Nochmal für bylla:Die Definitionen aus der lerntheoretischen und neurophysiologischen Literatur unterscheiden sich bei der Verwendung des Begriffs „Verstärkung“. Aus neurophysiologischer Sicht bedeutet positive Verstärkung, dass ein Verhalten wahrscheinlicher wird, und negative Verstärkung, dass es in Zukunft seltener auftritt (JONES-BAADE, 2001).
Beiträge von dragonwog
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Das sehe ich anders. Wenn man den Begriff "positive Verstärkung" benutzt, dann signalisiert man damit, dass man die Lerntheorie bemüht.
wobei ich das mit "nur positiv" schon noch verständlich finde. Blöd wird es aber, wenn "Negative Verstärkung" für Strafe gehalten wird. So auch im Buch von Viviane Theby - die es besser wissen sollte.
Das ist dann ein echtes Problem, weil man sich sehr viel an Verständnis dafür, wie lernen funktioniert, nimmt.
Den Begriff nicht zu verstehen und zu kennen - ok. Aber ihn falsch zu verwendenDie Begriffsverwendung von Viviante Theby stammt aus der Neurobiologie. Auch wenn ich sie so nicht anwende, wird sie sich wohl auf Dauer durchsetzen. Sie hat das aber meines Erachtens konkret in ihrem Buch erwähnt.
Die von dir und mir verwendete Unterteilung von negativer/positiver Strafe und Verstärkung stammt aus der Psychologie.
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Irgendwie kommen doch wieder die Begrifflichkeiten durcheinander.
Es gibt
Positive Verstärkung
Negative Verstärkung
Positive Strafe
Negative StrafeIch nehme an, die TE meinte mit "nur positiv" nur über Verstärker, und ohne Strafen. Oder?
Negative Verstärkung ist aber etwas völlig anderes als Strafe!Positiv bedeutet einfach etwas hinzuzufügen, negativ etwas wegzunehmen. Bei den Verstärkern wird es für den Hund angenehmer durch das hinzufügen bzw wegnehmen (z.B. die methode, den Hund im Zimmer allein zu lassen und genau in dem Moment wieder reinzukommen, in dem der Hund ruhig ist, ist negative Verstärkung: zur Belohnung für das gewünschte Verhalten wird etwas unangenehmes, das Allein sein, entfernt).
Be den Strafen ist es anders: da strafe ich negativ, indem ich was gutes wegnehme (z.B. ignorieren - ich nehme Aufmerksamkeit weg) oder positiv, indem ich was schlechtes hinzufüge (Prügel, Brüllen).die Wörter positiv und negativ sind aber nicht mit gut und schlecht gleichzusetzen. Nicht, wenn man sich in der Begrifflichkeit der Lerntheorie bewegt. Positiv und negativ sind hier völlig wertfrei.
An welcher Stelle im Thread kommen die Begrifflichkeiten durcheinander?
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Wenn mein Hund keinen Mantel trägt, bei etwas kälteren Temperaturen, verballert er Unmengen an T4 und ich muss Mengen jenseits von Gut und Böse substituieren.
Bei Temperaturen unter -10 Grad kriegt er Unterkühlunserscheinungen wie aufgestellte Haare an der Wirbelsäule und einen Wasserschwanz. Außerdem klappert er mit den Zähnen.
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Ich muss Corinna zustimmen. Man kann lerntheoretisch nicht ohne negative Strafe im Rahmen der positiven Verstärkung auskommen.
Eine Erziehung ohne negative Verstärkung resultiert oft in einer geringeren Frustrationstoleranz und erniedrigter Stresstoleranz. Allerdings sollte man diese absolut gut getimt und mit Bedacht einsetzen.
Positive Strafen lassen sich durch gutes Training vermeiden. Sie ist mit vielen Nebenwirkungen (schließlich arbeitet man bei positiver Strafe immer über Angst) besetzt und regelkonform nur im Labor anwendbar. Wir leben aber nunmal nicht in einem Labor.
Ansonsten geht mir dieses "aber die Wattebauschler brüllen ihrern Hund auch mal an und verprügeln ihn dann im stillen Kämmerchen". Mag ja sein, dass es durchaus diese Leute gibt, aber alle in einen Topf zu werfen ist ziemlich unfair.
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Und wer sich weiterbilden möchte, findet hier sehr sehr viel: http://www.theclickercenter.com/Clicker-Blog-Index.html
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Man nutzt übrigends die größte Motivationsquelle des Pferds, den Wunsch Teil eines sozialen Gefüges zu sein.
Zeigt das Pferd unerwünschtes Verhalten entzieht man ihm diese, zeigt es erwünschtes Verhalten darf es sich wieder nähern und bekommt sogar Körperkontakt.
Funktioniert übrigends auch mit Hunden, wird aber in meinen Augen zu selten genutzt.http://www.ted.com/talks/ian_dunb…g_training.html
Yessss

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@ NajiraDu verstehst es nicht. Ist auch nicht schlimm, ist schwierig hier so miteinander zu schreiben, dass alles verständlich
Nein, im Gegensatz zu anderen verfügt Naijra über genügend Intellekt, Lerngesetze und Verstärkerschemen zu verstehen
. Da schon einfachste Grundlagen für viele schwer verständlich sind, muss man wohl oder übel leben, dass Tiere unnötigerweise und unfair bestraft werden. Ich wünsche viel Spaß dabei. -
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Wenn man die Begriffe benutzt, sollte man auch wissen was sie bedeuten.Reicht schon wenn die Hunde-Wattebauschler mit wissenschaftlich klingenden Begriffen um sich werfen und sie falsch benutzen.
Aha...das heißt also, dass jeder, der versucht seinen Hund möglichst viel mit positiver Verstärkung zu erziehen, "wissenschaftliche klingende Begriffe" falsch um sich wirft? Ist da ein Ding
....Ansonsten....
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Hört doch einfach auf das, was schon von lilactime geschrieben wurde....Midazolam und die Sache ist gegessen, man hat eigentlich auch gar keine Erinnerung mehr an die Behandlung, geschweige denn, dass man irgendetwas mitkriegt...Wieso sollte man sich unnötigerweise quälen???