das nicht weiß was Sex ist und nicht so ein unreines Wesen hier haben!), Fehlinformation (Ihr Hund wird auf jedenfall händelbarer und hört dann selbst auf Kommandos die ihm vorher nie beigebracht wurden!), Wegschneiden von Erziehungsdefiziten (dumm nur, dass dies nur in den seltensten Fällen funktioniert).
Vorsorgliche Kastration... na, ich weiß nicht. Wenn es danach ginge, müsste ich alle gefährdeten Organe entfernen lassen. Warum wird dies nicht getan? Weil die Gebärmutter ohne Indikation, oder aus fadenscheinigen Gründen entfernt werden darf und der Rest nicht? Klar, ein Hund braucht Hoden und Gebärmutter nicht zwingend zum Leben, aber es wird sie auch nicht umbringen wenn sie diese weiter besitzen. Kommt es zum Krebs, dann ist es eben so. Wer sagt mir, dass er nicht woanders ausbricht, wenn der Hund kastriert ist?
Es ist ein schwieriges Thema. Für mich jedenfalls steht fest, dass kein Hund kastriert wird ohne vernünftigen Grund und Vorsorge ist für mich beim Thema Kastration kein vernünftiger Grund.
Meine jetzige Hündin ist kastriert. Sie wurde mit ca. 8 Monaten kastriert. Ob es für sie ein Nachteil ist, weiß ich nicht, weil ich sie nicht unkastriert kenne.
Mein Rüde ist unkastriert und meine erste Hündin war es auch. Und sie hatten beide keinerlei Nachteile davon. Mein Rüde ist händelbar, auch wenn eine läufige Hündin in der Nähe ist. Natürlich ist er dann nervös, weiß aber auch von sich aus, dass ich es ihm eh nicht erlaube und es sich auch nicht lohnt, eine Hündin anzubaggern die noch nicht so weit ist. Das Pipi-Problem das viele mit ihren Rüden haben, habe ich nicht. Meine kastrierte Hündin reagiert mehr auf den Urin von läufigen Hündinnen als mein Rüde. Er dreht auch zu Hause nicht ab, er verweigert das Futter nicht und seine Ohren hat er dann auch nicht mehr auf Durchzug als sonst. Es gibt also keinerlei Grund ihm die Klöten abschneiden zu lassen. :) Oh und ob er durch eine Kastration tatsächlich länger leben würde... wie soll man das wissen? Man hat ja dann keinerlei Vergleichsmöglichkeit. Man kann beide Varianten leider nicht ausprobieren.