Beiträge von PocoLoco

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    Und die Ausrede "ist hier halt so, andere Länder ..." kann ich einfach nicht gelten lassen. Man muss auch in anderen Ländern keinen Hund aus einer Pappschachtel auf dem Markt kaufen, keiner zwingt einen dazu.


    Das stimmt natürlich. Und das meinte ich auch mit meinem Nachsatz: Wenn man einen Welpen auf diese Art kauft, muss sich nicht wundern wenn er über den Tisch gezogen wird und es hat dann auch nichts damit zu tun im welchem Land man auf diese blödsinnige Idee kommt.

    Gab schon ein paar Situationen.

    Eine war mit meinem Rüden, da hatte ich ihn noch relativ neu. Er war sehr schüchtern, eher vorsichtig Menschen gegenüber die sich eher ungewöhnlich verhielten. Ich habe ihn mit zur Arbeit genommen (arbeite im Altenheim) und da benehmen sich die allermeisten Menschen eher ungewöhnlich. Und mein Hund hatte überhaupt keine Probleme damit. Ist sogar von sich aus aktiv zu einer stark depressiven Frau gegangen und hat sich zur ihr gesetzt und sie hat gleich ihre Sorgen vergessen. Da hat er mich sehr beeindruckt, weil er einfach zu spüren schien, dass sie ihn brauchte. Die Dame liebte Hunde über alles und das hat er gemerkt.

    2 Mal hat er mir schon aus der Patsche geholfen. Einmal als sich Nachts einer an meiner Wohnungstür zu schaffen machte. Ich hatte das Gefühl das bei mir ein Rottweiler wohnt, so hat Poco geknurrt. Und einmal als sich im Dunkeln ein Mann im Gebüsch die Kapuze über gezogen hat (ich weiß nicht weshalb und warum). Deswegen habe ich auch keine Angst, dass wir demnächst ins Erdgeschoss ziehen oder im Dunkeln draußen.

    Er hat mich beeindruckt, mit welcher Ruhe und Zielsicherheit austickende Hunde mit einem einzigen Blick zum Runterfahren gebracht hat.

    Er beeindruckt mich bis heute wie einfach er manchmal Dinge hinnimmt, die am Anfang für ihn absolut Unheimlich waren.

    Meine Hündin hat mich absolut beeindruckt mit ihrer ganzen Art. Sie wurde als Welpe/Junghund aus dem Auto geworfen und von einem Zeugen aufgesammelt und auf eine Pflegestelle gebracht, wo sie dann bis zum 19ten Lebensmonat draußen mit anderen Hunden lebte. Dann kam sie zu mir in ein Hochhaus und musste drin leben und auch von Anfang an alleine bleiben. Sie hat diesen Wandel so nebenbei weggesteckt, als hätte sie nie was anderes gemacht.

    Und das aktuell beeindruckenste war gestern. Rosie ist Jägerin und ist in der Vergangenheit auch schon mal dem ein oder anderem Tier nach. Auch mal mit einer Hundemeute einem Reh. Ich konnte sie eine ganze Weile nicht immer frei laufen lassen und wir haben daran gearbeitet. Und gestern steht dann plötzlich dieses Reh zwischen den Bäumen. Ich habe es erst nicht gesehen, sondern bin drauf aufmerksam geworden weil meine Hündin es gesehen hat. Und was macht sie? Sie dreht sich zu mir um und schaut mich an. Als ich sie dann nur mit einem Nicken ranrief, war sie sofort bei mir. Ich bin soooooo stolz auf sie, dass sie es vorgezogen hat zu mir zu kommen, anstatt wie vorher dem Reh einfach nachzuhetzen. Ich bin beeindruckt von ihr, dass sie diesen Impuls unterdrücken konnte. :gut:

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    Zu Hause und im Garten alles kein Problem, aber sobald wir am See sind (hier gehen viele Hunde spazieren und viele Kinder spielen da) hört sie erst nach vielem Rufen und sogar manchmal schimpfen. Sie ignoriert uns oftmals regelrecht.


    Es gehört für junge Hunde schon viel dazu unter massiver Ablenkung (andere Hunde) mit ihrem Kopf beim Besitzer zu bleiben. Vorallem dann wenn der Besitzer von hinten immer weiter und brav Rückmeldung gibt, dass sie ja noch da sind und das sich Hündchen keine Sorge machen muss, dass sie plötzlich allein auf weiter Flur stehen. :D

    Meiner Meinung nach ruft ihr zuviel. Rufen nutzt sich ab, vorallem wenn der Hund einmal kapiert hat, dass es für sie lohnender ist nicht darauf zu reagieren. Da ist Schimpfe auch egal. Das Spiel mit anderen Hunden belohnt sie einfach zu sehr, als das sie sich darüber Gedanken macht.

    Es gibt 3 Möglichkeiten:

    1) Einmal rufen, wenn Hund nicht hört umdrehen und in die andere Richtung wegmarschieren. Kommt Hund nach, loben und die jetzt eingeschlagene Richtung weitergehen (nicht die ursprüngliche).

    2) Einmal rufen, wenn Hund nicht hört hingehen, ihn schnappen und wortlos anleinen und weg gehen. Birgt allerdings die Gefahr, dass es zwischen Hund und Halter zum "Fang mich doch!" Spiel wird.

    3) Schleppleine dran und den Rückruf unter Ablenkung üben, üben, üben.

    Ich hatte einen Sturkopf in dem Alter bei der Maßnahme 1 sehr gut zog. Wenn sie nicht gehört hat, stand sie halt ohne uns (mich und dem Ersthund) da. :ka: Davor hatte sie dann doch mehr Muffen als das sie sich mit dem Spiel mit anderen Hunden belohnt hätte.

    Die Zugehörigkeit zu irgendwelchen Verbänden spricht nicht zwingend für eine gute Zucht. Das ist hier in Deutschland so (wo der Hund schon noch sehr viel zählt) und so ist es auch ausserhalb von Deutschland (wo der Hund an sich gar nicht so viel zählt).

    In sofern ist es schon richtig: Nicht alle sind Vermehrer, sie sind aber auch nicht alle gut. :ka:

    Es SIND andere Länder und vorallem andere Sitten. Nicht umsonst gibt es Tötungsanlagen und Straßenhunde. Die haben zwar nichts mit eingetragenen Züchtern zu tun, sondern zeigen einem nur sehr deutlich die Mentalität in diesen Ländern den Tieren gegenüber.

    Wenn man sich allerdings, wie im angesprochenen Thread, einen Welpen 790 KM durchs Land shippern läßt, kauft sich quasi ein Freifahrtschein dafür übers Ohr gehauen zu werden. Wird einem in DE genauso passieren können.

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    So, und bevor Ihr mich virtuell haut, weil wir so viele Baustellen haben (ich könnte auch zig Dinge aufzählen, die super funktionieren und die an Sam wirklich toll sind!) - ist das halbwegs normal oder im Rahmen für einen Hund in seinem Alter oder bin ich Vollversager? :fear:


    Ich habe mir damals auch einen Kontrolletti heranerzogen, der nie genug bekommen konnte. Auch mir musste das Forum erstmal die Augen öffnen. Wie ich schon schrieb: "Nobody is perfect". :)