"Können" ist in deinem Beispiel eine erworbene, komplex kognitive Fertigkeit. Unabhängig davon muss der Schüler aber motiviert sein, die Aufgaben zu lösen bzw.eine gute Note zu bekommen. Wenn die konkurrierende Motivation "Freundin erhalten" größer ist, als die Matheaufgaben zu lösen, wird mit der Freundin gesimst. Wenn der Schüler aus welchem Gründen auch immer aufgegeben hat, gute Noten zu bekommen, wird auch die Motivation für die korrekte Ausführung der Aufgaben ebenfalls sehr gering sein.
Übrigens spielt das Konzept der "vergifteten Signale" im Unterricht auch eine ganz ganz große Rolle und ist häufig ein Grund für unmotivierte Schüler mit Lernschwierigkeiten.
Zurück zum Hund...bei dem gehts auch nur um konkurrierende Motivationen. Entweder ist der konkurrierende Umweltreiz zu stark, weil der Hund sehr stark intrinsisch motiviert auf ihn reagiert (dann helfen allerdings keine Fipselstrafen, die ohne technische Hilfsmittel möglich sind..ich verweise auf den Strafsschrotschuss ;)), oder das Training war einfach noch nicht gut genug (nicht häufig genug in verschiedenen Situationen und mit den falschen Verstärkern, denn Ball und Futter reichen bei den wenigsten Hunde aus...).
Dem Hund zu unterstellen, er möchte seinen Besitzer ärgern und irgendwelche Grenzen austesten (analog zu einem Mobben unbeliebter Lehrer) ist hochgradig unkritischer Anthropomorphismus.