Hallo werdende Hundemama!
Als Allererstes: Herzlichen Glückwunsch!
Und zweitens: Bloß kein Streß!
Ich weiß, das ist leicht gesagt, ich hab auch zwei Wochen lang nicht schlafen können... Aber Du wirst das Hundi schon schaukeln, was Du bisher schreibst klingt sehr gut informiert und überdacht.
Ich würde jedoch Euren ersten gemeinsamen Tag etwas modifizieren:
a) Wie schon gesagt wurde, kannst Du auf das erste Pipi laaaange warten. Lasst sie auf dem Weg nach Haus vielleicht kurz mal an einen Baum im Garten o.ä. und dann schleunigst ab nach oben. Sie wird vermutlich erstmal so überwältigt bis verängstigt sein, dass sie gar nicht pieseln wird.
b) Je nachdem, wie mondän ihr wohnt, würde ich sie nicht gleich in alle Zimmer lassen. Neue Menschen, keine Mama und keine Geschwister sind erstmal ungewohnt genug, da langt als Erkundungsraum erstmal z.B. die Küche (kann man gut wischen...) und ihr neuer Schlafbereich. Wenn sie für die ersten 1-2 Tage in für sie überschaubaren Räumlichkeiten bleibt, dann gibt ihr das auch noch etwas mehr Sicherheit.
Du kennst das doch sicher noch - als Du vier Jahre alt warst, war Deine Straße schon die große weite Welt...
c) Bitte nicht gleich Kampfkuscheln! Setzt Euch auf den Boden und schmust sie nur, wenn sie von selbst ankommt. Vielleicht schmeißt sie sich auf Euren Schoß und geht gar nicht mehr runter, aber seid auch nicht enttäuscht, wenn sie sich vielleicht erstmal in eine Ecke verkrümelt und Euch nicht mit dem A... anguckt. Wenn sie von ihrem Rudel getrennt werden, machen die meisten Welpen nämlich instinktiv genau das: sich verstecken und tot stellen. Dann macht ihr einfach Euer Ding weiter, so als wäre sie gar nicht da - Kaffee kochen, abwaschen, unterhalten... keine Panik, sie wird Euch bald kennenlernen wollen!
d) Wenn sie anfangen sollte, zu heulen, bitte nicht aus falschem Mitleid das arme Hundi herzen und zärteln. Natürlich ist sie verunsichert und hat Angst, aber je weniger ihr darauf eingeht, um so weniger wird sie in dieser Angst bestärkt. Sich wortlos auf den Boden zu setzen ist absolut ausreichend.
Sie wird sich dann ganz bestimmt von alleine wieder beruhigen - bei Welpen überwiegt früher oder später sowieso die Neugier!
e) Für die ersten Tage finde ich Gassigänge in den Garten (falls vorhanden) oder einfach nur zum nächsten Baum vor der Eingangstür völlig ausreichend. Sie muss mit so vielen neuen Dingen zurecht kommen, dass sie sonst leicht von den vielen neuen Reizen auf der Straße überfordert werden könnte.
e) Die ersten Tage solltet ihr so wenig Besuch wie möglich empfangen. Sie soll sich in Ruhe an Euch gewöhnen können, da solltet ihr so wenig "Gewese" wie möglich um ihre Person machen.
f) zum Thema "nächtliches Weinen" hier noch mal ein paar Tips:
Zitat
wenn sie "nur" eine Decke hat, dann würd ich ihr als allererstes mal ein Körbchen kaufen und es dann mit ein paar Decken "auffüllen". Körbchen mit einem schönen Rand (wie eine Grube) geben den Kleinen viel Sicherheit. Und Hunde "kuscheln" sich gerne ein, vor allem in dem jungen Alter. Bisher hat sie doch immer dicht an ihre Geschwister gedrängt geschlafen und diese Kontakt-Sicherheit kannst Du ihr mit ein paar "zerwühlten" Decken nachstellen (dann kannst Du auch das Körbchen gleich passend für ihre "Endgröße" kaufen), zur Not auch noch den Tip mit der Wärmflasche beherzigen.
Des Weiteren würde ich "ihren Platz" für die erste Zeit direkt neben Euer Bett stellen, dann kannst Du zum Einschlafen eine Hand ins Körbchen hängen und sie ein bißchen streicheln. Dann spürt sie den Kontakt zu Euch und fühlt sich nicht so einsam, braucht aber dennoch nicht mit ins Bett genommen zu werden. Wenn sie dann erstmal älter ist, bzw. ruhig schläft, darf ihr Plätzchen gerne auch immer weiter weg wandern.
Und noch etwas: Ich weiß, in dieser Frage scheiden sich wiedermal die Geister, aber ich würde nicht nachts mit ihr rausgehen.
Nachts wird geschlafen! Und darauf wollt ihr sie doch auch konditionieren.
Wir haben die ersten Wochen neben dem Körbchen (an unserem Bett!) 1,5 m2 Fläche mit einem Wäscheständer abgeteilt und dick mit Zeitungen ausgelegt, für die allerdringendsten Bedürfnisse. Die wenigsten Welpen wagen sich bei Dunkelheit gerne aus ihrer Höhle und ihren Schlafplatz beschmutzen sie auch nicht gern - da hilft dann wohl nur "weiterpoofen".
Bei meinem ersten Welpen hat es kaum etwas über eine Woche gedauert, bis er durchgeschlafen hat, bei Rabauke ist sogar nur zwei Mal nachts "etwas daneben gegangen".
Viel Spaß mit Eurer Maus,
Alles Liebe, Sub.